Ende.

Dinge gehen zu Ende, es ist unweigerlich so. Immer. Unendlichkeit existiert in einem menschlichen Leben nicht und wenn doch, dann nur in unseren Wünschen und Träumen.

Enden sind manchmal ganz okay und manchmal überhaupt nicht.

Was bin ich jedes Mal traurig, wenn ich ein gutes Buch (eigentlich viel zu schnell) zu Ende gelesen habe und es irgendwie nicht genügend genossen habe? Verschlungen, Sätze überlesen, um möglichst schnell alles in mir aufzusaugen. Und am Ende bleibt immer ein kleines Bisschen Leere und es dauert eine kleine Weile, bis ein nächstes Buch diese wieder auszufüllen vermag.

Wir freuen uns auf einen besonderen Augenblick oder einen Tag, auf Weihnachten, Urlaub und Geburtstage und wenn wir ehrlich sind, ist vielleicht die Vorfreude viel ergiebiger als der Moment selbst, denn sie dauert unter Umständen viel länger und lässt uns erschaudern, glücklich sein und uns alles in den schönsten Farben ausmalen. Wenn der besondere Moment dann da ist, ist er auch schon wieder vorbei und was bleibt, sind Erinnerungen.

Gerade gestern habe ich darüber geschrieben, wie es ist wenn ein Leben endet. Ein Ende und ein Abschied für immer und auch für ewig, obwohl ich gerade eben geschrieben habe, dass es die Unendlichkeit gar nicht gibt. Und doch scheint es sie zu geben, nämlich im Tod. Im Nichts. Oder auch nicht. Niemand weiss es, einige glauben irgendetwas.

Freundschaften enden, Menschen leben sich auseinander, finden neue, interessantere Menschen, mit denen sie sich verbinden und Zeit verbringen möchten. Das ist der Lauf der Zeit. Normal. Und doch ist auch das manchmal mit loslassen verbunden und loslassen ist vielleicht mit losreissen verbunden und vielleicht tut das dann einem von beiden mehr weh als dem andern.
Und manchmal ist längst nicht alles ein Ende, was wie ein Ende aussieht. Manchmal ist es nur ein Warten, ein Zwischenraum und die Angst vor dem Ende, die uns etwas zusammenphantasieren lässt.

Ich glaube, wir füllen so manche innere Leere mit einem Menschen. Einem, der ganz genau das ist, was wir brauchen. Ganz genau das, was uns glauben macht, wir wären nicht leer, nicht zerbrochen. Es ist schön, dass es das gibt. Und aber auch unschön, wenn dieser Mensch dann nicht mehr da ist, denn dann werden wir auf unser inneres Leer-Sein zurück geworfen und das ist vielleicht das allerschlimmste Gefühl von allen.
Leere ist schwer auszuhalten. Für mich jedenfalls.
Und dennoch tu ich es, wenn sie mal da ist. Muss.

Ich glaube, wenn wir vermögen, alle diese leeren Stellen in unseren Herzen selbst auszufüllen und wir mit uns selbst zufrieden und glücklich sind, dann sind wir bereit für die Liebe. Denn dann brauchen wir nicht mehr, kompensieren wir nicht mehr, sind wir nicht mehr abhängig, sondern sind wirklich frei für jemanden.

Wenn wir sanft über unsere Narben streicheln…

Zu einem gewissen Teil ist der Mensch ein selbstheilendes Wesen. Es gibt Krankheiten und Verletzungen, die kann ein ansonsten gesunder Körper selbst erfolgreich bekämpfen und besiegen. Bei andern helfen ihm Medikamente oder verschiedene Behandlungen dabei und sogar diese nicht immer erfolgreich.

Ich glaube, auch die Psyche kann das. Eine gesunde wohl hats wohl auch einfacher als eine kranke oder stark vorbelastete. Immer klappt das aber trotzdem nicht. Auch da gibt es ansonsten Medikamente und Therapien, die unterstützend wirken.

In beiden Bereichen geht es darum, eine Diagnose zu erstellen, um danach zu entscheiden, wie eine Behandlung aussehen könnte. In vielen, alltäglichen Fällen wissen wir auch ohne Arzt was los ist und was zu tun ist. ZB wenn das Kind stürzt und sich das Knie aufschlägt. Oder wenn wir eine Grippe oder eine Erkältung haben. Und wenn nicht, lassen wir den Arzt uns untersuchen und entscheiden.

