Herzen bauen keine Mauern

Ich möchte behaupten, es lebt sich entspannter und viel glücklicher, wenn man sich vom Negativen so gut es geht fern hält und das Leben mit Blick auf das Positive geht. Einfacher scheint es im ersten Moment nicht immer, aber ich glaube, das ist zum Teil auch Übungssache, wie so manches andere auch.

Wir Menschen machen unsere Erfahrungen, positive wie negative oder um es weniger wertend zu sagen, solche und solche. Die positiven nehmen wir so gern als gegeben und selbstverständlich an, wir vergessen schnell und gehen weiter im Glauben, dass das normal ist so. Die Erfahrungen, die uns jedoch traurig machen, erschüttern, die Angst machen oder enttäuschen, die bleiben in unseren Köpfen für eine sehr lang Zeit stecken, versinken in unser Gedankengut und verfestigen sich. Als Folge davon werden wir im Umgang mit andern vielleicht vorsichtiger, wir vertrauen weniger schnell, wir sind voreingenommen und dadurch schränken wir uns und auch andere ein. Das ist ja auch ganz normal, denn man lernt ja aus seinen Erfahrungen. Gut so, denn das ist schlussendlich nichts anderes als Selbstschutz.

Schlussendlich ist es aber tatsächlich so, dass eine oder zwei oder vielleicht auch fünf oder sechs schlechte Erfahrungen zB mit Männern zwar sehr verletzend sind und einem in seinen Grundsätzen und -mauern bis ins Tiefste erschüttern können, aber trotzdem nicht auf alle bezogen werden können.
Kennt man einen, kennt man alle. So ist das nämlich nicht. Kennt man einen, kennt man eben halt nur den einen. Dasselbe ist auf sämtliche andere Erfahrungen, die man macht, übertragbar.
Ich habe mit diesem Text schon vor ein paar Tagen begonnen und lustigerweise hat mich gestern Morgen jemand im Gespräch gefragt, was meine Trennungs-Erfahrung mit mir gemacht habe betr. Männerbild. Ob ich zur Männerhasserin geworden bin, wie man es manchmal von Frauen hört (und umgekehrt von Männern vielleicht genauso). Und nein, das bin ich tatsächlich nicht. Aber schon zurückhaltend(er), kritischer und nicht mehr so begeisterungsfähig wie vielleicht vor 20 Jahren. Das muss aber nicht unbedingt die Erfahrung sein, vielleicht liegt es auch an meinem Alter. Und wenn ich komische Erfahrungen mit komischen Männern mache, ist es mir auch immer bewusst, dass das nur dieser eine Mann ist und dass andere nicht in diese Schublade passen. Ich tendiere in keinem meiner Denk- und Meinungsbereiche zur Verallgemeinerung oder Radikalisierung.

Und trotzdem prägen uns Erfahrungen natürlich. Schlussendlich alle. Ich wäre eigentlich dafür, wenn es um Erfahrungen geht, die Wertung „positiv“ oder „negativ“ wegzulassen, denn es sind ja einfach nur Erfahrungen, aus denen unser ganzes Leben besteht. Da gibt es sooo vieles, was zwischen gut und schlecht liegt.
Erfahrungen können noch so schlecht und niederschmetternd sein, am Ende kommts drauf an, was man daraus macht. So eine Erfahrung ist ja meist auch nur eine Momentaufnahme, den weiteren Verlauf bestimmen sehr oft wir selbst. Eine äusserst positive Erfahrung, ein grosses Glück kann sich unter Umständen ganz schnell in Luft auflösen und eine sehr schlechte Erfahrung kann uns eventuell auf einen Weg führen, auf dem wir schöne Erfahrungen machen, die wir ohne diese nicht gemacht hätten.
Ich würde behaupten, meine Erfahrungen waren wirklich nicht alle willkommen und auch nicht alle notwendig. Schlussendlich haben sie mich reich (an Erfahrung) und irgendwie reifer gemacht. Und halt zu dem, was oder wer ich bin. Das kann man gut oder schlecht finden, aber für mich ist das ganz okay so. Dass nicht alle Erfahrungen so wunderbar waren wie man es sich wünschen würde, hat mich mental stärken lassen.
Ich glaube, das geht nicht allen so, ich weiss nicht woran es liegt. Es gibt Menschen, die zerbrechen an Erfahrungen, werden mürbe oder verbittert, verschliessen sich oder werden krank. Ich weiss nicht, ob man diesen Vorgang selbst steuern kann oder ob die Fähigkeit des „Vorwärts schauens und das Beste draus machens“ einem im die Wiege gelegt wird oder geübt werden kann. Fakt ist, dass nicht alle dieselben Voraussetzungen mitbekommen und zwar auf verschiedenen Ebenen, zB kognitiv, psychisch, physisch, familiär. Das ist nicht zu werten. Das was man mitbekommt ist sozusagen die Starthilfe und dann kommt man selbst zum Zug, auch wieder jeder mit unterschiedlichen Möglichkeiten und auch unterschiedlichen Auslegungen von Eigenverantwortung.

Egal für welchen Weg man sich entscheidet – und das ist schlussendlich jedem selbst überlassen – ich finde es schade, wenn sich jemand für den lebenslangen Tunnel entscheidet. (Und ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Entscheidung nicht jedem zur freien Verfügung steht.) Es ist viel schöner, wenn auch anstrengend, sich immer wieder einen Ausgang zu suchen, sich aus Krisen zu erheben und dran zu wachsen. Ich glaube, das ist eine Art von Freiheit.
Es ist viel schöner, die Mauern, die das Gehirn baut, gleich selbst wieder abzureissen, bevor sie zu hoch und zu dick werden und offen zu bleiben. Denn nur so ermöglicht man sich ganz viele weitere Erfahrungen – wiederum jeglicher Art, aber auch ganz bestimmt mit dieser Grundeinstellung auch viele, viele schöne.

Man sagt so oft, dass man sich eine Mauer ums Herz herum aufbaut, um sich zu schützen.
Aber ich glaube, Mauern baut man sich im Kopf, aber nie im Herzen.



Same procedure again…

Vielleicht gibt es nichts interessanteres als ein Menschenleben, denn wo Menschen leben passiert ganz schön vieles. Viel Alltägliches, viel Routine, viel Schönes, Neues und Wunderbares. Viel Trauriges, Schreckliches und grosse Schicksale.

Für jeden ist wohl das eigene (Er-)Leben der Massstab, an dem andere gemessen werden. Manchmal finden wir, dass unser Erlebtes das Tollste ist und manchmal das Schlimmste von allen. Manchmal denken wir, wir müssten am meisten tragen, am meisten erdulden und erleiden. Wir wünschen uns irgendwas (eine Freundin, ein Kind, ein Auto, heiraten, einen neuen Job, ein Erlebnis, Ferien, einen Hund….), erreichen (bekommen, kaufen…) es…
Und dann dauert es nicht lange und es wird zur Routine. Wir haben uns dran gewöhnt, kennen es in- und auswendig, sooooo interessant ist es gar nicht mehr, wir langweilen uns damit ein bisschen…
Wir wünschen uns, aus der Routine ausbrechen zu können, möchten etwas Neues, Anderes erleben, finden unseren Alltag öde und zu unspektakulär. Immer dieselben Abläufe, derselbe Trott…

Manche brechen dann tatsächlich aus, erleben Neues und Spannendes und fühlen sich damit auch selbst wieder begehrenswerter und interessanter… und auch das Neue wird irgendwann Alltag. Same procedure again…

Bei andern ist es andersrum. Sie werden aus dem Alltag rausgerissen, weil irgendwas passiert. Etwas, was unsere ganze Aufmerksamkeit fordert, unsere ganze Energie und uns in sich aufsaugt. Zum Beispiel, wenn man der Partner einer solchen Person ist, die etwas Neues erleben will bzw es tut. Oder halt andere Sorgen, es gibt davon ja genügend und für jeden seine ganz persönlichen kleineren oder grösseren Katastrophen.

