Alles und ganz viel Glück unter einen Hut bringen

Ich habe in der letzten Zeit immer wieder Situationen erlebt, in denen ich mir Gedanken gemacht habe darüber, was es bedeutet, im Leben erfolgreich zu sein. Es geschafft zu haben, wie man so schön sagt.
Aber was ist dieses „ES“ denn eigentlich? Das grosse Glück, die grosse Liebe, Attraktivität, Gesundheit, Arbeit, Heirat, Kind, Haus, Boot, Reisen, Golf spielen, Freunde haben, Geld haben oder was eigentlich?

Ich bin unterschiedlichen Menschen begegnet, die bei mir diese Fragen ausgelöst haben. Aus meiner Sicht aus betrachtet, so perfekt und sorglos, fast ein bisschen glitzernd. Aber ist das alles das, was sie sich gewünscht hatten oder wünschen sie sich noch mehr oder gar anderes?
Manchmal sieht so ein Menschenleben von aussen so perfekt, so schön aus, aber ob der Mensch selbst das auch so empfindet, weiss man nicht.

Jedenfalls habe ich über mein Leben nachgedacht.
Und ich glaube, dass dieses Erfolgreich Sein bei jedem wohl etwas anderes sein kann. Und dass Begriffe wie Glück, Zufriedenheit, Erfolg, Geborgenheit und Liebe von Person zu Person unterschiedlich definiert und noch unterschiedlicher gefüllt werden. Je nach Situation, je nach Charakter und Möglichkeiten und ich glaube auch, je nachdem, was diese Person in der Vergangenheit erlebt hat.
Aus dem was uns fehlt, formt sich das was wir suchen und anstreben, würde ich sagen. Vielleicht.
Ich glaube, das Glück – was auch immer es ist – ist für ganz viele Menschen etwas weit Entferntes und nie Erreichtes und nur die ganz besonders Glücklichen realisieren, dass sie bereits davon umgeben und mittendrin sind.

Ich weiss aber nicht, ob das Glück und das Glücklich Sein dasselbe ist wie im Leben etwas erreicht zu haben. Bestimmt nicht für alle. In unserer Gesellschaft hat „erfolgreich sein“ ja auch ganz viel mit materiellen Dingen zu tun. Damit, diese Dinge für sich zu geniessen, aber auch damit, andern zu zeigen, dass man diese Dinge hat. Das gibt einem ein gutes Gefühl. Aber auch damit, dass materieller Reichtum uns ganz, ganz viel Sicherheit und Unbeschwertheit vermitteln kann.
Und doch sagt man, Geld allein mache auch nicht glücklich.
Aber was denn noch? Liebe? Geborgenheit? Freiheit? Sorglosigkeit?
All diese Begriffe bedeuten für jede etwas anderes.
Für den einen bedeutet Glück, eine Familie zu haben, für den andern bedeutet es, gesund zu sein und für wieder einen andern ist es das grosse Glück, in der Welt herum zu reisen und ein anderer sieht sein grosses Glück im erfolgreich sein im Job.
Für die eine bedeutet Geborgenheit, sich in ihrer Wohnung sicher und wohl zu fühlen, für jemand anderer bedeutet es, zu jemandem zu gehören, sich geliebt zu fühlen.
Dasselbe mit Sicherheit. Wir können nahestehende Menschen als Sicherheit empfinden, Geld oder was auch immer. Wir hier haben bestimmt eine ganz andere Definition von Sicherheit, verglichen mit zB einer Frau in Afghanistan, die Angst haben muss, getötet zu werden, wenn sie ihr Haus verlässt oder auch wenn sie es nicht verlässt.
Und ich glaube, fast noch unterschiedlicher ist es mit der Liebe. Wir lieben aus unterschiedlichen Gründen und Bedürfnissen heraus genau die Person, die wir lieben. Und auch wenn wir nicht lieben, hat das seine Gründe. ZB kann Sicherheit ein Grund zum Lieben, aber auch zum Alleine bleiben sein, je nachdem welche Erfahrungen man gemacht hat. Liebe ist sehr vielschichtig.

So habe ich mich vor einiger Zeit mit einer alten Freundin seit langem wieder getroffen und unterhalten und das war sehr spannend. Sie führt seit ein paar Jahren ein Leben, das kann man sich als „normaler Mensch“ kaum vorstellen. Sie hat alles, was ich nicht habe, wenn man das so pauschal sagen kann und ich habe alles, was sie nicht hat. Ich hatte im Gespräch ganz unterschiedliche Gedanken und Gefühle und eines davon war, dass ich ihr ihr Glück (ich hoffe dass es das ist) von Herzen gönne. Zum andern habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr so mag von mir erzählen, weil neben ihren Erzählungen mein Leben sehr erbärmlich ausgesehen hat. Aber das ist okay, ich fand es interessant zuzuhören und zu staunen.

Nach diesem Nachmittag bin ich nach Hause gefahren und habe mir echt viele Gedanken gemacht. Ich hatte ganz fest das Gefühl, dass sie genau das gefunden hat, erreicht hat, was sie sich total gewünscht hat immer. Um ehrlich zu sein, habe ich mir auch überlegt, ob ich neidisch bin. Und gemerkt, dass ich es nicht bin. Das was sie hat, macht sie sehr happy. Mich würde es wohl entlasten und mir viele, viele Sorgen und Gedanken nehmen, aber MEIN Leben wäre das nicht.
Und so habe ich in diesen Gedanken realisiert, dass ich glücklich bin mit meinem Leben. Ja, wirklich. Glücklich. Dass ich andern ihr Glück und ihr Leben gönnen kann und ich meines mit allem drum und dran liebe. Ich glaube, das war meine persönliche Erkenntnis dieses Jahres. Ich finde es gut so wie es ist und ich liebe es.
Es ist zuweilen etwas anstrengend, zugegeben. Ich muss meine Energie immer wieder sehr gut einteilen und komme trotzdem immer mal wieder an meine Grenzen auf ganz verschiedenen Ebenen. Ich weiss, dass das noch ein paar Jahre so sein wird und in die Ferien fahren irgendwohin nicht in Frage kommen wird. Es ist wie es ist. Und man hat was man hat. Nicht mehr und auch nicht weniger. Auch zuhause kann ich mir kleine Oasen schaffen.
Und es gibt auch Momente, da fühle ich mich allein, obwohl ich so ziemlich gar nie allein bin. Diese Momente hatte ich früher öfter, jetzt nur noch ganz selten. Vermutlich dann, wenn ich nur noch wenig Kraft habe und mir wünschte, mir würde jemand beim Tragen helfen.

Ich habe mich grad diese Woche mit einer Frau unterhalten, die vor Jahren ihre vier Kinder, eins davon mit einer Einschränkung, allein aufgezogen hat. Sie hat gesagt, dass sie dieses Allein-Gefühl sehr ausgeprägt hatte und das während der ganzen Zeit sehr schwer gefunden hat. Ich kann das gut nachvollziehen, obwohl es mir nicht ganz so geht. Aber den Gedanken „es gibt auf dieser Welt niemanden (ausser mein Kind natürlich, aber das ist etwas anderes), der mich liebt“, den kenne ich auch. Ich mag ihn nicht. Aus diesem Grund vermeide ich ihn so gut es geht. Klappt ganz gut.