Das betrifft körperliche Erkrankungen oder Verletzungen. Bei psychischen ist das nicht so einfach und ich würde behaupten, von Selbstdiagnosen bzw von Beurteilungen von nicht entsprechend ausgebildeten Leuten ist eher abzuraten, wenn es um mehr als ein Tief oder eine vorübergehende Krise geht. Wie bei ernsthaften körperlichen Erkrankungen natürlich auch. Ich finde aber, körperliche Beschwerden sind einfacher zu beschreiben, zu benennen. Psychische Symptome sind schwieriger in Worte zu fassen. Weil jeder es anders zu empfinden scheint und weil Menschen, die an ihnen leiden, manchmal von der Krankheit die Möglichkeit, darüber zu sprechen, genommen wird. Oder die Möglichkeit, sich auf ihre Wahrnehmumg zu verlassen, sei es bei ihnen selbst oder ihrem Umfeld.

Wie dem auch immer sei, mir fällt immer wieder auf, dass mit körperlichen Wunden oder Narben oftmals viel sorgsamer und auch verständnisvoller umgegangen wird als mit seelischen. Unverständnis oder die Unfähigkeit, sich einzufühlen sind manchmal die ersten Begründungen, die uns in den Sinn kommen. Ich glaube, sehr oft liegt auch Überforderung, das nicht wissen was sagen, wie damit umgehen, solchem Verhalten zugrunde. Oder das Unwissen, das nicht ernst nehmen oder nicht so recht glauben von Dingen, die man nicht sieht, deren Schmerz man nicht einschätzen kann. Bei einer blutenden Wunde oder einem Beinbruch ist das für viele viel einfacher. Ein Mensch, dem man äusserlich nichts ansieht, ist doch gesund, oder? Dem gehts doch gut, oder?

Schade. Ich hoffe, dass wir Menschen da noch Fortschritte machen können, das wäre nicht nur schön, sondern auch hilfreich für betroffene Menschen. Und bekanntlich kann es jeden treffen.

Egal, ob man eine körperliche oder eine seelische Wunde erlitten hat, im Normalfall wird sie heilen. Irgendwann. Und was bleibt, ist eine Narbe. Eine Narbe, die sanft behandelt werden will. Und soll.

Wann ist zum letzten Mal jemand mit seinem Finger sanft über all die Knötchen auf deiner Seele gefahren? So, dass einige sich gelöst haben?

Hier werden Sie geholfen. Nicht.

Es kann jedem passieren, in eine Notsituation zu kommen, was auch immer wir darunter verstehen. Dieses Risiko bringt das Leben so mit sich, sozusagen als Nebenwirkung. Es gibt Notsituationen, die gehen schnell vorbei, die können wir selbst oder mit Hilfe unseres Umfeldes meistern. Und dann gibts Momente im Leben, da findet man etwas so schwierig – und dafür gibt es verschiedene Gründe – dass man mehr Zeit und / oder externe Unterstützung benötigt. Und diese gibts bekanntlich in verschiedenen Formen, an verschiedenen Orten. Jeder muss für sich selbst herausfinden, welches Angebot er in Anspruch nehmen möchte, welches ihm helfen könnte.

Egal wohin eine hilfesuchende Person sich wendet, ich finde es wichtig, dass sie dort freundlich empfangen wird. Freundlich, wertschätzend, verständnisvoll und respektvoll. Nie wertend, gar abwertend. Ich finde auch, dass eine unterstützende Haltung Voraussetzung ist. Das Problem soll seinen Raum einnehmen dürfen, darin stecken zu bleiben hilft jedoch niemandem weiter. Nein, es müssen Schritte gemacht werden, Ressourcen gefunden und Perspektive geschaffen. Ich finde es ermunternder, wenn das Problem zwar angehört und ernst genommen wird, wenn dann aber die Lösung und auch das, was schon gut läuft im Fokus stehen. So gehe ich Situationen an, in meiner Arbeit und auch in meinem Privatleben.

In meiner Erfahrung als unterstützungssuchende Person hatte ich nicht nur positive Erlebnisse. Zum Teil war (bin) ich schockiert, wie ausgebildetes (Beratungs-)personal mit mir umgegangen ist.

Und ich möchte dazu sagen, meine Krise ist eine vorübergehende. Ich bin ein physisch und psychisch gesunder Mensch. Man kann bzw könnte ganz normal mit mir sprechen, ich verstehe alles, bin normal-intelligent. Was nicht heisst, dass man mit Menschen, die nicht gesund sind oder die eine Behinderung oder Krankheit haben, nicht normal reden könnte. Man muss! Das finde ich.