2020 ist ja so ein Jahr. Das hat es wirklich in sich.
Es ist mein zweites Jahr seit der Trennung. Man sagt, das erste sei das schwierigste und das war es auch, in vielerlei Hinsicht bzw vermutlich vor allem, weil die persönliche Befindlichkeit noch krisenhaft und ansonsten alles neu und ungewohnt war.
Jedenfalls erinnere ich mich sehr gut an Ende 2019. Ich habe mich auf 2020 gefreut. Auf ein Jahr, das besser werden sollte und noch ein bisschen einfacher vielleicht. Wieder ruhiger werden, vielleicht sogar wieder ein bisschen glücklich manchmal… Nicht, dass ich das 2019 nie war, aber da war bzw ist noch viel Luft nach oben.

Und dann kam Corona mit all seinen Konsequenzen. Das wäre eigentlich schon genug, noch mehr Schwierigkeiten braucht echt keiner. Aber wir wissen es ja. Da wo ein Hund hin pisst, pissen dann all die andern auch hin.
(Ich hab gedacht, ich erfinde mal ein neues Sprichwort. 🙂 )

Ich kann sagen, Corona selbst hatte auf mich keine allzu grossen Auswirkungen. Während des Lockdowns natürlich schon, wie in verschiedenen Texten beschrieben. Ich fand das furchtbare zwei Monate und hätten die noch länger gedauert, ich hätte es nicht mehr geschafft, alles unter einen Hut zu bringen. Während einige die Ruhe und das Nichtstun sooo sehr genossen haben und dies sogar in Langeweile überschwappte, waren für mich bei Homeschooling und Arbeit 24 Stunden pro Tag zu wenig. Und ich sehr unentspannt. Gut, dass es dann mal vorbei war bzw. der Lockdown und ein paar Massnahmen gelockert wurden.
Seitdem fühle ich mich eigentlich nicht eingeschränkt, mein Leben verläuft ziemlich normal. Ausser dass ich mich auf Abstand achte und wirklich viel weniger soziale Kontakte habe, ist alles normal. Und wir sind gesund geblieben bisher, das ist gut.
Ich rege mich nicht darüber auf, dass ich weder auf Konzerte noch auf Parties kann, denn das tu ich aus andern Gründen sowieso schon länger nicht mehr. Also gehts mir eigentlich ganz gut, trotz den Massnahmen, die wir einhalten, um Corona möglichst nicht weiterzuverbreiten.

Aber es ist echt viel anderes dieses Jahr. Ich löse eine schwierige Situation und schwupps, die nächste ist schon da. Es ist tatsächlich momentan ziemlich energieraubend, sich die meiste Zeit über irgendwas grosse Sorgen zu machen. Und es ist schwierig, dies zu machen, ohne dass das Kind etwas davon mitbekommt. Ich versuche es, aber es ist nicht mehr immer möglich zur Zeit.

Natürlich schaffe ich es. Ich schaffe alles. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt keine Alternative. Es sind immer Dinge, die ich im Moment zwar als dramatisch erlebe, wohl weil meine Energie schwindet, die aber lösbar sind.
Ich schaue in die Welt hinaus und sehe ganz andere Probleme. Die richtig grossen. Andere Menschen, die mit Situationen zu kämpfen haben, in denen es ihnen nicht möglich ist, selbst eine Lösung zu finden. Zum Beispiel all die Menschen, die aus ihrem Zuhause geflüchtet sind, in Moria eingepfercht waren und jetzt irgendwo sind. Viele wohlhabende Länder, viele wohlhabende Menschen rundherum wollen davon nichts wissen.
Rassismus nimmt zu. Rechtsradikales Denken. Und es wird geduldet, ja sogar unterstützt. In der Schweiz, in Deutschland, in den USA.
Menschen haben Angst. Die einen, dass sie eingeschränkt werden. Ihrer Rechte beraubt. Sie schreien es raus, sie wollen keine Diktatur, keine Massnahmen gegen Corona. Flüchtlinge sollen dort bleiben wo sie sind oder gleich zurück in ihr Land gebracht werden. Die SVP nennt die Flucht „eine Reise ins Traumland“. Es wird nicht weit gedacht, nicht in die Weite geschaut. Die Angst ums eigene Portemonnaie verhindert so manches, egal in welchem Bereich… Umweltschutz, Flüchtlingswesen, Corona und Gesundheitswesen…
Es geht ums Geld. Einige Musiker oder Künstler stellen sich gegen die Corona-Massnahmen, hetzen und motivieren auch andere sich aufzulehnen. Aber ist dieses Engagement ehrlich oder gehts da einfach nur um die eigenen Interessen? Natürlich verstehe ich, dass sie schon eine Weile wenig oder gar kein Geld verdienen können und das ist schlimm. Aber vielleicht sollte man da sein Beweggründe doch ein wenig mehr hinterfragen?

Jeder von uns hat ein einziges Leben, das er leben muss oder im besten Fall darf. Jeder hat ein Recht auf ein schönes Leben. Ich finde es nicht in Ordnung, dass zu meinen Gunsten andere leiden müssen oder der Planet kaputt gemacht wird. Ich bin fürs Miteinander und fürs Einander helfen, auch wenn sich das nicht immer so einfach gestaltet. Ich würde mich immer für die Schwächeren einsetzen. Leider ist es so, dass dies sehr oft auf der finanziellen Ebene statt findet und genau da sind mir momentan recht die Hände gebunden. Aber irgendwann wird dies anders aussehen. Und das Finanzielle ist nur ein Teil der Unterstützung, es gibt noch andere.
Typischerweise schweife ich wieder mal ziemlich ab…

Also. Zurück zum 2020.
Ich hatte mir für dieses Jahr ja vorgenommen, mich wieder mehr am sozialen Leben zu beteiligen. Mich wieder öfter mit andern treffen. Freundschaften pflegen. Vielleicht sogar im Leben neuer Menschen aufzutauchen bzw. sie bei mir. 2020 macht es mir nicht einfach, muss ich sagen. Aber es ist, wie es ist. Als alleinstehende Frau mit Kind fühle ich mich aber tatsächlich ziemlich isoliert manchmal. Ich habe voll Bock drauf, Menschen zu begegnen, hinter deren Fassade zu gucken und Lebensgeschichten zu hören. Ist dies nicht irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens?
Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass es mir fehlt, meine Gedanken oder halt auch meine Sorgen mit jemandem besprechen zu können. Es ist nie jemand da, der zuhört, wenn ich krank vor Sorge bin oder mich in etwas hineinsteigere. Niemand, der sich wirklich interessiert. Niemand, der mit mir am gleichen Strick zieht. Mir fehlt kein Partner, ich wünsche mir auch keinen. Aber trotzdem vermisse ich diesen Teil. Ich kann das nicht alles in mir drin behalten, denn das macht mich krank. Aber teilen kann ich es auch nicht bzw ein paar Dinge erzähle ich schon, ich bin da ja eher offen. Aber das ist längst nicht alles und genau das, was man nicht erzählt, plagt einem doch irgendwie tief drinnen ganz besonders stark.
Das ist wohl der nächste Punkt, an dem ich arbeiten werde und dann kommt dann wieder ein neues Thema. Wir kennen es….