Es wird immer wieder Momente geben, in denen ich mich in Gesellschaft irgendwie als Aussenseiterin fühle. Ich muss das nicht, ich weiss, aber manchmal ist es halt trotzdem so.
So habe ich vor ein paar Wochen in einem Gremium an einer Sitzung teilgenommen, wo jede und jeder sich zuerst mal vorgestellt hat. Dabei haben sie auch ihren Partner bzw. ihre Partnerin erwähnt und ich war da die einzige Alleinerziehende und Alleinstehende. Ich bin mir blöd vorgekommen und ich habe mich geschämt in diesem Moment. Weil ich in diesem Moment dachte, dass ich so ziemlich alles, was ich in meinem Leben erreicht hatte bisher, verloren habe. Die andern sind daran nicht schuld, diese Gedanken werden in mir selbst ausgelöst durch die Auseinandersetzung mit mir und meiner neuen Rolle zuhause und auch in der Gesellschaft. Mit der zuhause habe ich mich gut arrangiert. Mit der in der Gesellschaft noch nicht so ganz, denn das ist schon schwieriger. Man ist als Alleinerziehende wohl sehr damit beschäftigt zu funktionieren, zu arbeiten, zu haushalten, zu erziehen, Geld zu verdienen, möglichst flexibel zu sein, dass man keine Zeit dafür hat, sich für sich und andere Alleinerziehende stark zu machen. Deswegen ist man mit seinen Themen allein, obwohl es so viele Alleinerziehende gibt. Aber das sind wieder andere Themen.

Ich glaube jedenfalls, dass es notwendig ist, sich diese Gedanken zu machen Die Gedanken, was uns glücklich macht und was wir im Leben erreichen und leben möchten, denn die Zeit läuft und läuft und kommt nie mehr zurück. Es ist gut, auf dem Weg zu sein und ein Ziel im Auge zu haben…
Und das ganz persönliche kleine oder grosse Glück im Alltag zu sehen und zu geniessen. Ich probiere das auch. Es gelingt manchmal schon ganz gut.









Wir werden geboren…

Wir werden geboren, versuchen allen Erwartungen gerecht zu werden und…

Wir werden geboren, suchen jeden Tag dreimal unsere Autoschlüssel und…

Wir werden geboren, verschlafen ein Drittel unseres Lebens und…

Wir werden geboren, verlieren im Verlaufe des Lebens unser Lachen immer mehr und…

Wir werden geboren, gebären 1,75 Kinder und freuen oder ärgern uns über die und…

Wir werden geboren, möchten ewig jung bleiben, aber dann doch möglichst alt…

Wir werden geboren, posten 6548 Fotos auf Instagram und…

Wir werden geboren, erkranken an Krebs und sind viel zu jung, wenn wir…

Wir werden geboren, realisieren irgendwann, dass wir nun alt sind und…

Wir werden geboren, sagen „schlafen kann ich wenn ich tot bin“ und…

Wir werden geboren, verbringen durchschnittlich 2,5 Jahre unserer Lebenszeit im Auto und…

Wir werden geboren, bilden uns aus und weiter, um unwissend zu…

Wir werden geboren, denken zu oft „halt die Fresse“ und…

Wir werden geboren, sorgen uns um Nichtigkeiten, die nie eintreffen und…

Wir werden geboren, versuchen aktiver zu werden und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen und…

Wir werden geboren, verbringen Jahre in unglücklichen Beziehungen und realisieren es, wenn wir…

Wir werden geboren, wollen alles erleben und die ganze Welt sehen, vergessen wie schön unser Zuhause ist und…

Wir werden geboren, sparen unser ganzes Leben lang, um dann zu…

Wir werden geboren, streiten uns, vergessen warum und bereuen alles, wenn wir…

Wir werden geboren, arbeiten zuviel, sind gestresst und verlieren die Nerven und…

Wir werden geboren, fühlen uns unfair behandelt und eingeschränkt und…

Wir werden geboren, wollen hoch hinaus und mit den Füssen auf dem Boden zu bleiben, bis wir sterben…

Wir werden geboren, finden die Liebe und Freunde, um sie irgendwann trauernd zurück zu lassen / zurück gelassen zu werden und…

Wir werden geboren, sammeln allerlei, entsorgen alles wieder und…

Wir werden geboren, trinken zuviel Kaffee und…

Wir werden geboren, verbringen unser Leben und Aufräumen und Putzen und…

Wir werden geboren, lassen andere im Stich, werden allein gelassen und sterben…

Wir werden geboren, schauen Netflix-Serien, könnten die allerletzte nicht zu Ende gucken und…

Wir werden geboren, leben forever back in the 80s und…

Wir werden geboren, suchen unser ganzes Leben lang, um gefunden zu werden und…

Wir werden geboren, klagen im Winter über die Kälte und im Sommer über die Hitze und…

Wir werden geboren, suchen überall WLAN und…

Wir werden geboren, machen Erinnerungen und bleiben so am Ende noch ein wenig hier, wenn wir…

Wir werden geboren, wundern uns und…

Wir werden geboren, sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht und…

Wir werden geboren, finden unser eigenes Schicksal das härteste und…

Wir werden geboren, sind mit uns unzufrieden und…

Wir werden geboren, nörgeln rum und…

Wir werden geboren, arbeiten zuviel und…

…sterben

Oder wir werden geboren,
gestalten unser Leben selbst,
sind so oft es geht, glücklich,
fokussieren uns auf das Schöne,
lösen Probleme und steigen über Steine,
bauen keine Mauern, sondern einander auf,
kreieren allerlei,
finden andere Ansichten interessant,
helfen einander,
hinterlassen leuchtende Spuren in andern Herzen

und sterben irgendwann.

Ciao 2020. Auf Nimmerwiedersehen.


Langsam wird es Zeit, das Jahr 2020 zu verabschieden und ich glaube ich liege nicht falsch, wenn ich sage, dass wohl die allermeisten Menschen dieser Welt unglaublich froh sind, dass dieses Jahr nun ENDLICH vorbei ist…

Aber was ist eigentlich dieses Jahr so passiert?
Eigentlich hatte ich vor, nun einen etwas anderen Jahresrückblick zu machen. Einen ganz ohne Corona und einen mit ausschliesslich schönen, positiven Ereignissen. Aber, das ist ganz schön schwierig. Ich bin schon beim Januar gescheitert…. Wald- und Buschbrände in Australien, in denen weissnichtwieviele Tiere ihr Leben oder ihren Lebensraum verloren haben, erste Meldungen über Corona in China, in Krefeld D ist das Affenhaus des örtlichen Zoos abgebrannt und mit ihm auch viele Tiere… Etwas Positives habe ich nicht gefunden.

Aber man hat ja Hoffnung, schauen wir mal im Februar…
Und siehe da! Bei uns in der Schweiz wurde die Diskriminierung gegen Homosexuelle und Rassismus gesetzlich verboten. Wenn das keine Schlagzeile wert ist!
Der erste Covid-Fall in der Schweiz. In Norditalien spitzt sich die Lage zu, mehrere Orte werden abgeriegelt. WC-Papier wird knapp. In Hanau D erschiesst ein Rechtsextremer mehrere Menschen.

Der März ist Corona-durchzogen. Lockdowns, Grenzen werden geschlossen, Einreise-Verbote ausgesprochen… Die Welt dreht sich vor allem um das eine.

April: dasselbe. „Abgesagt wegen Corona“-Plakate hängen überall. Wir hoffen auf den Sommer oder auf den Herbst, wissen noch nicht, dass da alles noch viel länger dauern wird.

