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Vom Schwimmen und davon, was das Ganze mit Krieg zu tun hat.


So lange man den Kopf schön oben hält und lächelt, wenn jemand hin sieht, meinen alle, dass man am Schwimmen ist. Was unter Wasser los ist, sieht niemand.

Manchmal ist das Leben schwer.
Ich glaube nicht, dass es nur so schwer ist, wie man es nimmt. Manchmal zieht es auch den besten Schwimmer und die stärkste Taucherin weiter runter als sie es möchten. Das kann man nicht ändern. Jedenfalls nicht immer. Da hilft das positiveste Gemüt und der stärkste Charakter nichts. Da hilft dann einzig und allein nur noch die Resilienz, die einem dann irgendwie doch noch über Wasser hält, die einem hilft das richtigste was es im Moment gibt, zu tun und die Ressourcen die man hat, zu nutzen. Das ist leicht gesagt aber auch nicht immer so einfach in der Praxis, denn klar denken, während man unter Wasser mit den Füssen rudert, ist schwer.

Der Glaube daran, dass alles gut wird, hilft ungemein. Egal was passiert, es ist eine Phase und das geht vorbei. Es gibt Lösungen und meistens entwickeln sie sich von ganz allein. Es ist am Besten, die Kraft für das Wesentliche zu sparen und im Wasser nur ganz sachte mit den Beinen zu paddeln. Eigentlich grad genau so viel wie es braucht, um nicht unterzugehen. In den allermeisten Fällen erledigt sich das Problem von selbst oder geht die Situation einfach so vorbei.
Und wenn nicht, dann kann man immer noch handeln. Sofort zu reagieren ohne zuerst mal ruhig durchzuatmen bedeutet ja ganz oft, dass man zu nah dran ist und sich in etwas verzettelt. Und schlussendlich hat es noch nie jemandem geholfen, sich total in etwas hinein zu steigern.

Dieser Glaube an das Gute und dass schon alles kommt, wie es kommen muss, habe ich tief in mir verankert. Ich glaube, das passiert mit dem älter werden und mit dem wachsenden Schatz an Erfahrunge, der uns das Leben schenkt. Nicht jede Kriese kippt uns gleich total aus den Latschen oder bringt uns um. Obwohl es sich so anfühlt, wenn man mittendrin steckt.
Ich kann das. Wenn mich etwas fast kippt, dann spreche ich darüber, ich weine und hadere und ich bin immer der Meinung, es ist besser möglichst vieles raus zu lassen. Wenn es nämlich drinnen bleibt, dann fängt es an, in meinem Kopf Triebe zu machen und sich zu vermehren.
Und ich versuche, mich nicht dafür zu schämen. (Schlimm genug, dass man das überhaupt in Erwägung ziehen muss.)
Für mich ist das eines der besten Rezepte, die Psychiater dieser Welt fast arbeitslos zu machen.

Das mit dem „es kommt schon alles gut“ klappt aber zur Zeit auch nur so semi, muss ich sagen. Die Situation in Osteuropa macht mir zB Sorgen. Es ist so vieles, was wir nicht sehen.
Wie Menschen unter Trümmern verschüttet werden oder seit Tagen sind. Tod oder lebend.
Wie Menschen einander verlieren. Durch den Tod oder aus den Augen. Freunde. Liebende. Kinder und ihre Eltern. Verwandte. Kollegen.
Ich frage mich, was mit Menschen, die Betreuung oder Pflege benötigen passiert? Ist da noch Personal? Wenn so etwas anfängt zu passieren, was macht man da als Pflegepersonal? Geht man nach Hause zu den Kindern oder bleibt man bei der Arbeit, wo man auch gebraucht wird? Was zur Hölle tut man da? Und was würde oder müsste ich in einer ähnlichen Situation tun? Ich will da nicht drüber nachdenken und doch muss ich das immer wieder tun.
Wie wahnsinnig viele Menschen kein Zuhause mehr haben. Keinen sicheren Platz mehr, nichts.
Wie Frauen unter diesen furchtbaren Umständen Kinder gebären.
Wie Kinder mit ihren Müttern, Bekannten oder auch allein auf der Flucht sind.
Wie Kriegsgewalt noch andere Arten von Gewalt anzieht.
Kann man sich vorstellen, wie das ist wenn man in einer zerbombten Stadt „wohnt“, die Sirenen hört durch die ganze Stadt, die Aufschläge, die Explosionen? Kann man sich vorstellen, wie diese Angst sich anfühlt? Ist das überhaupt noch Angst oder ist das Panik? Kann man sich vorstellen, nicht zu wissen, wohin. Nicht zu wissen, wo man sicher ist und was als nächstes passiert. Nicht zu wissen, wo die Mama ist. Oder das Kind. Der Mann oder die Freundin. Der Hund oder andere Haustiere.
Was passiert, wenn die Nahrungsmittel ausgehen? Wenn alle Läden und Lager geplündert sind und man nur noch Hunger und Durst hat. Geht das dann soweit, bis man stirbt?
Was passiert mit Menschen, die Medikamente brauchen?
Was passiert mit Menschen, die körperlich oder psychisch krank sind?
Was passiert mit Babies? Mit alten Menschen? Mit dementen Menschen? Mit Menschen mit Einschränkungen?
Mit Menschen in Krankenhäusern?
Was passiert, wenn die Verzweiflung und die Angst dem Hass Platz macht? Wenn man nichts mehr zu verlieren hat und alles egal ist?