Das Reifen und Entwickeln hört nie auf und irgendwie ist es wohl gut so.
Und ich wünsche mir ein kleines bisschen mehr Routine und Alltag und gleichzeitig auch ein kleines bisschen mehr Abwechslung, spannende Menschen, mehr Kommunikation.

Ende.

Dinge gehen zu Ende, es ist unweigerlich so. Immer. Unendlichkeit existiert in einem menschlichen Leben nicht und wenn doch, dann nur in unseren Wünschen und Träumen.

Enden sind manchmal ganz okay und manchmal überhaupt nicht.

Was bin ich jedes Mal traurig, wenn ich ein gutes Buch (eigentlich viel zu schnell) zu Ende gelesen habe und es irgendwie nicht genügend genossen habe? Verschlungen, Sätze überlesen, um möglichst schnell alles in mir aufzusaugen. Und am Ende bleibt immer ein kleines Bisschen Leere und es dauert eine kleine Weile, bis ein nächstes Buch diese wieder auszufüllen vermag.

Wir freuen uns auf einen besonderen Augenblick oder einen Tag, auf Weihnachten, Urlaub und Geburtstage und wenn wir ehrlich sind, ist vielleicht die Vorfreude viel ergiebiger als der Moment selbst, denn sie dauert unter Umständen viel länger und lässt uns erschaudern, glücklich sein und uns alles in den schönsten Farben ausmalen. Wenn der besondere Moment dann da ist, ist er auch schon wieder vorbei und was bleibt, sind Erinnerungen.

Gerade gestern habe ich darüber geschrieben, wie es ist wenn ein Leben endet. Ein Ende und ein Abschied für immer und auch für ewig, obwohl ich gerade eben geschrieben habe, dass es die Unendlichkeit gar nicht gibt. Und doch scheint es sie zu geben, nämlich im Tod. Im Nichts. Oder auch nicht. Niemand weiss es, einige glauben irgendetwas.

Freundschaften enden, Menschen leben sich auseinander, finden neue, interessantere Menschen, mit denen sie sich verbinden und Zeit verbringen möchten. Das ist der Lauf der Zeit. Normal. Und doch ist auch das manchmal mit loslassen verbunden und loslassen ist vielleicht mit losreissen verbunden und vielleicht tut das dann einem von beiden mehr weh als dem andern.
Und manchmal ist längst nicht alles ein Ende, was wie ein Ende aussieht. Manchmal ist es nur ein Warten, ein Zwischenraum und die Angst vor dem Ende, die uns etwas zusammenphantasieren lässt.

Ich glaube, wir füllen so manche innere Leere mit einem Menschen. Einem, der ganz genau das ist, was wir brauchen. Ganz genau das, was uns glauben macht, wir wären nicht leer, nicht zerbrochen. Es ist schön, dass es das gibt. Und aber auch unschön, wenn dieser Mensch dann nicht mehr da ist, denn dann werden wir auf unser inneres Leer-Sein zurück geworfen und das ist vielleicht das allerschlimmste Gefühl von allen.
Leere ist schwer auszuhalten. Für mich jedenfalls.
Und dennoch tu ich es, wenn sie mal da ist. Muss.

Ich glaube, wenn wir vermögen, alle diese leeren Stellen in unseren Herzen selbst auszufüllen und wir mit uns selbst zufrieden und glücklich sind, dann sind wir bereit für die Liebe. Denn dann brauchen wir nicht mehr, kompensieren wir nicht mehr, sind wir nicht mehr abhängig, sondern sind wirklich frei für jemanden.

Der Tag, an dem meine Mutter starb.

Mein Grossvater ist gestorben, als ich sechs war. Ich kann mich daran erinnern, dass er zuhause im Bett lag und sehr krank war und meine Patentante mit mir ins Zimmer ging, damit ich mich von ihm verabschieden sollte. Ich wollte nicht, auch daran erinnere ich mich, musste aber.
Das war der Vater meines Vaters. Der andere Grossvater ist vor meiner Geburt gestorben. Ich glaube, er war so um die 50 und hatte einen Herzinfarkt. Das war ein paar Tage vor der geplanten Hochzeit meiner Eltern und so kam es, dass an diesem Tag statt eine Hochzeit eine Beerdigung stattfand.
Meine Grossmütter wurden beide sehr alt und obwohl ich sie sehr geliebt habe und natürlich traurig war, war ihr Tod irgendwie okay für mich. Das klingt jetzt bestimmt falsch. Ich will damit sagen, dass wenn jemand über 90 ist, der Tod halt nicht mehr so unerwartet und plötzlich kommt wie dann, wenn jemand jünger ist. Wir kennen die Lebenserwartung des Menschen in ungefähr und müssen damit leben, dass keiner 150 oder 200 wird. Traurig ist das natürlich trotzdem, man versteht es aber vielleicht einfach besser.
In vielen meiner Kindheitserinnerungen kommen meine Grossmütter vor, besonders die eine, und ich denke auch Jahre nach ihrem Tod noch viel an sie. Nicht mehr so vermissend, aber liebevoll und dankbar. Das sind einfach super Erinnerungen.

Eine ganz andere Erfahrung machte ich mit dem Tod, als er sich meine Mama holte. Sie war seit etwa einem Jahr krebsfrei. Ich glaube, wir gewöhnten uns langsam daran, uns keine Sorgen mehr zu machen und entspannter zu sein, als sie starke Rückenschmerzen unbekannter Herkunft bekam. Die gingen nicht mehr weg. Als es immer schlimmer wurde, half ich ihr viel im Haushalt, nahm ihr Arbeiten wie z.B. das Einkaufen und die Wäsche ab.
Ich glaube, ich hatte damals das Thema Krebs total ausgeblendet, was mir jetzt sehr schräg vorkommt. Es war doch irgendwie offensichtlich, dass er zurück war… Aber ich wusste es nicht oder wollte es nicht wissen. Oder vielleicht erinnere ich mich total falsch an all das, ich weiss es nicht. Leider kann ich niemanden mehr fragen, der das wüsste.
Irgendwann musste sie dann ins Krankenhaus, war etwa zwei Wochen dort und verliess es nicht mehr lebend. So schnell ging das. Dort erfuhr ich, dass sie wieder Krebs hat und zwar jetzt einfach überall, es war zu spät für alles. Es war ein Schock. Und alles ging viel zu schnell.