Mai: Corona. Ende des Lockdowns.

Im Juni werden die Grenzen zu unsern Nachbarländern werden wieder geöffnet. Ich weiss jetzt auch nicht, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Vermutlich eine gute, da es bedeutet, dass die Situation sich verbessert hat.
Ich habe Geburtstag. 🙂
Überschwemmungen… #blacklivesmatter…

Juli
Nichts anderes.
Die meisten verbringen die Sommerferien zuhause oder in ihren Ländern und entdecken, wie schön das auch sein kann.

August
Nichts anderes.

September
Nichts anderes.

Oktober
Nichts anderes.

November
Nichts anderes. Viele Kranke, viele Tote. Nicht mal die Abstimmungen kommen so heraus wie ich es mir gewünscht habe. Kann das Jahr schon weg?

Nein, jetzt kommt noch der Dezember und die Hoffnung stirbt zuletzt… Zuviele Kranke, zuviele Tote. Ein Corona-Impfstoff wird zugelassen und es werden bereits erste Menschen geimpft. Für einige wird das eine positive Nachricht sein, für andere nicht.

Hmmmm…..

2020…. das langweiligste Jahr ever? Corona hat sehr vieles verhindert und verunmöglicht, das ist einfach so. Ich persönliche finde dies schade, aber leider halt auch vernünftig. Natürlich gibt es da, wie überall, ganz verschiedene Sichtweisen und irgendwie sieht wohl jeder die Situation aus der eigenen Perspektive, aus der eigenen Situation heraus.
Obwohl ja sozusagen nichts los war dieses Jahr…. kulturell, sportlich, Urlaub, Freizeit, Konsum… war es irgendwie doch alles andere als langweilig, finde ich. Dieses allgegenwärtige Thema, ohne das dieses Jahr nichts ging, hat viel Energie verbraucht. Es war nicht nur das Thema, sondern die Auseinandersetzung damit. Es war wichtig, einen Umgang damit zu finden. Mit den hunderttausend Medienmitteilungen, Eventualitäten, Thesen und Theorien und Fakten. Es war und ist schwierig als Laie, all diese Dinge voneinander zu unterscheiden. Es war und ist schwierig, all diese Verschwörungstheorien zu lesen und zu hören, einige davon sehr, sehr strange und zu wissen, dass es Menschen gibt, die das glauben. Das hat nun nichts mit hinterfragen zu tun, ich spreche von QAnon und solchen Dingen.

Ich bin eigentlich dieses Jahr wenig zur Ruhe gekommen, obwohl gefühlt wenig los war. Ich empfand das Jahr als sehr anstrengend, zB bei der Arbeit, aber auch privat, vor allem während der Lockdown-Zeit. Ich glaube, ich habe mich von diesem Homeschooling-und-Arbeit-zur-gleichen-Zeit-und-der-Tag-hat-viel-zu-wenig-Stunden-Wahnsinn bis heute nicht richtig erholt. Mich hat selten ein Jahr so müde gemacht wie dieses.

Natürlich erleben wir positive Dinge vor allem in der Freizeit. Sie passieren in sportlichen Ereignissen, in kulturellen usw. Ich bin jetzt nicht überrascht, dass ich nichts finde, denn es gab nichts. Und die, die es vielleicht doch gab, die gingen unter, da wir auf ein Thema fokussiert waren und sind. Wurde überhaupt über etwas anderes berichtet oder habe nur ich das alles verpasst?

Macht nichts. Ich finde schon noch etwas. Ich finde ja, dass aus Katastrophen auch sehr oft etwas Schönes entsteht. Nicht immer. Und es bedeutet nicht, dass die Katastrophen selbst damit zu etwas Gutem werden. Aber wozu Menschen dadurch bewegt werden, das ist schon schön.
Ich habe zB die Buschbrände in Australien sehr schlimm empfunden. Die Vorstellung davon, wie gross diese waren, das hat mein Vorstellungsvermögen total überschritten und ich weiss, das das nun ein Scheiss-Satz ist, aber mir kommt kein anderes Wort für „Vorstellung“ in den Sinn und deswegen habe ich es jetzt sogar zum dritten Mal in einem einzigen Satz geschrieben… Aber egal. Habt ihr auch Videos gesehen von Rettungsaktionen? Wie Menschen Kängurus, Wombats und Koalas aus wirklich gefährlichen Situationen gerettet und sie verarztet und aufgepäppelt haben? Wie viel Geld gespendet wurde?

Oder die #metoo- oder #blacklivesmatter-Bewegungen. Traurige und unfassbare Ereignisse und Auslöser, ohne Zweifel. Sinnlose Dinge. Dinge, die nie hätten passieren dürfen. Und dann haben plötzlich Frauen (und auch Männer) angefangen, von ihren Übergriffen zu erzählen. Dinge, die sie vielleicht noch niemandem erzählt haben. Dinge, die Tabu gewesen sind. Dinge, von denen man wusste, dass sie passieren, aber nicht, in welchem Ausmass, in welcher Häufigkeit. Dinge, die aufhören müssen. Ähnliches geschah betr. Rassismus. Schreckliche, unsinnige Geschehnisse, Auslöser. Seit Jahren, Jahrzehnten. Wir Weissen fanden es nie erwähnenswert. Wir fanden es nie wichtig. Wir fanden, dass ein Mensch mit brauner Hautfarbe sich nicht durch Ausdrücke wie „Mohrenkopf“ diskriminiert zu fühlen hat. Die schlimmen Ereignisse in den USA haben dort und auch bei uns ein paar Diskussionen, eine grosse Solidarität und das Verlangen nach Veränderung, nach Verbesserung ausgelöst. Das finde ich gut. Endlich.

Ich finde aber ja sowieso, dass die richtig guten Dinge im Kleinen stattfinden. Und da kann sich jeder selbst einen Jahresrückblick der ganz persönlichen Highlights zusammenstellen. Das ist in einem Jahr wie diesem wichtiger denn je.

Ich möchte euch nicht mit meinem langweilen und um ehrlich (und wohl etwas zu direkt) zu sein, das geht euch sowieso einen feuchten an… Aber aus meiner ganz persönlichen Sicht war 2020 – abgesehen von Corona – ein wunderbares Jahr. Dem Kind und mir wurde von ein paar Menschen immer wieder ganz viel Glitzer und Sternenstaub auf unseren Weg gestreut und ich könnte nicht dankbarer dafür sein.

Ich hoffe, auch ihr erinnert euch an viele schöne Momente, Begegnungen (auch wenn diese dieses Jahr nicht immer persönlich stattfinden konnten, sondern per Telefon oder online) und Ereignisse und könnt daraus Kraft und Hoffnung schöpfen.
Damit wünsche ich euch einen guten Jahresabschluss, physische und psychische Gesundheit und dass ihr den Blick für das Schöne nie verliert, sei es auch noch so verborgen.

Ich weiss, dass ganz viele hier regelmässig, wenn nicht sogar jeden Text lesen. Ich freue mich, wenn ihr euch interessiert, auch wenn ich vielleicht nicht immer gleicher Meinung bin wie ihr. Mir ist immer bewusst, dass es verschiedene gibt und ich finde das auch immer gut so. Ich kann halt aber immer nur aus meiner eigenen Perspektive schreiben, alles andere würde ja den Rahmen sprengen.
Danke fürs Lesen und fürs Interesse, es bedeutet mir wirklich viel.

Ciao 2020.
Auf Nimmerwiedersehen.