Ich habe mich an eine Beratungsstelle gewendet, hatte viele Fragen, machte mir viele Sorgen. Mir wurden keine Fragen so beantwortet, dass ich damit etwas anfangen konnte. Da wurden Aussagen gemacht, die mich total verunsicherten im Moment, die sich dann aber als falsch herausgestellt haben. Mir hat das mehr geschadet als geholfen.

An einem Ort, bei der ich um Rat bzw Unterstützung für mich und meine Tochter anfragte, weil diese Krisensituation sich auch auf das Kind auswirkt, stiess ich statt auf Verständnis und eine unterstützende Haltung auf eine Wand, die meine Anfrage total missverstanden und meine Situation total missinterpretierte. Statt mit Rat und Tat wurde ich mit Druck und eigentlich recht wenig Anstand konfrontiert. Ich finde das sehr, sehr schlimm.

Ich bin aber auch bei Menschen gelandet, die mich, wie auch mein Kind durch diesen Umbruch hindurch begleiten. Menschen, die tolle Jobs machen. Menschen, die uns sehr helfen.

So macht man seine Erfahrungen. Die einen sind gut und andere weniger. Ich mache mit denen, die sich positiv auf uns auswirken gerne weiter. Und lasse die andern soweit wie möglich weg.

Was ich an den geschilderten Erfahrungen wirklich besonders schlimm finde ist, dass da draussen zum Teil sehr inkompetente Leute in sozialen Berufen arbeiten. Ich bin dort so behandelt worden, wie ich NIE mit Menschen umgehen würde. Weder im Beruf noch privat. Und schon gar nicht mit jemandem, der sich in einer Notsituation an mich wendet.

Ich werde diese Rückmeldung dort nächstens noch plazieren.

Metamorphose

Schmetterlinge waren ja nicht immer Schmetterlinge. Sie schlüpfen aus winzig kleinen Eiern als winzig kleine Räupchen und ihre einzige – jedoch nicht nur einfache – Aufgabe scheint es zu sein, zu überleben und zu wachsen. Ich weiss nicht, wieviele davon tatsächlich überleben, aber ich denke auf so eine Raupe lauern unzählige Gefahren, deren sie schutzlos ausgeliefert ist. Vom hungrigen Vogel bis zu schweren Menschenschuhen… Scheinbar legen Schmetterlinge hunderte, wenn nicht sogar tausende von Eiern, am Schluss gibt es daraus aber nur ein paar wenige Schmetterlinge.
Raupen wachsen in einem wirklich  rasanten Tempo. Wer schon mal eine Raupe nach Hause genommen, sie in einem Glas gefüttert und beobachtet hat, weiss wovon ich spreche. So eine Raupe frisst und frisst und tut den ganzen Tag nichts anderes. Denn sie hat ein grosses Ziel. Wenn sie gross genug ist, wird sie sich einen geeigneten Platz suchen, um sich zu verpuppen. Und sie sucht wirklich lange danach, bis sie sich sicher fühlt. Nervös wandert sie herum, um sich schlussendlich dann an einen Ast zu hängen. (Ich glaube, es gibt auch Raupenarten, die andere Plätzchen bevorzugen, einige vergraben sich sogar in der Erde). Unsere Schwalbenschwanz-Raupen haben sich an einen Ast gehängt, gut befestigt an zwei Fäden. So hing sie dann ein, zwei Tage da und war irgendwann dann plötzlich verpuppt. Im Normalfall schlüpft dann nach zwei bis vier Wochen ein wunderschöner Schwalbenschwanz-Schmetterling aus diesem Kokon… Die Verwandlung ist vollbracht.

Ich glaube, dass auch Menschen solche Metamorphosen durchmachen. Mehrmals im Leben. Und jedesmal unter grossen Schmerzen.
Statt einer Raupe ist es die Seele, die sich verpuppt. Ihr Kokon ist der Mensch, der Ast an dem er hängt das Leben. Und der Feind ist die Krise, in der er steckt.
In diesem Kokon geht’s um nichts anderes als ums Überleben. Der Kokon hilft, sich abzugrenzen, zu fokussieren und Kräfte einzuteilen. Er ist hart und fest und ein Schutz gegen schädliche Einflüsse von aussen. Er ist eng und sicher, warm und dunkel.
Still hängt er da, als würde in ihm jemand friedlich schlafen. Von aussen sieht man nicht, welch bedrohlicher Überlebenskampf im Innern wütet. Trauer, Wut, Existenzängste, Verzweiflung, Unsicherheit, Verletzlichkeit und Schmerz, Leiden und Angst ohne Ende. Innen schüttelt es diese kleine Seele so richtig durch. Doch der Kokon hält alles zusammen, diesen Menschen und womöglich noch seine Liebsten dazu. Enge Freunde wissen um den Kampf und bleiben schützend und stützend in der Nähe.