Die letzten drei Tage lag sie auf der Intensivstation. Am Abend bevor sie starb waren mein Vater, mein Bruder und ich noch bei ihr. Sie stand unter Morphium und war aber noch bei Bewusstsein. Sie sagte, dass sie noch nicht sterben will.
Am nächsten Morgen hätte ich eigentlich Schule gehabt. Ich hatte dieses komische, unruhige und ungute Gefühl schon beim Aufwachen, diese Vorahnung… und statt in die Schule fuhr ich früh morgens schon ins Krankenhaus. Dort wurde ich von einer Ärztin empfangen und in ein Zimmer geführt, wo sie mir erklärte, dass sich der Zustand meiner Mutter sehr verschlechtert habe und ich nun entscheiden müsse, ob man sie künstlich beatmen soll oder nicht. Sie empfahl es nicht, denn eine Chance aufs gesund werden gäbe es nicht und der Beatmungsschlauch könnte zusätzliche Infektionen hervor rufen.

Aber gestern Abend hat meine Mama ja noch gesagt, sie wolle nicht sterben….

Ich wollte zu ihr.
Sie war noch bei Bewusstsein, konnte aber nicht mehr sprechen. Ich fragte sie, ob die Ärzte es ihr erklärt hätten und sie nickte. Und dann fragte ich sie, ob sie einverstanden sei und sie nickte wieder…. Ich bin auch nach 22 Jahren noch wahnsinnig dankbar dafür, dass sie noch zustimmen konnte.
Ich rief meinen Vater an, der bei der Arbeit war und gleich los fuhr. Und dann fuhr ich nach Hause zu meinem Bruder, um ihm alles zu erklären und ihn abzuholen. Er hatte drei Jahre zuvor einen ganz schlimmen Motorradunfall mit bleibenden Schäden erlitten und war zu dieser Zeit noch in Rehabilitation.
Als wir im Krankenhaus ankamen, war meine Mutter nicht mehr bei Bewusstsein.

Ich hatte mal gelesen, dass Menschen manchmal ganz lange nicht sterben bzw. loslassen können, weil sie denken, es ginge nicht ohne sie. Meine Mutter hat wahnsinnig gelitten, als mein Bruder den Unfall hatte und an den Folgen fast gestorben war. Es war eine unerträglich schlimme Zeit für die ganze Familie und ganz besonders für meine Mutter.
Er hatte sich unterdessen einigermassen erholt, war aber noch in Rehabilitation. Viele Therapien usw. Und sie begleitete und unterstützte ihn bei allem, denn er konnte alleine nirgends hin und war noch sehr eingeschränkt in seinen Bewegungen und auch sonst. Ich wusste, dass sie sich grosse Sorgen um ihn machte.
Ich fragte meinen Bruder, ob ich ein paar Minuten allein mit ihr sein dürfe und sagte ihr in dieser Zeit, dass Papa und ich auf meinen Bruder aufpassen werden, dass sie sich keine Sorgen machen solle und dass sie gehen darf.
Danach dauerte es nur noch ein paar Minuten bis das Gerät, an dem sie hing, anfing zu piepen und den Herzstillstand anzeigte.
So tapfer wie das alles klingen mag, ich war nicht tapfer. Nur vernünftig und ich wollte sie nicht mehr leiden sehen, ich hielt das nicht aus. Ich wollte nicht, dass sie stirbt. Ich wollte, dass alles wieder gut wird, dass sie gesund wird und alles einfach vorbei ist. Aber ich wusste, das wird nicht geschehen, also sollte sie loslassen und in Frieden sterben können.

Mein Vater kam erst kurz nach ihrem Tod an und das war gut so. Ich glaube, meine Mutter hat gewusst, dass er das nur schlecht hätte ertragen können.

Nun war sie also tot, meine Mutter. Viel zu früh.
Irgendwie war das immer mein Alptraum und etwas, was ich mir nie vorstellen konnte. Ein Elternteil zu verlieren. Ich wurde mit dieser Situation relativ früh in meinem Leben konfrontiert und ich muss sagen, ich war nicht bereit dafür. Es hat wirklich sehr lange gedauert, bis ich da einigermassen drüber hinweg gekommen bin.

Ostern 1995 war der Unfall meines Bruders und im September 1998 ist meine Mutter gestorben. Mich hat das beides durchgeschüttelt und ich glaube, ich hatte nach dem ersten Ereignis gar nicht genug Zeit, wieder richtig Boden unter den Füssen zu bekommen, als er mir erneut weg gezogen wurde. Ich wusste es damals nicht, aber jetzt denke ich, dass ich traumatisiert war. Ich hatte Angstzustände. Verlustängste. ich erinnere mich gut daran, wie ich jedesmal Panik hatte, wenn ich die Sirene der Ambulanz durchfahren hörte. Diese Angst, es sei meinem Bruder oder meinem Vater etwas passiert und die ging erst weg, wenn ich anrief und fragte, ob alles okay ist. Natürlich war immer alles okay, nur ich nicht, ich war gestört. (Mit der Zeit ging das dann aber wieder weg, unterdessen bin ich wieder ziemlich normal.) Ich hatte auch jahrelang Schuldgefühle, weil ich sie damals nicht aufgefordert habe, zu kämpfen, zu überleben und nicht aufzugeben… Sehr, sehr lange. Unterdessen nicht mehr. Es war alles richtig, so wie es war.
Mein Bruder konnte damit viel besser umgehen als mein Vater und ich, ich glaube, das hat mit seiner Hirnverletzung zu tun. Papa hat nicht viel darüber geredet, aber ich weiss, dass er es schwierig fand.

Neun Jahre später starb er ja dann auch an Krebs. Von dieser Begegnung mit dem Tod erzähle ich ein anderes Mal, es ist genug für heute. Als ich kurz nach seinem Tod die Wohnung räumte, waren all die Anziehsachen usw. von meiner Mama immer noch im Kleiderschrank und das tat mir damals so Leid. Ich glaube, er fand das alles viel schwieriger als ich wusste und ich hätte mehr für ihn da sein sollen, habe es aber nicht gemerkt und nicht gekonnt zu dieser Zeit.

Das alles ist 22 Jahre her und mir geht es sehr gut. Ich vermisse meine Mutter an manchen Tagen oder in manchen Situation noch, aber nicht mehr so oft und nicht mehr so schmerzlich wie am Anfang. Aber seit ich selber Mutter bin und halt seitdem ich alleinerziehend bin. Ich hätte es meinem Kind so gegönnt, Grosseltern zu haben und meinen Eltern, mein Kind zu kennen, weil es so ein tolles ist.
Aber im grossen und ganzen habe ich mich längst daran gewöhnt, dass sie nicht mehr da sind. Ich muss ehrlich gestehen, dass die Erinnerungen an meine Mutter langsam verblassen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie sie jetzt wäre, 22 Jahre älter…

Und so heilt die Zeit vielleicht doch ein wenig die Wunden, wenn wir sie nur lassen…







Homeschooling (from hell)

So. Diesen Text schreibe ich mit erhöhtem Blutdruck und Puls bis oben hinaus, er ist also vermutlich nicht sehr objektiv.