Zwischen den Jahren

Bald ist Weihnachten.
Und eine Woche später ist Silvester und Neujahr, also der Jahreswechsel.
Diese Zeit nennt man auch „zwischen den Jahren“. Bei uns in der Schweiz bzw. in der Gegend in der ich wohne, kennt man diesen Ausdruck zwar weniger, aber man hört in hin und wieder, zB im Fernsehen. Ich denke, in Deutschland wird diese Woche zwischen Weihnachten und Neujahr so genannt. Ich fand das immer schon ein bisschen komisch, habe mir aber nie Gedanken über die Herkunft oder den Grund für diese Bezeichnung gemacht.
Nun bin ich vor einiger Zeit mit den Rauhnächten in Kontakt gekommen und befasse mich dieses Jahr näher damit und ich habe das Gefühl, „zwischen den Jahren“ passt ganz gut mit den Rauhnächten zusammen bzw. ich denke, diese beiden Dinge könnten den selben Ursprung haben.

Es wird vermutet, dass die Rauhnächte ihren Ursprung im germanischen Mondkalender haben, in dem ein Jahr aus zwölf Mondmonaten und 354 Tagen bestand. Die zum heutigen Sonnenkalender fehlenden elf Tage und zwölf Nächte wurden als Tage ausserhalb der Zeit angesehen. Also ausserhalb der Jahre bzw zwischen den beiden Jahren. Dies ist nun aber nur meine Interpretation, ob das so ist, weiss ich nicht. Wir sprechen hier von der Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. Mancherorts beginnen die Rauhnächte früher, wobei dann gewisse Tage dazwischen nicht dazu gezählt werden, damit man wieder auf die zwölf Nächte kommt.
Die zwölf Nächte stehen symbolisch für die zwölf Monate des neuen Jahres, also die erste Nacht für den Januar, die zweite für den Februar, die dritte für den März usw. Sie sagen jeweils die Ereignisse des entsprechenden Monats voraus, aus diesem Grund werden sie auch Losnächte (losen = voraussagen) genannt.

Der Begriff Rauhnächte kommt ursprünglich von rauh (wild), von Rauch und Räuchern (Rauchnächte) und von „ruch“, was aus dem mittelhochdeutschen kommt und haarig, pelzig bedeutet. Mit letzterem ist das Aussehen der Dämonen gemeint, die zu dieser Zeit ihr Unwesen treiben.

Laut altem Brauchtum wird geglaubt, dass in den Rauhnächten, den nicht-existenten Nächten, den Nächten zwischen den Jahren, die Gesetze der Natur ausser Kraft gesetzt sind und die Tore zur anderen Welt besonders weit offen stehen. Das ist also eine sehr mystische Zeit, in der die Geister unserer Ahnen und nicht nur die, in unsere Welt kommen.
In meiner Gegend gibt es die alte Sage von der „Sträggele“, einem hässlichen, alten, hexenartigen Wesen, das früher vor allem unartige Kinder mitgenommen hat und von denen man nie mehr etwas gesehen oder gehört hat danach. Ich kann mich daran erinnern, dass meine Grossmutter und auch meine Eltern manchmal solche Geschichten erzählt haben und auch die der „Sträggele“. Früher wurden ja sowieso viel mehr solche Geschichten erzählt und als Zuhörer wusste man nie so recht, was davon wahr war und was nicht. Von Geistern und Menschen, die ihren Tod verkünden (wenn zB genau zum Todeszeitpunkt des Grossonkels in der Küche seiner Tochter ein Bild zu Boden fiel oder die Wanduhr stehen blieb) oder von Toten, die herumgeisterten. Als Kind fanden wir diese Geschichten unheimlich, schaurig und auch sehr spannend. Ich habe es geliebt, sie zu hören und ich bin davon überzeugt, dass das nicht nur Geschichten waren.

Das mit der Sage der „Sträggele“ kam mir jetzt während des Schreibens in den Sinn und ich habe mich gefragt, ob diese eventuell einen Zusammenhang mit den Rauhnächten und deren unheimlichen Gestalten haben könnte. Ich musste ziemlich lange suchen, bis ich etwas genaues fand. In den meisten Berichten und Geschichten heisst es „in gewissen Nächten“ oder „in der Sträggelenacht“, aber siehe da, die Sträggelenacht ist drei Nächte vor Weihnachten, also in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, was also je nach Handhabung ganz genau in die Rauhnächte passt.

Um finstere Wesen fern zu halten und um sich zu schützen, wurde früher unter anderen Haus und Hof mit Weihrauch oder Heilkräutern geräuchert (Rauchnächte). Geräuchert wurde vor allem in den vier wichtigsten Rauhnächten: in der Thomas-Nacht vom 21. Dezember, Heiligabend, Silvester und in der Dreikönigs-Nacht und vor allem mit Beifuss, Wacholder, Johanniskraut und Salbei.

Man vermied in dieser Zeit das Wäsche waschen, denn man befürchtete, dass sich in der aufgehängten Wäsche böse Seelen verheddern könnten.
Es war nicht unüblich, vor den Stall- und Haustüren zu urinieren und Heilkräuter aufzuhängen, um bösen Geistern dein Einlass zu verwehren.
Die Menschen sorgten im und ums Haus herum vor den Rauhnächten für Ordnung, denn es hiess, dass Unordnung das Böse magisch anzieht. Dass vorher alles in Ordnung gebracht wurde bedeutete aber auch, dass man sich während den Rauhnächten nicht darum kümmern musste und man die Zeit bewusst für sich selbst nutzen konnte.
Es war weit verbreitet, Opfergaben für Naturgeister und Götter auf die Fensterbank zu legen, zB Nüsse, Äpfel und Gebäck.

In den Rauhnächten standen alle Räder still, so zB die Spinnräder oder das Mühlerad. Alle Räder wurden in dieser Zeit abgestellt, weil sich in dieser Zeit das Schicksalsrad drehte.
Kinder, die an einem Samstag oder Sonntag während der Rauhnächte geboren wurden, sagte man magische Fähigkeiten zu, zB Hellsichtigkeit oder das Verbreiten von besonderem Glück.
In den Rauhnächten war es verboten, mit Karten oder um Geld zu spielen und es existieren viele grausige Geschichten von Menschen, die dieses Spielverbot missachtet und daraufhin ganz furchtbare Begegnungen mit Geisterwesen hatten.
Wer in diesen zwölf Nächten die Türe zuknallt, wird im neuen Jahr mit Blitz und Unfrieden zu rechnen haben.
Haare und Nägel schneiden in dieser Zeit bringt ebenfalls Unglück und Krankheit über den Menschen.
Geliehenes soll vor den Rauhnächten wieder an ihrem Ort sein, ansonsten muss man im neuen Jahr mit Krankheit und Energieverlust rechnen.
Fehlende Knöpfe deuten auf einen kommenden Geldverlust hin, falls sie nicht vor der ersten Rauhnacht ersetzt werden.
Stirbt jemand in den Rauhnächten, wird es im folgenden Jahr weitere Todesfälle im engeren Umkreis geben.
Bellt ein Hund um Mitternacht, so wird jemand sterben.
Wenn Dinge in dieser Zeit hinunter fallen, bringt dies grosses Pech im neuen Jahr. Man kann dieses jedoch abwenden, indem man am 28.12. und am 5.1. besondere Speisen und Milch vor die Türe stellt, um die Naturgestalten friedlich zu stimmen.

