Schöne Worte — Pana Póo


Das hawaiianische Wort Pana Póo beschreibt etwas, das vermutlich fast jeder Mensch kennt: Diesen kleinen Moment der Verwirrung, wenn man plötzlich nicht mehr weiss, wo man etwas hingelegt hat. Den Schlüssel. Das Handy. Die Brille.
Oder den Einkaufszettel, den man „ganz sicher“ gerade noch in der Hand hatte.

Wörtlich lässt sich Pana Póo sinngemäss mit einer Art „nächtlicher Verlorenheit“ oder „geistigem Verlegen“ übersetzen. Gemeint ist diese kleine alltägliche Vergesslichkeit, besonders bei Dingen, die man eben erst noch benutzt hat.

Irgendwie finde ich schön, dass es dafür überhaupt ein eigenes Wort gibt, weil es zeigt, dass solche kleinen Momente wohl überall auf der Welt zum Menschsein dazugehören.

Manchmal stehen wir mitten im Raum und wissen plötzlich nicht mehr, warum wir eigentlich hineingelaufen sind. Manchmal suchen wir minutenlang das Handy, während wir es schon in der Hand halten. Oder wir öffnen den Kühlschrank und vergessen sofort, was wir wollten.

Früher hätte ich vielleicht gedacht, das bedeute einfach Stress oder Chaos im Kopf. Und manchmal stimmt das bestimmt auch. Aber vielleicht steckt doch noch etwas anderes dahinter.

Vielleicht leben wir oft einfach zu schnell. Mit hundert Gedanken gleichzeitig. Mit To-do-Listen im Kopf, auf Papier oder digital. Mit Sorgen, Erinnerungen, Nachrichten, Geräuschen und Erwartungen. Und eigentlich unendlich viel von alledem.

Irgendwo dazwischen verliert sich dann kurz der Schlüssel. Oder wir uns selbst ein kleines bisschen.

Ich glaube, Pana Póo möchte, dass wir langsamer werden. Kurz innehalten. Wieder im Moment ankommen. Und auch daran, dass es total okay ist, Dinge auch mal nicht mehr zu finden oder etwas zerstreut zu sein.

Nicht alles muss immer perfekt funktionieren. Manchmal ist Vergesslichkeit einfach ein Zeichen dafür, dass unser Kopf gerade sehr viel trägt. Und vielleicht sollten wir deshalb manchmal freundlicher mit uns selbst sein, wenn wir wieder einmal suchend durch die Wohnung laufen und denken: „Ich hatte es doch gerade noch in der Hand …“

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.