Wir hatten im letzten Spätsommer drei Raupen. Sie haben sich relativ spät verpuppt, es wurde kälter und regnerisch und bald war es zu spät zum Schlüpfen. Wir haben sie überwintert und im Frühling gewartet, bis Schmetterlinge schlüpfen. Die ersten zwei sind zusammen geschlüpft, beide mit zerrissenen Flügeln und leider nicht überlebensfähig. Den dritten habe ich danach aus dem Insektenbehälter genommen und in den Passionsblumenstrauch auf unserem Balkon gelegt, in der Hoffnung dass er schlüpfen und davonfliegen wird, ohne sich zu verletzen. Er liess sich viel Zeit, so viel dass wir nicht mehr damit rechneten, dass in diesem Kokon noch etwas lebt. Bis mir dann eines Morgens aufgefallen ist, dass der Kokon plötzlich eine andere Farbe hat. Am Mittag, als ich wieder nachschaute, war er vorne offen und leer. Es war weit und breit kein Schmetterling zu sehen, was bedeutet, dass er lebte und weggeflogen ist. Darüber haben wir uns sooooo gefreut, auch wenn wir ihn nie gesehen haben.

Ich habe keine Ahnung, was im Innern dieses Raupen-Kokons passiert ist zwischen Herbst 2017 und Sommer 2018…

Und genauso habe ich keine Ahnung, wie die Metamorphose eines Menschen vor sich geht. Was genau in diesem Kokon passiert. Aber ich weiss, dass er – wenn er es schafft – sich aus dem Kokon befreien wird, wenn er dazu bereit ist.
Er wird irgendwie noch derselbe Mensch wie vorher sein. Und irgendwie doch anders. Im besten Fall stärker und um eine Erfahrung reicher. Einmal mehr überlebt und mit dem Wissen, dass er auch das nächste Mal überleben wird. Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse im Leben. Jedenfalls für mich. Schlussendlich macht dies die Zeit im Kokon nicht erträglicher oder einfacher. Aber es gibt doch ein wenig Hoffnung und Kraft zwischendurch.

Geheimnis…

Vielleicht ist das Geheimnis des Glücks einfach nur, zu wissen, wo wir auftanken können. Egal was, einfach das was gerade benötigt wird… Ruhe und Entspannung, Kraft, Energie oder Liebe.

Und das ist soooo viel schwieriger als es klingt.

Im richtigen Moment…

Manchmal geschieht es, dass Menschen etwas Hilfreiches tun, ohne sich dessen bewusst zu sein. Etwas Kleines, genau im richtigen Moment. Ein liebes Wort, die Einladung auf einen Kaffee oder ein Glas Wein, ein Lächeln, eine kleine Unterhaltung….

Und sie wissen nicht, dass genau dies das Pflaster auf einer unserer Wunden ist. Dass das in diesem Moment einfach sehr gut tut.

Pflaster lösen sich dann irgendwann wieder, fallen ab und wir sehen, was darunter zum Vorschein kommt. Vermutlich ist noch nichts geheilt, aber es blutet nicht mehr. Der Schmerz ist gestillt für den Moment, man hat wieder Kraft.

So haben wir alle unsere Wunden und wir alle können aber auch das Pflaster sein für andere Menschen…

Schneckentempo, Sauseschritt oder Stillstand?

Vielleicht hat nichts stärker mit unserem Empfinden zu tun als die Zeit. Sekunde für Sekunde läuft sie, mündet in Minuten, in Stunden und schlussendlich in Tage. Und diese in Wochen, Monate, Jahre. In ein ganzes Leben. Ein Jahrhundert. Bis ins Unendliche. Es dauert immer genau gleich lang, alles nimmt seinen Lauf, gleichmässig und ausgeglichen.

Und doch empfinden wir es ganz anders.
Mal scheint sie zu schleichen, die Zeit. Oder gar still zu stehen. Dann, wenn wir uns auf etwas besonders Schönes freuen, will sie nicht vergehen und in besonders schlimmen Momenten scheint sie still zu stehen.
Und manchmal verfliegt sie nur so! Zum Beispiel im Urlaub! Oder an den Wochenenden! Wo montags eine Sekunde 23 Sekunden lang dauert, dauert sie an Wochenenden höchstens eine halbe.