Die Träume, die man in dieser Zeit hat, gehen in Erfüllung, sofern sie vor Mitternacht geträumt werden. Sie erfüllen sich in der ersten Monatshälfte des jeweiligen Monats. (1. Nacht = Januar, 2. Nacht = Februar, 3. Nacht = März usw).
Genau so vehält es sich mit Wünschen, die man sich im voraus aufschreiben und pro Nacht dann je einen verbrennen kann. Auch heute noch sind diese ganz besonderen Wunsch-Rituale in den Rauhnächten weit verbreitet.

Früher wurden Besen gerne in den Rauhnächten gebunden, denn mit ihnen wurden besonders wirksam Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus gefegt.
Und da sehe ich wieder einen Zusammenhang mit der oben erwähnten „Sträggele“ und andern ähnlichen Wesen. Bei uns sieht man diese oft an Fasnachts-Umzügen und ich glaube, ich liege nicht falsch, wenn ich sage, dass diese wirklich immer eine Art Besen mit sich tragen, zB in Form von Tannästen und halben Bäumen.

Auch dem Wetter während der Rauhnächte und -tage kam eine besondere Bedeutung zu. Viel Wind kündigte ein unruhiges Jahr an. Viel Nebel stand für alte Dinge, die man bereinigen sollte und ein nasses Jahr war zu erwarten. Helles und klares Wetter bedeutete warme und gute Zeiten.

Es geht in den Rauhnächten ganz fest ums neue Jahr und darum, Böses abzuwenden, sich zu schützen und aber auch darum, Gutes anzuziehen.

Diese Bräuche wurden bis etwa vor hundert Jahren in verschiedenen Gegenden unterschiedlich durchgeführt. Ich würde gerne meine Grossmutter dazu befragen, denn ich bin mir ganz sicher, dass sie den einen oder andern Brauch kannte oder gar anwendete. Das würde mich sehr interessieren. Leider lebt sie nicht mehr.

Ich glaube, die Rauhnächte sind auch heute noch ganz genau dieselbe sensible und mystische Zeit wie vor hundert oder zweihundert Jahren, nur haben wir in unserer hektischen und lauten Welt aufgehört, solche Dinge wahrzunehmen und dementsprechend auch aufgehört, daran zu glauben, denn was wir nicht sehen, das existiert nicht…

Ich werde dieses Jahr an einem Rauhnächte-Online-Kurs teilnehmen, um mehr darüber zu erfahren und mir jeden Tag ein paar Minuten ganz bewusst Zeit für mich und meine Wünsche zu nehmen. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt…
Mögen sie in Erfüllung gehen, so wie eure auch.



Same procedure again…

Vielleicht gibt es nichts interessanteres als ein Menschenleben, denn wo Menschen leben passiert ganz schön vieles. Viel Alltägliches, viel Routine, viel Schönes, Neues und Wunderbares. Viel Trauriges, Schreckliches und grosse Schicksale.

Für jeden ist wohl das eigene (Er-)Leben der Massstab, an dem andere gemessen werden. Manchmal finden wir, dass unser Erlebtes das Tollste ist und manchmal das Schlimmste von allen. Manchmal denken wir, wir müssten am meisten tragen, am meisten erdulden und erleiden. Wir wünschen uns irgendwas (eine Freundin, ein Kind, ein Auto, heiraten, einen neuen Job, ein Erlebnis, Ferien, einen Hund….), erreichen (bekommen, kaufen…) es…
Und dann dauert es nicht lange und es wird zur Routine. Wir haben uns dran gewöhnt, kennen es in- und auswendig, sooooo interessant ist es gar nicht mehr, wir langweilen uns damit ein bisschen…
Wir wünschen uns, aus der Routine ausbrechen zu können, möchten etwas Neues, Anderes erleben, finden unseren Alltag öde und zu unspektakulär. Immer dieselben Abläufe, derselbe Trott…

Manche brechen dann tatsächlich aus, erleben Neues und Spannendes und fühlen sich damit auch selbst wieder begehrenswerter und interessanter… und auch das Neue wird irgendwann Alltag. Same procedure again…

Bei andern ist es andersrum. Sie werden aus dem Alltag rausgerissen, weil irgendwas passiert. Etwas, was unsere ganze Aufmerksamkeit fordert, unsere ganze Energie und uns in sich aufsaugt. Zum Beispiel, wenn man der Partner einer solchen Person ist, die etwas Neues erleben will bzw es tut. Oder halt andere Sorgen, es gibt davon ja genügend und für jeden seine ganz persönlichen kleineren oder grösseren Katastrophen.

2020 ist ja so ein Jahr. Das hat es wirklich in sich.
Es ist mein zweites Jahr seit der Trennung. Man sagt, das erste sei das schwierigste und das war es auch, in vielerlei Hinsicht bzw vermutlich vor allem, weil die persönliche Befindlichkeit noch krisenhaft und ansonsten alles neu und ungewohnt war.
Jedenfalls erinnere ich mich sehr gut an Ende 2019. Ich habe mich auf 2020 gefreut. Auf ein Jahr, das besser werden sollte und noch ein bisschen einfacher vielleicht. Wieder ruhiger werden, vielleicht sogar wieder ein bisschen glücklich manchmal… Nicht, dass ich das 2019 nie war, aber da war bzw ist noch viel Luft nach oben.

Und dann kam Corona mit all seinen Konsequenzen. Das wäre eigentlich schon genug, noch mehr Schwierigkeiten braucht echt keiner. Aber wir wissen es ja. Da wo ein Hund hin pisst, pissen dann all die andern auch hin.
(Ich hab gedacht, ich erfinde mal ein neues Sprichwort. 🙂 )

Ich kann sagen, Corona selbst hatte auf mich keine allzu grossen Auswirkungen. Während des Lockdowns natürlich schon, wie in verschiedenen Texten beschrieben. Ich fand das furchtbare zwei Monate und hätten die noch länger gedauert, ich hätte es nicht mehr geschafft, alles unter einen Hut zu bringen. Während einige die Ruhe und das Nichtstun sooo sehr genossen haben und dies sogar in Langeweile überschwappte, waren für mich bei Homeschooling und Arbeit 24 Stunden pro Tag zu wenig. Und ich sehr unentspannt. Gut, dass es dann mal vorbei war bzw. der Lockdown und ein paar Massnahmen gelockert wurden.
Seitdem fühle ich mich eigentlich nicht eingeschränkt, mein Leben verläuft ziemlich normal. Ausser dass ich mich auf Abstand achte und wirklich viel weniger soziale Kontakte habe, ist alles normal. Und wir sind gesund geblieben bisher, das ist gut.
Ich rege mich nicht darüber auf, dass ich weder auf Konzerte noch auf Parties kann, denn das tu ich aus andern Gründen sowieso schon länger nicht mehr. Also gehts mir eigentlich ganz gut, trotz den Massnahmen, die wir einhalten, um Corona möglichst nicht weiterzuverbreiten.

Aber es ist echt viel anderes dieses Jahr. Ich löse eine schwierige Situation und schwupps, die nächste ist schon da. Es ist tatsächlich momentan ziemlich energieraubend, sich die meiste Zeit über irgendwas grosse Sorgen zu machen. Und es ist schwierig, dies zu machen, ohne dass das Kind etwas davon mitbekommt. Ich versuche es, aber es ist nicht mehr immer möglich zur Zeit.