Homeschooling. Seit Wochen.
Als die Schulen ja ziemlich plötzlich (und doch erwartet) geschlossen wurden, konnten wir ein paar Tage später in der Schule Aufgaben abholen, die für eine Woche reichten. Eine Woche später bekamen wir dann einen riesigen Stapel Aufgaben, die dann gleich bis zu den Osterferien reichten. Es war wirklich sehr viel und die Eltern mussten das alles selber einteilen und strukturieren. Ich muss sagen, wir haben da wirklich immer sehr fleissig und gewissenhaft dran gearbeitet und zwar mehr als 2 Stunden am Tag, denn sonst hätten wir diese vielen Aufgaben nie im Leben geschafft. Nach den Osterfeiern gabs dann nochmal Aufgaben für zwei Wochen. Die waren in Wochenaufgaben unterteilt und es war wiederum wirklich sehr viel. Letzte Woche haben wir alle obligatorischen Aufgaben geschafft. Knapp. Und mir wirklich grossen Zeitaufwand und Disziplin.
Und diese Woche…. ich weiss es nicht…

Irgendwie ist die Luft raus. Bei mir und beim Kind. Die letzten Wochen waren anstrengend. Ich habe wie immer gearbeitet – naja, eigentlich war ich die Hälfte der Zeit krank, ich hatte eine Nierenbeckenentzündung. Beim ersten Kranksein durfte ich nicht zum Arzt, mir wurden 10 Tage Isolation verschrieben. Danach habe ich eine Woche gearbeitet, obwohl ich mich immer noch nicht soooo gut gefühlt habe. Danach waren die Schmerzen im unteren Rücken unerträglich und ich bestand darauf, in die Praxis zu dürfen. Und dann war das eben eine Nierenbeckenentzündung. Antibiotika 1 schlug nicht an, also drei Tage später Antibiotika 2. Das half dann.
Während der ganzen Zeit habe ich jeden Morgen zwei bis drei Stunden Homeschooling gemacht mit dem Kind, obwohl ich mich hundeelend gefühlt habe. Und während den Arbeitswochen natürlich auch. Das sind morgens zwei bis drei Stunden bzw. eher mehr plus Haushalt und kochen und dann nachmittags arbeiten gehen. Wenn das Kind bei seinem Vater war, habe ich gearbeitet. Ich hatte also jetzt zwei Monate nie eine Minute für mich oder zum Ausruhen.

Ich bin unterdessen wieder gesund. Noch müde von diesen Medikamenten und meine Verdauung ist ganz durcheinander vom Antibiotika.

Wir sollten jetzt gerade an den Aufgaben für die Schule sitzen. Das Kind bockt seit mehr als einer Stunde. Der Morgen war gut, ich habe gearbeitet und sie war gut gelaunt. Der Mittag war auch gut. Und als es dann losgehen sollte mit der Schule, ging es los mit Theater. Total quer gestanden. Das ganze Programm.
Wir hatten in den vergangenen Wochen auch zwischendurch ähnliche Phasen, im grossen und ganzen ging es aber gut. Ich empfand das ganze Homeschooling aber als wahnsinnig viel Druck. Ich will, dass das gut klappt und dass mein Kind nach diesen Lockdown-Wochen kein Defizit hat, nur weil es eine alleinerziehende Mutter hat, die arbeitet und deswegen weniger Zeit für all das hat als eine Mutter, die zuhause ist oder sogar einen Mann zuhause hat, der mithilft, mit dem sie austauschen kann, der mal entlastet usw. Ich weiss, dass man sich als Alleinerziehende immer besonders beweisen muss. Da wird schnell mit dem Finger drauf gezeigt und was bei andern normal ist, ist bei Alleinerziehenden ganz schnell „sie hat es nicht im Griff“.

Also heute läuft jetzt also nichts mehr. Ich bin heute nicht ruhig und ausgeglichen geblieben, ich habe das Kind lauthals zusammengeschissen, ja tatsächlich. Hilfreich ist sowas ja nicht, ich weiss. Das hat vermutlich den Trotzanfall des Kindes jetzt verdoppelt…
Ich fühle mich deswegen nicht besonders gut, muss ich sagen. Aber ich bin auch nur ein Mensch.

Eigentlich bin ich echt ganz nah dran, das ganze Homeschooling aufzugeben. Ich kann echt nicht mehr….

Wie läuft das wohl bei andern Familien so?

Lichter

Heute ist ein grauer Tag im November. Ende November schon bald. Manche mögen sagen, dass der November so ist. Nur so. Ich würde mal behaupten, dass der November der Montag unter den Monaten ist. Eigentlich nicht ganz zurecht, wie ich finde. Wir hatten dieses Jahr extrem viele heisse Tage und wirklich viel Sonne. Auch im Oktober und November. Sooooo schlecht war es bis jetzt wirklich nicht.

Und trotzdem ist es abends früh dunkel. Ich kann es schon verstehen, dass es Menschen gibt, die das nicht mögen. Wenn es draussen dunkel ist, ist man irgendwie von der Umwelt abgeschnitten, so kommt es einem jedenfalls fast vor. Vorhänge werden zugezogen, damit nicht jeder hinein sieht und schon ist man allein in seinen vier Wänden.
Ich finde das nicht schlimm. Eigentlich ganz im Gegenteil. Ich mache es uns gemütlich. Mit Licht zum Beispiel, egal ob elektrisch oder Kerzenlicht. Oder mit beidem. Ich mag das auch ganz gern, muss ich sagen. Aber ich bin auch nicht allein und mir geht es gut. Vielleicht ist es das, was den Unterschied macht.

Und doch bin auch ich in dieser Zeit nachdenklicher. Ich denke mehr nach und das tu ich auch sonst schon ziemlich viel. Das ist ja nichts negatives. Aber ich denke da schon auch öfter an Dinge, die mich traurig machen. Über meine Verluste zum Beispiel.
Am 13. November ist der Todestag von meinem Paps. Es war vor 12 Jahren, als er am 13. November meinen Anruf nicht beantwortete und ich intuitiv wusste, dass er nicht mehr lebt. So habe ich ihn dann tot in seinem Bett gefunden. Erlöst vom Speiseröhrenkrebs. Für mich zu früh und zu plötzlich.
Ich habe schon ein paar Mal davon geschrieben, ich werde mich nicht wiederholen. Und trotzdem. Wenn ich an meinen Vater denke, denke ich natürlich im gleichen Atemzug auch an meine Mama. Sie ist schon so lange tot, dass ich mich kaum an sie erinnern kann. 21 Jahre. Unterdessen wäre sie eine ältere Frau, die Grossmutter meines Kindes. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie das wäre. Wie sie 21 Jahre älter wäre, wie sie aussehen würde und all das. Es ist zu lange her. Und vielleicht ist auch all das tief in meinem Herzen irgendwo versteckt, denn ich wollte dass Gras drüber wächst und ich weiterleben kann, ohne dass die Trauer und die Fragen über den Sinn des Todes mich zu sehr beschäftigen würden.

Verluste sind ja nicht nur Todesfälle. Es gibt auch viele andere und ich habe keinen Bock darauf jetzt einzugehen. Im November hört man langsam auf, nachgewachsenes Gras zu mähen. Der Winter wird kommen und wird eine dicke Schneeschicht drauf legen und das ist gut so.