Was ich mich ja frage ist, wie kann es legal sein – also okay sein – einfach überhaupt einen Krieg zu führen. Sowas ist ja eigentlich auf ganz vielen verschiedenen Ebenen fragwürdig. Und tatsächlich ist es nicht legal, wie ich heraus gefunden habe.

Siehe Wikipedia: Das Recht zum Krieg (ius ad bellum) Kriege sind heute grundsätzlich völkerrechtswidrig. Dies ergibt sich aus dem allgemeinen Gewaltverbot in Artikel 2 Ziffer 4 der Charta der Vereinten Nationen.
Beim Kriege führen ist es nur legal für die angegriffene Nation, sich zu verteidigen.

Und daraus entstehen dann wieder neue Fragen, wenn man sich nur genügend Gedanken macht. Zum Beispiel frage ich mich ernsthaft, warum zur Hölle es okay ist, sowas wie zB Atomwaffen zuerst mal überhaupt herzustellen und sie zu besitzen?
Ja und tatsächlich ist es das nämlich nicht. Es gibt einen sogenannten Atomwaffenverbotsvertrag, der am 22. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

Quelle: Internet

Und trotzdem gibt es sie. Und es gibt Psychopathen, die sie besitzen und man weiss nicht so recht, was noch passieren wird. Und das zu stoppen ist ganz gefährlich, das verstehe ich dann schon auch.

An dieser Stelle würde es mich mal interessieren, welches die gefährlichsten Waffen der Welt sind. Ich habe diese im Netz unter „Männersache“ gefunden. 🙂
Deswegen werde ich mich als Kerlin mal etwas intensiver damit beschäfitgen und eventuell auch mal darüber schreiben. Ich bin sowieso irgendwie vom Thema Schwimmen ein biiiiiisschen abgekommen. Aber macht nichts. So ist das halt im Wasser, da treibt es einen auch mal mit der Strömung weg, wenn man nicht vorsichtig ist.

Wenn ich mir Gedanken über all das mache, komme ich zum Fazit, dass wir wohl alle mehr oder weniger wohlstandsverwahrlost sind. Oder zumindest immer noch nicht realisieren, dass wir einen grossen Teil unseres Lebens an Oberflächlichkeiten und Schein hängen und uns davon wie an grossen Ballonen hängend durchs Leben tragen lassen. Zufrieden, so lange das Geld stimmt. Und die Aufmerksamkeit.
Und uns nicht sehr bewusst sind, wie schnell das alles weg sein könnte.
Und was sind wir noch, wenn wir nur noch unser nacktes Leben besitzen?

Bisschen Chaos, dieser Text, gäll. Aber ich veröffentliche den jetzt trotzdem. Macht euch auch ein paar Gedanken, seid solidarisch und hilfsbereit, das sind schöne Eigenschaften.

Liebe Grüsse.

5 Antworten zu “Vom Schwimmen und davon, was das Ganze mit Krieg zu tun hat.”

  1. Dein Text ist ganz und gar kein Chaos. Er hat mich, genauso wie Du ihn geschrieben hast, zutiefst berührt. Du hast so eine weite, dabei zugleich so differenzierende und klar hinterfragende, aber auch benennende Sicht.

    Was Du unter „Manchmal ist das Leben schwer …“ geschrieben hast, spricht von einer großen Empfindsamkeit in Dir, die Du doch beständig positiv, in Stärke, umzumünzen suchst. Mit den Kräften, die Du hast, die Du aufbringen kannst.

    Schmunzel musste ich, als Du von Dir als eine „Kerlin“ geschrieben hast. Du brauchst allerdings wahrlich kein männliches Attribut, Du bist ein starker Mensch im Sinne ureigener Menschlichkeit. – Wenn Frauen nicht wären, hätten wir so wenig davon, dass die Erde wohl längst kaputt wäre.

    Du bist gut und richtig, so wie Du bist.

    Danke für Deine Zeilen, heute, und überhaupt.

    Freundliche und liebe Grüße an Dich, Du „Kornblumenverwandte“ 😉🕊

    Gefällt 1 Person

  2. Ob nun Chaos oder nicht, mit deinen Fragen und Gedanken stehst du ja nicht allein, das dürfte wohl den meisten von uns so gehen. Daher ein dickes DANKE fürs Teilen.
    Ich bin überzeugt davon, wenn wir uns gegenseitig von unseren Zweifeln, Ängsten und Unsicherheiten erzählen, dann ist da ein Mittel gegen das Abstumpfen und vor allem gegen das Irgendwann-einmal-zählt-das-Unsagbare-zum-Alltag-Gefühl.
    Ich hoffe, du weißt, wie ich das meine.
    Liebe Grüße, Anja

    Gefällt 2 Personen

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