Natürlich schaffe ich es. Ich schaffe alles. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt keine Alternative. Es sind immer Dinge, die ich im Moment zwar als dramatisch erlebe, wohl weil meine Energie schwindet, die aber lösbar sind.
Ich schaue in die Welt hinaus und sehe ganz andere Probleme. Die richtig grossen. Andere Menschen, die mit Situationen zu kämpfen haben, in denen es ihnen nicht möglich ist, selbst eine Lösung zu finden. Zum Beispiel all die Menschen, die aus ihrem Zuhause geflüchtet sind, in Moria eingepfercht waren und jetzt irgendwo sind. Viele wohlhabende Länder, viele wohlhabende Menschen rundherum wollen davon nichts wissen.
Rassismus nimmt zu. Rechtsradikales Denken. Und es wird geduldet, ja sogar unterstützt. In der Schweiz, in Deutschland, in den USA.
Menschen haben Angst. Die einen, dass sie eingeschränkt werden. Ihrer Rechte beraubt. Sie schreien es raus, sie wollen keine Diktatur, keine Massnahmen gegen Corona. Flüchtlinge sollen dort bleiben wo sie sind oder gleich zurück in ihr Land gebracht werden. Die SVP nennt die Flucht „eine Reise ins Traumland“. Es wird nicht weit gedacht, nicht in die Weite geschaut. Die Angst ums eigene Portemonnaie verhindert so manches, egal in welchem Bereich… Umweltschutz, Flüchtlingswesen, Corona und Gesundheitswesen…
Es geht ums Geld. Einige Musiker oder Künstler stellen sich gegen die Corona-Massnahmen, hetzen und motivieren auch andere sich aufzulehnen. Aber ist dieses Engagement ehrlich oder gehts da einfach nur um die eigenen Interessen? Natürlich verstehe ich, dass sie schon eine Weile wenig oder gar kein Geld verdienen können und das ist schlimm. Aber vielleicht sollte man da sein Beweggründe doch ein wenig mehr hinterfragen?

Jeder von uns hat ein einziges Leben, das er leben muss oder im besten Fall darf. Jeder hat ein Recht auf ein schönes Leben. Ich finde es nicht in Ordnung, dass zu meinen Gunsten andere leiden müssen oder der Planet kaputt gemacht wird. Ich bin fürs Miteinander und fürs Einander helfen, auch wenn sich das nicht immer so einfach gestaltet. Ich würde mich immer für die Schwächeren einsetzen. Leider ist es so, dass dies sehr oft auf der finanziellen Ebene statt findet und genau da sind mir momentan recht die Hände gebunden. Aber irgendwann wird dies anders aussehen. Und das Finanzielle ist nur ein Teil der Unterstützung, es gibt noch andere.
Typischerweise schweife ich wieder mal ziemlich ab…

Also. Zurück zum 2020.
Ich hatte mir für dieses Jahr ja vorgenommen, mich wieder mehr am sozialen Leben zu beteiligen. Mich wieder öfter mit andern treffen. Freundschaften pflegen. Vielleicht sogar im Leben neuer Menschen aufzutauchen bzw. sie bei mir. 2020 macht es mir nicht einfach, muss ich sagen. Aber es ist, wie es ist. Als alleinstehende Frau mit Kind fühle ich mich aber tatsächlich ziemlich isoliert manchmal. Ich habe voll Bock drauf, Menschen zu begegnen, hinter deren Fassade zu gucken und Lebensgeschichten zu hören. Ist dies nicht irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens?
Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass es mir fehlt, meine Gedanken oder halt auch meine Sorgen mit jemandem besprechen zu können. Es ist nie jemand da, der zuhört, wenn ich krank vor Sorge bin oder mich in etwas hineinsteigere. Niemand, der sich wirklich interessiert. Niemand, der mit mir am gleichen Strick zieht. Mir fehlt kein Partner, ich wünsche mir auch keinen. Aber trotzdem vermisse ich diesen Teil. Ich kann das nicht alles in mir drin behalten, denn das macht mich krank. Aber teilen kann ich es auch nicht bzw ein paar Dinge erzähle ich schon, ich bin da ja eher offen. Aber das ist längst nicht alles und genau das, was man nicht erzählt, plagt einem doch irgendwie tief drinnen ganz besonders stark.
Das ist wohl der nächste Punkt, an dem ich arbeiten werde und dann kommt dann wieder ein neues Thema. Wir kennen es….

Das Reifen und Entwickeln hört nie auf und irgendwie ist es wohl gut so.
Und ich wünsche mir ein kleines bisschen mehr Routine und Alltag und gleichzeitig auch ein kleines bisschen mehr Abwechslung, spannende Menschen, mehr Kommunikation.

Ende.

Dinge gehen zu Ende, es ist unweigerlich so. Immer. Unendlichkeit existiert in einem menschlichen Leben nicht und wenn doch, dann nur in unseren Wünschen und Träumen.

Enden sind manchmal ganz okay und manchmal überhaupt nicht.

Was bin ich jedes Mal traurig, wenn ich ein gutes Buch (eigentlich viel zu schnell) zu Ende gelesen habe und es irgendwie nicht genügend genossen habe? Verschlungen, Sätze überlesen, um möglichst schnell alles in mir aufzusaugen. Und am Ende bleibt immer ein kleines Bisschen Leere und es dauert eine kleine Weile, bis ein nächstes Buch diese wieder auszufüllen vermag.

Wir freuen uns auf einen besonderen Augenblick oder einen Tag, auf Weihnachten, Urlaub und Geburtstage und wenn wir ehrlich sind, ist vielleicht die Vorfreude viel ergiebiger als der Moment selbst, denn sie dauert unter Umständen viel länger und lässt uns erschaudern, glücklich sein und uns alles in den schönsten Farben ausmalen. Wenn der besondere Moment dann da ist, ist er auch schon wieder vorbei und was bleibt, sind Erinnerungen.

Gerade gestern habe ich darüber geschrieben, wie es ist wenn ein Leben endet. Ein Ende und ein Abschied für immer und auch für ewig, obwohl ich gerade eben geschrieben habe, dass es die Unendlichkeit gar nicht gibt. Und doch scheint es sie zu geben, nämlich im Tod. Im Nichts. Oder auch nicht. Niemand weiss es, einige glauben irgendetwas.

Freundschaften enden, Menschen leben sich auseinander, finden neue, interessantere Menschen, mit denen sie sich verbinden und Zeit verbringen möchten. Das ist der Lauf der Zeit. Normal. Und doch ist auch das manchmal mit loslassen verbunden und loslassen ist vielleicht mit losreissen verbunden und vielleicht tut das dann einem von beiden mehr weh als dem andern.
Und manchmal ist längst nicht alles ein Ende, was wie ein Ende aussieht. Manchmal ist es nur ein Warten, ein Zwischenraum und die Angst vor dem Ende, die uns etwas zusammenphantasieren lässt.

Ich glaube, wir füllen so manche innere Leere mit einem Menschen. Einem, der ganz genau das ist, was wir brauchen. Ganz genau das, was uns glauben macht, wir wären nicht leer, nicht zerbrochen. Es ist schön, dass es das gibt. Und aber auch unschön, wenn dieser Mensch dann nicht mehr da ist, denn dann werden wir auf unser inneres Leer-Sein zurück geworfen und das ist vielleicht das allerschlimmste Gefühl von allen.
Leere ist schwer auszuhalten. Für mich jedenfalls.
Und dennoch tu ich es, wenn sie mal da ist. Muss.