Für mich war in diesem Jahr der Tod meines Meerschweinchens ein grosser Verlust, so lächerlich es klingen mag, nachdem ich vom Tod meiner Eltern erzählt habe, nachdem meine Ehe letztes Jahr bachab gegangen ist. Das sind Schicksalsschläge, die ich verarbeitet habe. Ich bin jedesmal durch tiefe Krisen gegangen, war mir jedesmal nicht sicher, ob und wie ich es überstehen soll.
Aber ich habe. Und ich habe all das hinter mich gelassen. Mehr oder weniger jedenfalls. Natürlich ist all das immer wieder mal ein Thema. Ich denke nach wie vor recht viel an meine Eltern und ich vermisse beide ziemlich oft, besonders auch seit dem ich mit dem Kind nun allein bin. Und dann meine Ehe nicht funktioniert hat, darüber bin ich vermutlich noch nicht hinweg. Ich habe mich vom Mann gelöst und alles einigermassen verarbeitet. Aber verstehen tu ich nicht. Und dass ich das Konstruktion „Familie“ und damit ganz viel Sicherheit, auf verschiedenen Ebenen, verloren habe, das tut mir immer noch weh. Das vermisse ich immer noch. Aber so einfach ist es dann doch auch nicht. Ich möchte es zurück. Und doch nicht. Nicht mit diesem Mann. Und mit einem anderen Mann kann ich es mir auch nicht vorstellen. Und aus diesem Grund wird es wohl gut sein, so wie es ist.

Und eben dieses Meerschweinchen. Luna.
Man möge mich jetzt auslachen, aber sie war mir eine wichtige Begleiterin in der Trennungszeit. In einer Zeit, in der ich gefühlt alles was ich hatte, verloren habe. Ich kann es mir auch nicht erklären, aber Luna hat mich gespürt. Ihr Fell hat meine Tränen aufgesogen und sie hat mir ganz viel zurück gegeben. Vor allen Dingen wohl Wärme und das Gefühl, mit meinen Tränen nicht allein zu sein.
Diesen Frühling ist sie dann gestorben, das war ganz schrecklich für mich.

Das Kind und ich haben für Luna eine Blume auf dem Balkon und ein bunt bemaltes Glas, in dem jeden Abend ein Licht für Luna und für all die andern im Himmel brennt. Für die, die durch die Dunkelheit hindurch sehen sollen, wo wir sind, damit sie wissen dass wir sie nicht vergessen haben.

 

Luna ❤ 

Auf dem Totenbett

Irgendwann….

Das Totenbett, wie man es so schön nennt… Vermutlich ist es wünschenswert, dass es ein Bett ist und wir im hohen Alter, ansonsten gesund, sanft und friedlich entschlafen können. So wünschen es sich jedenfalls viele. In der Realität ist das Totenbett nicht immer ein Bett und der Tod holt sich die Menschen auch nicht immer sanft und schlafend.
Ich glaube, ich spreche für die meisten von uns, wenn ich sage dass wir nicht soooo gern an den Tod denken und wohl auch nicht daran, wann und wie wir wohl eines Tages sterben werden…

Man sagt ja so oft, dass einem in wenigen Sekunden das ganze Leben vor den Augen abläuft, wenn etwas Schlimmes passiert. Und so stelle ich mir das sterben vor. Vielleicht ist die Ursache unseres Todes eine Unwichtigkeit. Für den Sterbenden. Für die Mitfühlenden und Trauernden natürlich nicht. Für die ist die Ursache des Todes von grosser Wichtigkeit. Wir möchten nicht, dass der Verstobene leiden musste. Manchmal dauert das Sterben lange und ist schwer auszuhalten, Leidens- und Krankheitsgeschichten gehören da mit dazu. Wir gönnen jedem einen schmerzlosen Tod, denke ich.

Es gibt Menschen, die warten auf den Tod, aus welchen Gründen auch immer.
Es gibt Menschen, die wollen nicht sterben, müssen aber.
Es gibt Menschen, die ahnen nichts davon, dass sie morgen nicht mehr leben werden.
Und es gibt Menschen, die den Tod für sich wählen und ihn selbst herbei führen.

Der Tod kann Erlösung sein. Kann.
Der Tod ist aber auch immer ein Verlust. Jemand wird dem Leben entrissen, uns entrissen. Und wir wollen das nicht.
Wir trauern, weil wir eine Person vermissen. Weil wir ihr noch so viel Leben gegönnt hätten und weil wir all das mit ihr erleben wollten. Wir trauern, weil die Liebe die nun gestorben ist, ein Loch in uns hinterlassen hat. Ein Loch, dass all die Tränen der Welt nie füllen werden.

Der Tod macht uns Angst, wir verstehen ihn nicht.

Was auch immer an unserem letzten Tag, in unseren letzten Minuten und Sekunden passieren wird und wie es passieren wird, ich stelle es mir so vor:

Ich glaube, dass tatsächlich während dem Sterben dein Leben vor deinem inneren Auge nochmals abläuft. Dir werden Erinnerungen zugeführt. Erinnerungen, die nichts mit beruflichen Erfolgen und Reichtum zu tun haben. Sondern Erinnerungen, die nur auf Gefühlen basieren, auf Menschlichkeit.

Du siehst nochmal die Momente, in denen du Gutes getan hast. Situationen, in denen du jemanden sehr glücklich gemacht hast. Situationen, in denen du jemandem geholfen oder dich eingesetzt hast. Situationen, in denen du fair und selbstlos warst, freundlich und menschlich.
Du fühlst die Liebe und die Dankbarkeit all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und er gibt dir Kraft für all das, was da nun kommen werde…

Und du siehst auch die Momente, in denen du jemandem sehr weh getan hast. Situationen, in denen du unehrlich warst, gelogen und betrogen hast. Situationen, in denen du Menschen verletzt und ihnen grosse Schmerzen zugefügt hast.
Du fühlst den Schmerz, die Wut, den Hass und die Ohnmacht all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und genau so wirst du sterben.

Das klingt vielleicht hart, aber für mich bedeutet genau das Karma. Ich glaube, dass Karma schon im Verlauf des Lebens zum Tragen kommt, ich habe darüber ja schon mal geschrieben. (Zum Nachlesen: Karma)
Und ganz am Schluss werden wir nochmal Verantwortung tragen für unser Verhalten andern gegenüber, das kann gut oder schlecht oder ein bisschen von beidem sein.

Die Übersensibilität

Unsere Wahrnehmung ist ja nie objektiv. Sie ist immer beeinflusst… von unserer Situation. Unserer Gemütslage, unserer Beziehung zu jemandem oder etwas, von unserer Persönlichkeit und von vielen anderen, unbewussten Faktoren. Nun ist es so, dass ich viele Menschen so übersensibel wahrnehme im Moment. Bzw. irgendwie ganze Menschengruppen. Jedes Thema scheint heikel zu sein. Sagen Sie auf gar keinen Fall etwas übers Impfen! Das könnte lebensgefährlich werden. Oder das Thema Feminismus… omg!!! Homöopathie… ganz gefährlich. Oder das Thema Ausländer / Flüchtlinge (wobei das natürlich bei weitem nicht dasselbe ist)…
Aussagen müssen auf die Goldwaage gelegt werden und mir scheint, jeder besitzt heutzutage eine solche. Ich leider nicht… Wenn es um Goldwaagen geht ist es ja besonders interessant, dass darauf selten die eigenen, sondern nur die Worte anderer gewägt werden.