Aber es ist nur unsere Wahrnehmung, wie so manches andere im Leben auch. Jeder empfindet es anders und nicht mal wir erleben es immer gleich. Unser Empfinden wird von vielen äusseren und inneren Einflüssen bestimmt.

In gewissen Momenten möchten wir die Zeit anhalten. Vielleicht, weil ein Moment so wunderschön ist oder so unerträglich schlimm. Und dann wird uns bewusst, dass sie trotz allem weiterläuft. Unbeeindruckt von unseren Gefühlen, unseren Wünschen oder unseren Bedürfnissen, uns hinter sich her ziehend, uns zwingend weiter zu gehen, weiter zu leben.
Von der Gegenwart, die sie zur Vergangenheit macht, in die Zukunft.
Ich fand das nicht immer gut in diesen Momenten. Aber da kann man sich sträuben so viel man will, es geht trotzdem weiter. Und es ist gut so. Denn ich finde tatsächlich, dass die Zeit zwar keine Wunden heilt, aber sie gibt uns den Raum, uns an die neue Situation zu gewöhnen, Dinge zu verändern, durch zu atmen. Und irgendwann fühlen wir uns wieder besser. Hoffentlich.
Nichts dauert für immer.* Das ist manchmal gut und das ist manchmal schlecht.
Und egal ob es uns gefällt oder nicht, es ist wie es ist.

*Obwohl manche Dinge natürlich ein Leben lang nachklingen können. Sogenannte Narben auf der Seele, die für immer schmerzen. Leider gibt es das…

Wir ernähren uns vom Interesse anderer

Interesse kommt vom Lateinischen und bedeutet „dazwischen sein“, „dabei sein“.
Als Interessen bezeichnen wir Dinge, die wir gerne tun, die uns gefallen, so wie zum Beispiel Hobbies.
Unser Interesse ist jedoch nicht nur auf „Dinge“ beschränkt, sondern vor allem auch auf Personen. Also Anteil nehmen am Leben eines anderen Menschen, ihn sympathisch finden, Dinge über ihn erfahren wollen, wissen wollen wie es ihm geht, was er so macht und eventuell Sachen mit ihm unternehmen, teilen. Interesse bedeutet immer auch, einer Person oder Sache eine gewisse Zuwendung zu schenken und auch Zeit. Und damit finde ich, ist Interesse etwas vom Wertvollsten, was man jemandem entgegen bringen kann.

Ich denke nicht, dass wir steuern können, wer oder was uns interessiert und was nicht. Bei Menschen hat das wohl viel mit der „Chemie“ zu tun, mit Sympathie. Bei Dingen mit Vorlieben.
So glaube ich auch nicht, dass ich es einem Menschen übel nehmen kann, wenn er sich nicht oder nicht mehr für mich interessiert. Kommt ja doch öfters vor. Das übel nehmen meine ich. Weil es halt nicht einfach ist, wenn von zwei Personen sich nur eine für den andern interessiert und der andere sich nicht.

Ich finde ja, dass der Mensch sich vom Interesse anderer ernährt.
Seelisch.
Ohne diese Zuwendung, ohne dass sich jemand für uns, unser Wohlbefinden, unsere Sorgen, Freuden und unser Tun interessiert, fehlt uns wohl auch der tiefere Austausch mit Mitmenschen und wir gehen daran langsam zugrunde. Werden unglücklich, einsam, krank…

Schön, dass ich nicht wirklich weiss, wovon ich gerade spreche. Oder jedenfalls nur in der Theorie.
Ich interessiere mich für sehr viele Dinge, will noch viel erfahren und lernen. Ich interessiere mich auch für Menschen. Für die, die in meinem Leben sind und immer wieder auch für andere, neue.

Ich finde ja, es gibt gar nichts Interessanteres als Menschen.

Streicheleinheiten. Für die Seele.

Wenn ich meinem Meerschweinchen ganz sanft mit dem Finger über sein besonders weiches Fell am Hals streichle, sitzt es ganz still da, hebt den Kopf an und es sieht so aus, als ob es sich nicht bewegen würde in der Hoffnung, dass ich nicht aufhöre damit.

Genau so mache ich es, wenn mir jemand mit sanften Fingern über die Seele streichelt…