Ich glaube, wenn wir vermögen, alle diese leeren Stellen in unseren Herzen selbst auszufüllen und wir mit uns selbst zufrieden und glücklich sind, dann sind wir bereit für die Liebe. Denn dann brauchen wir nicht mehr, kompensieren wir nicht mehr, sind wir nicht mehr abhängig, sondern sind wirklich frei für jemanden.

Sie wären ja sowieso gestorben…

Zwei Monate Corona und es fällt schwer, weiterhin durchzuhalten. Es geht uns allen so, ich weiss. Ich tu’s trotzdem. Durchhalten. Ich bin froh, dass die Zahlen der Neuinfizierten momentan nicht mehr hoch sind und mir wäre es recht, wenn sie nicht nochmal drastisch ansteigen würden. Ich vermisse vieles, denn ich bin ein Mensch, der nicht soooo einfach auf soziale Kontakte verzichten will. Mach ich aber. Natürlich. Für alleinstehende bzw alleinlebende Menschen bedeutet dies, dass man jetzt seit mehr als 8 Wochen keinen so gut wie keinen direkten Kontakt zu andern erwachsenen Menschen hatte. Mir fehlt das sehr. Die Aktivitäten, auf die wir momentan ebenfalls alle verzichten, fehlen mir nicht.

Mich ärgern am ganzen Corona-Zeugs momentan eigentlich die Reaktionen bzw Aussagen von einigen, die ich null nachvollziehen kann. Und ich bin tatsächlich ein Mensch, der vieles versteht und vieles nachvollziehbar findet, auch wenn’s nicht meine Meinung ist.

Heute habe ich zB gelesen „Ich glaube nicht an Corona“. Also was? Was bedeutet das? Ich glaube nicht an Corona? Glaubt man da auch nicht an Ohrenschmerzen oder den Noro-Virus? Denkt man, Dinge an die man nicht glaubt, existieren nicht? Wie praktisch! Wenn man also nicht an Krebs glaubt, ist man safe. An all die psychischen Krankheiten muss man auch nicht zwangsläufig glauben, denn sie sind eh nicht immer klar ersichtlich.

Oder meinte diese Person, Corona werde nur vorgetäuscht? Da gibt es ja dann so einige zum Teil sehr interessante (bescheuerte, durchgedrehte, psychotische, gestörte, extrem fantasievolle) Geschichten und ich möchte behaupten, jemand mit einem gesunden Menschenverstand und ohne Wahnvorstellungen weiss, dass das alles Kacke ist.

Nach wie vor ist auch die Meinung, Corona sei nicht so schlimm und es würden daran viel weniger Menschen sterben als an einer Grippe, weit verbreitet.

Heute hat mir eine Frau in einer dieses Thema betreffende Facebook-Diskussion geschrieben, dass diese Menschen ja sowieso gestorben wären. Diese Aussage finde ich noch dümmer als andere. Und sehr pietätlos. Ich habe darauf geantwortet, dass man das dann ja auch bei Krebs- oder Unfalltoten sagen kann. Oder bei Suiziden, bei Totgeburten und eigentlich grad immer, wenn jemand stirbt. Denn jeder wird sterben. Irgendwann… Haupsache, es sterben andere. Fremde. Dann kann uns das getrost egal sein? Sie bejahte diese Aussage.

Ich finde auch, wenn jemand 95 ist, dann wird er vermutlich nicht noch weitere zehn Jahre leben. Und dennoch hat er ein Recht auf seine restliche Lebenszeit, es ist nicht egal, wenn er morgen an Corona stirbt. Es ist nie egal. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass ein Menschenleben so ziemlich das wertvollste sei, das es gibt, oder? Mir hat jetzt eben noch eine geschrieben, dass dass die „natürliche Selektion“ sei. Die Schwachen nimmts. (Siehe Bild unten)

Da frage ich mich, in welcher Phase der moralischen Entwicklung solche Menschen stecken geblieben sind… Da gehört wohl dann auch die Meinung mit hinein, dass zB behinderte Menschen, die ja irgendwie zu unseren Schwächsten gehören, auch keine Berechtigung zum Leben haben? Und wir ist es mit Aborten? Und Kranken? Ist ja egal, wenn die jetzt an Corona erkranken und evtl sterben, natürliche Selektion. HAUPTSACHE, ES TRIFFT NICHT MICH. Gehts noch dümmer und taktloser? Was ist da falsch gelaufen in der Erziehung? In der Vermittlung von Werten? So ziemlich alles, oder?

Leute, ganz ehrlich. Personen mit einem solchen Menschenbild machen diese Welt zu einer schlechten. Das ist meine Meinung. Genau so ein Mensch hat vor 90 Jahren mal Deutschland angeführt. Ein menschenhassendes Arschloch, dem Menschenleben nichts wert waren. So einer regiert momentan die USA. Ich würde nicht sagen, dass er menschenhassend ist, aber ganz bestimmt ist er gleichgültig ihnen gegenüber. IHM gehts ja gut.

Diese Gleichgültigkeit und diese Abwertung von Menschen… Ich finde das nicht nur unschön, sondern auch erschreckend. Und dann wundert man sich, warum die Welt ist, wie sie ist!

In Clubs gehen, ausgehen, sich seiner Freiheiten nicht berauben lassen wollen, auf Kosten der „Schwächsten“… Ich rege mich über so etwas wirklich sehr auf. Vielleicht weil ich weiss, wie Verluste sich anfühlen, vielleicht aber auch einfach, weil ich kein Misanthrop bin.

  • Diese Facebook-Unterhaltung von heute… Ich habe betr. „natürliche Selektion“ dieser Dame geantwortet, dass also ihrer Meinung nach zB behinderte Menschen auch keine Daseins-Berechtigung hätten usw. Ihre Antwort, siehe Foto (ich werde es unten übersetzen). Danach habe ich nicht mehr zurück geschrieben…:
  • Übersetzung: Klar ist ein Menschenleben wertvoll, aber wenn eine Krankheit kursiert, nimmts halt immer zuerst die Schwachen. 🤷🏼‍♀️ Und nur, weil jemand behindert ist, heisst es nicht, dass er zu den Schwachen gehört oder zu denen, die sterben müssen, aber mit unserem Gesundheitssystem, wo die Leute immer älter werden, braucht es irgendwie auch einen natürlichen „Feind“, der die Population in Zaun (sie meint Zaum) hält… weil erschiessen wie bei den Tieren darf man sie ja nicht und auch wenn man dürfte, würde ich zuerst die Dummen holen. (Also sich selbst…)

    Ich weiss auch nicht, was ich da noch sagen soll… Aber mit dieser Einstellung wird das nichts mit einer besseren Welt und ich hoffe von Herzen, dass diese Frau zu einer winzig kleinen Minderheit gehört.

    Das kleine Glück ist gross

    Ich glaube, manche von uns warten darauf, das irgendetwas geschieht in ihrem Leben. Darauf, dass alles besser wird und darauf, dass das Glück endlich Einzug hält und für immer bleibt. Sie warten und warten und warten. Und suchen den Fehler woanders. Es ist einfach, jemandem die Schuld für sein eigenes Unglück zu geben. Verantwortung abgeben, Verantwortung nicht übernehmen, es ist beides dasselbe.

