Auf dem Totenbett

Irgendwann….

Das Totenbett, wie man es so schön nennt… Vermutlich ist es wünschenswert, dass es ein Bett ist und wir im hohen Alter, ansonsten gesund, sanft und friedlich entschlafen können. So wünschen es sich jedenfalls viele. In der Realität ist das Totenbett nicht immer ein Bett und der Tod holt sich die Menschen auch nicht immer sanft und schlafend.
Ich glaube, ich spreche für die meisten von uns, wenn ich sage dass wir nicht soooo gern an den Tod denken und wohl auch nicht daran, wann und wie wir wohl eines Tages sterben werden…

Man sagt ja so oft, dass einem in wenigen Sekunden das ganze Leben vor den Augen abläuft, wenn etwas Schlimmes passiert. Und so stelle ich mir das sterben vor. Vielleicht ist die Ursache unseres Todes eine Unwichtigkeit. Für den Sterbenden. Für die Mitfühlenden und Trauernden natürlich nicht. Für die ist die Ursache des Todes von grosser Wichtigkeit. Wir möchten nicht, dass der Verstobene leiden musste. Manchmal dauert das Sterben lange und ist schwer auszuhalten, Leidens- und Krankheitsgeschichten gehören da mit dazu. Wir gönnen jedem einen schmerzlosen Tod, denke ich.

Es gibt Menschen, die warten auf den Tod, aus welchen Gründen auch immer.
Es gibt Menschen, die wollen nicht sterben, müssen aber.
Es gibt Menschen, die ahnen nichts davon, dass sie morgen nicht mehr leben werden.
Und es gibt Menschen, die den Tod für sich wählen und ihn selbst herbei führen.

Der Tod kann Erlösung sein. Kann.
Der Tod ist aber auch immer ein Verlust. Jemand wird dem Leben entrissen, uns entrissen. Und wir wollen das nicht.
Wir trauern, weil wir eine Person vermissen. Weil wir ihr noch so viel Leben gegönnt hätten und weil wir all das mit ihr erleben wollten. Wir trauern, weil die Liebe die nun gestorben ist, ein Loch in uns hinterlassen hat. Ein Loch, dass all die Tränen der Welt nie füllen werden.

Der Tod macht uns Angst, wir verstehen ihn nicht.

Was auch immer an unserem letzten Tag, in unseren letzten Minuten und Sekunden passieren wird und wie es passieren wird, ich stelle es mir so vor:

Ich glaube, dass tatsächlich während dem Sterben dein Leben vor deinem inneren Auge nochmals abläuft. Dir werden Erinnerungen zugeführt. Erinnerungen, die nichts mit beruflichen Erfolgen und Reichtum zu tun haben. Sondern Erinnerungen, die nur auf Gefühlen basieren, auf Menschlichkeit.

Du siehst nochmal die Momente, in denen du Gutes getan hast. Situationen, in denen du jemanden sehr glücklich gemacht hast. Situationen, in denen du jemandem geholfen oder dich eingesetzt hast. Situationen, in denen du fair und selbstlos warst, freundlich und menschlich.
Du fühlst die Liebe und die Dankbarkeit all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und er gibt dir Kraft für all das, was da nun kommen werde…

Und du siehst auch die Momente, in denen du jemandem sehr weh getan hast. Situationen, in denen du unehrlich warst, gelogen und betrogen hast. Situationen, in denen du Menschen verletzt und ihnen grosse Schmerzen zugefügt hast.
Du fühlst den Schmerz, die Wut, den Hass und die Ohnmacht all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und genau so wirst du sterben.

Das klingt vielleicht hart, aber für mich bedeutet genau das Karma. Ich glaube, dass Karma schon im Verlauf des Lebens zum Tragen kommt, ich habe darüber ja schon mal geschrieben. (Zum Nachlesen: Karma)
Und ganz am Schluss werden wir nochmal Verantwortung tragen für unser Verhalten andern gegenüber, das kann gut oder schlecht oder ein bisschen von beidem sein.

2 Antworten auf „Auf dem Totenbett

  1. Es heißt, wenn man vom Tod träumt, kommt dieses einem Anfang gleich. Sterben ist etwas Natürliches und wir sollten alles tun, um diesen die Angst zu nehmen. Jeden Tag kommen wir dem Tod schließlich näher…

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  2. Wenn man schon einmal kurz davor war verliert der Tod seinen Schrecken. Man freut sich, es noch einmal geschafft zu haben, genießt jeden neuen Tag. Man weiß, es wird eines Tages zu Ende sein, unausweichlich aber auch unspektakulär. Einfach so. Man geht und andere bleiben. So soll es sein.

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