Irgendwie scheinen die Emotionen momentan besonders hohe Wellen zu schlagen. Oder es kommt mir so vor.
Wellen der Empörung. Sind es vielleicht auch Wellen der Angst? Oder einfach negativsichtige, dunkle Wellen? Ich weiss es nicht genau. Und ich weiss auch nicht genau, warum das so ist. Woher kommen die denn nun plötzlich? Was ist passiert, was hat sich verändert? Oder ist es am Ende einfach nur MEINE Wahrnehmung?
Mir fällt auf, dass jeder sich sehr schnell betroffen fühlt und aufgebracht reagiert. Dabei fällt mir aber auch auf, dass diese Empörung nur für die eigenen Interessen reicht.

Ich finde das grundsätzlich auch okay, dass man sich aufregt oder sogar aufregen will über irgendetwas, was einen betrifft. Ein Thema, wo unser Herzblut drin steckt oder ein Thema in dem WIR drin stecken, mit Haut und Haar. Da regt man sich auf, keine Frage. Da steht man auch nicht immer über der Sache, man ist zu nah dran und zu verletzlich oder was auch immer.

Aber sich aufregen über irgendwen oder irgendwas ist ja das eine. Mir fällt das bei Facebook ja oft auf und das ist genau das, warum ich meinen Account vor ein paar Jahren gelöscht hatte. Diese Facebook-Gruppen, in denen sich allerlei Leute tummeln und dann wirft eine einen Kieselstein. Nicht mal immer böse gemeint, sondern oft zum foppen, so kommt es mir jedenfalls vor. Ich kenne diese Menschen ja auch nicht bzw. die wenigsten davon. Aus diesem Grund kann ich nur interpretieren. Also… die eine wirft einen Kieselstein einem andern vor die Füsse. Vor die Füsse. Es wurde keiner verletzt und es war nur ein winziger Stein. Der andere könnte darüber hinweg sehen. Er könnte sagen „was soll das?“. Und viele tun das auch tatsächlich. Aber es gibt dann solche, die holen dann aus… gaaaaaanz tief in der Frustrationskiste wird gegraben. Dort, wo kein Niveau mehr existiert und, so kommt es mir vor, auch kein gesunder Menschenverstand mehr. Und dann wird geschossen auf die Person mit dem Kieselstein. Scharf. Und unter die Gürtellinie. Es geht nicht mehr um diesen Stein, sondern um irgendwas ganz anderes und diese arme kleine Person bekommt das alles ab.
Das mit dem Kieselstein war vielleicht nicht ganz korrekt, das muss man ja auch sagen. Aber diese Sache wird aufgebauscht, als hätte sie die halbe Bevölkerung unter einer Felswand begraben. Aufgebrachte Menschen mischen sich ein, es zieht Kreise, die irgendwie plötzlich grösser sind als die Sache selbst.

Natürlich ist es immer ein Balance-Akt, wenn bei einem ernsten Thema Humor oder Ironie / Sarkasmus / Satire dazu kommt. Nicht alle verstehen es, dann erscheint es einem taktlos und unangebracht. Ist es vielleicht auch, ne? Und doch soll unterschieden werden, wo etwas humorvoll aufs Korn genommen wird und wo Grenzen überschritten werden. Ich denke, normaldenkende intelligente Menschen sind dazu fähig, dies zu unterscheiden und das ist dann auch genau der Grund, warum ich auf solche Kommentare dann nicht reagiere. Weil man mit Idioten (tschuldigung…) nicht diskutieren kann. Weil man dann auf die Ebene des andern wechseln muss und in manchen Fällen ist mir das dann zu tief.

Und es ist ja nicht nur das. Ich frage mich ja dann, warum Leute so viel Zeit und Lust haben, sich aufzuregen über fremde Menschen? Zugegeben, ich tapse da auch manchmal rein, in die Aufregensfalle. Aber ich bin dann auch schnell wieder draussen. Ich habe einfach keine Zeit dafür. Und keine Nerven. Und ich habe meine eigenen Themen, in die ich die Energie stecken will und muss.

Und dann schaue ich auf meinen Facebook-Account, meinen neuen, den ich seit fast einem Jahr wieder habe und bin eigentlich wieder fast soweit wie vor ein paar Jahren, als ich den anderen löschte.

Ich bin in Gruppen, die mich interessieren. Es geht vor allem um Meerschweinchen und um alleinerziehende Eltern. Und ich merke, dass auch ich nicht übersensibel reagieren muss. Dass auch ich über Dinge hinwegsehen muss und auch kann, denn es sind ja nur einzelne Dinge. Wenn jemand ein Bildchen postet von seinem Meerschweinchen, wo man vom Gehege so gut wie gar nichts sieht und eine andere kommentiert, dass das aber nicht artgerecht sei… Mein erster Gedanke ist, darunter zu schreiben, wie sie das denn sehe in diesem kleinen Bildausschnitt. Weil ich mich aufrege. Und zwar über die Ungerechtigkeit. Über ein Urteil, das mir nicht nachvollziehbar erscheint.
Und in einer anderen Gruppe schreibt eine Frau, dass Männer nicht multitaskingfähig sind, mit Smileys am Schluss. Ich lache, weil ich das als Scherz verstanden habe. Ah. Ich lache nicht nur. Ich setze ein lachendes Smiley darunter. Schwupps, in der Schusslinie… Und bin total überrascht, dass die halbe Welt sich über diesen Beitrag in Kommentaren dann sehr aufregt. Ich verstehe die Dimensionen gar nicht mehr, die das annimmt. Scherze über sowas zu machen, scheint also sehr heikel zu sein. Ich sehe mich plötzlich in der Rolle wieder, die Autorin schützen zu wollen, ihr beizustehen. Keine Ahnung, ob sie das überhaupt wollte oder brauchte. Und damit war ich dann irgendwie noch mehr in der Schusslinie.
Einer der Kommentatoren artet total aus, meiner Meinung nach. Er beschimpft sie und erwähnt dabei auch alle andern Frauen, die er „Weiber“ und „Feministinnen“ nennt, wie sie nur an Kohle denken und die Männer ausnehmen wollen. Wie sie gleichberechtigt sein, aber nicht ins Militär wollen usw. Er schreibt, sie sollen doch alle lesbisch werden und die Männer in Ruhe lassen, bla bla bla usw…
Für mich ist das wirklich unterste Schublade.
Niemand reagiert.
Auch ich nicht, weil ich mich nicht mehr traue, etwas zu sagen. Eigentlich rege ich mich nur DARÜBER auf jetzt. Weil das so ist.

Ist das so? Ist es okay, auf diese Art über Frauen zu schreiben? Und niemand reagiert? Warum?
Es ist ja auch nicht okay, sowas über Männer zu schreiben. Aber DANN wird ja fleissig reagiert und zwar nicht nur von Männern. Das ist okay. Aber warum ist es umgekehrt ganz anders?

