Schneckentempo, Sauseschritt oder Stillstand?

Vielleicht hat nichts stärker mit unserem Empfinden zu tun als die Zeit. Sekunde für Sekunde läuft sie, mündet in Minuten, in Stunden und schlussendlich in Tage. Und diese in Wochen, Monate, Jahre. In ein ganzes Leben. Ein Jahrhundert. Bis ins Unendliche. Es dauert immer genau gleich lang, alles nimmt seinen Lauf, gleichmässig und ausgeglichen.

Und doch empfinden wir es ganz anders.
Mal scheint sie zu schleichen, die Zeit. Oder gar still zu stehen. Dann, wenn wir uns auf etwas besonders Schönes freuen, will sie nicht vergehen und in besonders schlimmen Momenten scheint sie still zu stehen.
Und manchmal verfliegt sie nur so! Zum Beispiel im Urlaub! Oder an den Wochenenden! Wo montags eine Sekunde 23 Sekunden lang dauert, dauert sie an Wochenenden höchstens eine halbe.

Aber es ist nur unsere Wahrnehmung, wie so manches andere im Leben auch. Jeder empfindet es anders und nicht mal wir erleben es immer gleich. Unser Empfinden wird von vielen äusseren und inneren Einflüssen bestimmt.

In gewissen Momenten möchten wir die Zeit anhalten. Vielleicht, weil ein Moment so wunderschön ist oder so unerträglich schlimm. Und dann wird uns bewusst, dass sie trotz allem weiterläuft. Unbeeindruckt von unseren Gefühlen, unseren Wünschen oder unseren Bedürfnissen, uns hinter sich her ziehend, uns zwingend weiter zu gehen, weiter zu leben.
Von der Gegenwart, die sie zur Vergangenheit macht, in die Zukunft.
Ich fand das nicht immer gut in diesen Momenten. Aber da kann man sich sträuben so viel man will, es geht trotzdem weiter. Und es ist gut so. Denn ich finde tatsächlich, dass die Zeit zwar keine Wunden heilt, aber sie gibt uns den Raum, uns an die neue Situation zu gewöhnen, Dinge zu verändern, durch zu atmen. Und irgendwann fühlen wir uns wieder besser. Hoffentlich.
Nichts dauert für immer.* Das ist manchmal gut und das ist manchmal schlecht.
Und egal ob es uns gefällt oder nicht, es ist wie es ist.

*Obwohl manche Dinge natürlich ein Leben lang nachklingen können. Sogenannte Narben auf der Seele, die für immer schmerzen. Leider gibt es das…

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