Es ist ja zum Glück einfach bei Facebook. Einfach ignorieren oder blockieren oder die Gruppe verlassen, wenn die positiven Aspekte nicht mehr überwiegen. Das tun sie aber momentan noch. Einfach nicht zu übersensibel sein, einfach den gesunden Menschenverstand walten lassen. Ich bin immer wieder so dankbar, dass ich so einen besitze und mich auf ihn verlassen kann. Können offensichtlich nicht alle…

 

 

 

 

 

Alles, was ich mir in mein Leben hole…

Wir besitzen so vieles. Ich habe das gemerkt, als wir umgezogen sind ende Jahr. Wahnsinn, was sich in einer Familie im Laufe der Jahre alles ansammelt und wieviel davon entsorgt werden kann, ohne dass einem etwas fehlt… Wieviel Zeit das aufbraucht und wieviel Energie…
Und es geht genau so weiter. Wir kaufen ein. Bekommen Geschenke. Nützliches und weniger nützliches. Einiges verbrauchen wir ohne Überresten, einiges produziert Abfall und anderes wird irgendwann selbst zu Abfall.
Es sind Dinge. Und ich bin davon überzeugt, dass wir – ICH – zuviel davon habe(n).

Und Menschen.
Ich habe um mich herum Menschen, die ich lieb habe und das ist wunderbar. Die Mehrheit von ihnen bleibt für eine lange Zeit, das sind stabile Freundschaften oder wie auch immer man es nennen mag. Für manches hat man keinen Namen und doch bedeutet es viel.
Uns verbinden verschiedene Dinge, verschiedene Interessen, verschiedene Menschen, verschiedene Gefühle.

Und so ist das. Einige gehören dazu, sie bleiben, egal was passiert. Andere kommen und gehen. Manchmal sind sie für eine gewisse Zeit lang wichtig, wir für sie und sie für uns. Und dann gehen sie weiter. Oder wir. Manchmal sind wir traurig darüber, manchmal verletzt. Jemanden gehen zu lassen, den man gern hat, das ist nicht schön. Und doch gehört es zum Leben und alles wäre soooo viel einfacher, wenn wir Menschen besser loslassen könnten. Ich schreibe „wir“ und spreche von mir…
Loslassen ist manchmal wichtig. Aber manchmal ist auch festhalten wichtig. Oder schlussendlich die Balance, beides im richtigen Moment und im richtigen Mass zu tun.

Ich kann sagen, ich habe schon einiges erlebt. Ich weiss, was ich will und auch, was nicht. Ich überlege mir gut, auf wen ich mich einlassen möchte, wem ich vertrauen will. Und das ist gut. Ich kann es mir erlauben, vorsichtig zu sein. Weil ich’s mir wert bin.

Jeder Mensch, den ich in mein Leben einlade, ist wertvoll.

 

 

(Beob)achtung.

Wir leben inmitten von Menschen. Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Fremde. Längst nicht alle, die uns kennen oder zu kennen glauben, kennen wir auch. Und umgekehrt. Wir „kennen“ Leute, die uns nicht kennen. Wir haben Dinge von ihnen gehört, Dinge von denen sie nicht wissen, dass wir sie wissen. Es wird geredet. Und mit dem Gerede verändern sich Dinge, die ursprünglich anders waren.

Wir Leben inmitten unter Menschen, von denen uns nur wenige näher kennen. Kennen dürfen. Denn es geht um unsere Privatsphäre. Es gibt Dinge, die geht niemanden etwas an. Oder zumindest nicht jeden. Diese Privatsphäre gilt es zu wahren und auch zu schützen und bei anderen Menschen zu akzeptieren.

Jetzt stell dir mal vor, in deiner Hauswand ist ein grosses Loch, von dem du aber nichts weisst und du wirst beobachtet. Dort guckt jemand rein, du weisst nicht wer. Du weisst noch nicht mal, dass es jemand tut. Du lebst dein Leben wie immer, fühlst dich in deinen privaten Räumen sicher. Ungezwungen. Unbeobachtet. Läufst mit verwuschelten Haaren rum, vielleicht auch mal nackt oder halt so, wie du dich andern Leuten nicht zeigen würdest. Du singst. Du tanzt. Du telefonierst mit deiner Freundin und erzählst ihr von deinen Geheimnissen. Und jemand sieht das. Jemand hört das. Ohne sich zu erkennen zu geben. Dieser Jemand sieht durch dieses Loch einen kleinen Ausschnitt deines Alltags und denkt, er kenne dich und dein Leben ganz genau. Er sieht einen Bruchteil und doch viiiiiiiel zu viel.
Und stell dir vor, er erzählt das dann weiter… und weiter… und weiter… und weiter… bis es irgendwann wieder bei dir landet. Du weisst, jemand hat durch dieses Loch geschaut. Irgendjemand aus deinem Umfeld. Und du weisst nicht, wer, denn es könnte jeder gewesen sein…

Stell dir vor, du schreibst ein Tagebuch. Erlebnisse, Gedanken, Geschichten, Spinnereien. Einige wahr, einige erfunden. Es ist nicht für andere Augen gedacht. Aber jemand liest ohne dein Wissen alles mit, guckt dir unentwegt über deine Schulter. Du weisst, wie deine Gedanken einzuordnen sind, lachst innerlich darüber oder weinst. Du kannst Realität, Fantasie und Träumereien voneinander unterscheiden. Die heimliche Mitleserin sieht die Worte, aber nicht deine Gedanken dahinter. Und sie misst sie mit ihren eigenen Massstäben und Vorstellungen, sie urteilt.
Und stell dir vor, sie erzählt es weiter… und weiter… und weiter… bis es irgendwann wieder bei dir landet. Du weisst, jemand hat dir über die Schultern geschaut, die ganze Zeit. Irgendjemand aus deinem Umfeld. Und du weisst nicht wer, denn es könnte jeder gewesen sein.

Stell dir vor, du bist unterwegs und musst dort dringend eine Toilette aufsuchen. Und genau das tust du. Und du weisst nicht, dass die Wände von aussen durchsichtig sind, von innen jedoch nicht…
Irgendwann erfährst du davon, irgendwann viel später. Du weisst nicht, wer dich auf der Kloschüssel sitzend gesehen hat. Du hast das Gefühl, alle benehmen sich komisch, schauen dich komisch an. Alle könnten es gesehen haben, aber auch niemand. Und doch fühlst du dich in deiner Privatsphäre verletzt, unsicher und misstrauisch.

Wir finden uns in beiden Rollen. Mal sind wir beobachtend, freiwillig oder unfreiwillig. Aus Neugier, Interesse oder weil wir nicht wegschauen können. Oder wollen. Habe ich das Loch in der Wand selbst gebohrt, war es schon da oder habe ich es gesehen und es zugestopft?

Und manchmal werden wir beobachtet, meistens wohl unwissentlich. Vielleicht spüren wir es, fühlen uns beobachtet oder unwohl. Es ist aber nur so ein Gefühl.

Dieses „weiter… und weiter… und weiter“-Erzählen, wie ich es oben genannt habe, kann für die eine Person sehr unschön sein. Es lohnt sich also, bevor wir es tun, genau zu überlegen, wofür es gut sein wird, wenn wir es tun. Denn ich gehe davon aus, dass niemand absichtlich jemandem schaden oder jemanden verletzen möchte…

Es sind nur Gedanken und ich lasse sie einfach so stehen.