    Vielleicht schreibe ich gerade von mir. Oder von dir. Ich weiss es nicht…

    Ich glaube jedenfalls, wir lassen sehr vieles unbeachtet. Hoffen auf das ganz, ganz grosse Glück und merken nicht, dass das kleine Glück eigentlich das grosse ist und dass es schon hier ist.
    Es leuchtet oder glitzert nicht, es ist oft klein und unscheinbar.

    All die vielen kleinen Dinge, die glücklich machen (können). Aber halt nur dann, wenn wir sie sehen. Wenn nicht, gehen sie an uns vorbei, lösen sich in Nichts auf. Vielleicht wissen wir ganz oft nicht mal, dass sie da waren und vielleicht denken wir aber irgendwann an solche Momente zurück, ein bisschen wehmütig, uns bewusst, dass wir etwas verpasst haben.

    Es gibt so ein schönes Lied von der wunderbaren Band AnnenMayKantereit und ich werde im Anschluss versuchen, es einzufügen. Falls es nicht klappen sollte, es heisst „Schlagschatten“. Bitte, hört es euch an. Vielleicht ist es im Moment mein Lieblingslied, denn es spricht mir so sehr aus der Seele. Sie singen „… ich glaub das kleine Glück ist gross“ und ICH  glaub, die haben recht.

    So möchte ich durchs Leben gehen und die kleinen Dinge sehen und mich daran erfreuen. Ich glaube, schlussendlich sind das viele kleine Tankstellen, an denen wir Energie und Glück abzapfen. Ganz umsonst. Schade, wenn wir das ungenutzt lassen, oder?

    Es lohnt sich ganz bestimmt, wieder mutiger zu werden, wieder offener. Und JA zu sagen, wenn das Leben mir etwas anbietet. Das ist ein Vorsatz.

     https://m.youtube.com/watch?v=XOP–GeLXZk

     

    Alleinerziehend. Ein weiterer Text.

    Ich schreibe immer wieder darüber. Weil es mein neues Leben ist und ich mich damit auseinander setze. Auseinander setzen muss. Etwas anderes bleibt mir ja nicht übrig. Und ich muss sagen, ich habe manchmal noch Mühe damit. Es ist genau das, was ich nie wollte. Ich wollte nie allein gelassen werden. So fühle ich mich tatsächlich oft. Allein gelassen.

    Ich habe es mir wirklich sehr gut überlegt damals, ob ich schwanger werden will. Ob ich ein Kind bekommen möchte, diese Verantwortung tragen kann. Nach dem Tod meiner Eltern sah ich mich auch ohne Kind bereits in einer Rolle, die viel Verantwortung tragen muss. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden, zusammen mit meinem damaligen Ehemann. Im Glauben, dass wir diese Aufgabe zusammen meistern, das Kind in Liebe bei uns aufwachsen lassen.

    Tja. Glauben ist nicht wissen. So ist das Leben.

    Und jetzt ist das so. Es geht mir nicht ums Jammern. Nie. Es gibt nichts zum Jammern, es läuft ziemlich gut.

    Jemand hat mir gesagt, das was ich nun bezahle, ist der Preis, den Mütter bezahlen für die enge Bindung zwischen ihnen und dem Kind. Diesen Preis bezahlt man. Und es ist normal. Naja, ich finde das nicht. Als Frau bin ich nach der Trennung deutlich schlechter gestellt als der Mann, obwohl die Trennung nicht von mir aus kam. Das Finanzielle ist nur die eine Seite.

    Ich bin wahnsinnig froh, dass das Kind bei mir wohnt. Ich könnte ohne sie gar nicht leben, das würde mir das Herz brechen. Neben Familie, Organisation, Terminen, Haushalt und Arbeit habe ich meine Freiheit aber zB ziemlich verloren. Ich meine die Freiheit, mal weg zu gehen, abends oder so. Ich bin mir sicher, das klingt verbitterter als es soll. Ich will es aber nur beschreiben. Bei fehlender Familie, die mir mal unter die Arme greifen könnte, gehe ich praktisch nie aus. Ich habe sozusagen kein Sozialleben mehr. Und wenn jede zweite Woche das Kind eine Nacht nicht zuhause übernachtet, könnte ich zwar, möchte aber das Geld nicht unnötig ausgeben. Es würde anderswo fehlen. Und ich bin sowieso zu müde. Es sind lange Tage, ich schlafe während der Woche nie so richtig genug.

    Wie ich oben gesagt habe, ich bin nicht unzufrieden. Und doch finde ich es nicht immer einfach, ich gebe das auch zu. Ich bin extrem froh, dass wir dieses Jahr überstanden haben und es uns gut geht. Mir fehlt nichts. Ich finde, ich bin sogar wieder ziemlich glücklich. Aber ich bin müde. Und unentspannt. Ich habe die alleinige Verantwortung, loslassen geht da schlecht irgendwie.

    Ich schaue positiv eingestellt in die Zukunft. Aber in was für eine Zukunft? Irgendwie braucht das viel Energie. Ich habe die aber, ich weiss das. Das letzte Jahr hat’s bewiesen.

    Alleinerziehend und ohne Verwandtschaft zu sein, bedeutet irgendwie schon auch, allein zu sein. Zumindest in gewissen Momenten. Damit tu ich mich manchmal noch schwer. Nie irgendwelche Gedanken, Sorgen mit einer erwachsenen Person teilen, nie müde nach Hause kommen und jemand interessiert es, wie dein Tag war. Mal weinen und jemand nimmt dich in den Arm. Sich immer um Kontakte bemühen, es ist niemals jemand einfach da. Verabreden usw, oft mit dem Hintergedanken, ob wir wohl stören oder uns aufdrängen… Sowas halt. Vielleicht fehlt mir ein Partner. Mag sein. Aber das ist genau das, was ich mir nach all diesen Erfahrungen nun wirklich überhaupt nicht mehr vorstellen kann.

    Ich habe es gut. Ich verdiene mein eigenes Geld, ich habe alles gut auf die Reihe gekriegt, bin physisch und psychisch gesund. Andere müssen mit schlimmeren Situationen zurecht kommen, viel schlimmeren. Ich habe Lebensgeschichten und von Trennungssituationen gehört, die hält man nicht für möglich…

    Mich macht nicht mal nur mein Alltag müde, sondern auch Menschen, die in total anderen Lebensumständen leben und sich null hinein versetzen können. Oder wollen. Diese herablassende Haltung Frauen gegenüber. Durchaus auch von Frauen. Wenn Frauen gleichberechtigt und gleichwertig wären bei uns in der Schweiz, würden viele das im Alltag vielleicht nicht mal so deutlich merken, ich weiss. Aber jede kann in Situationen kommen, in denen es einen Unterschied machen würde. Es gibt Frauen, Familien, die fallen durch die Netze.

    Männer wären dadurch nicht benachteiligt oder weniger wichtig bzw weniger wert. Es ist kein Geschlechterkampf. Es geht um Zusammengehörigkeit.

    Es wäre einfach fair und manchmal ein bisschen einfacher und ich finde, dieser Zustand ist erstrebenswert. Lassen wir eine Entwicklung zu.

    Let me tell you something / Lass mich dir etwas erzählen…

    Let me tell you something…
    Lass mich dir etwas erzählen…

    Its about all the good things in life.
    Es geht um das Gute in der Welt.

    Its so much easier to see all the bad. All the problems and difficulties.
    But why? Being more positiv would make life much easier, wouldnt it?
    Es ist viel einfacher, all das Schlechte zu sehen. All die Probleme und Schwierigkeiten. Aber warum? Positiver eingestellt zu sein, würde das Leben viel einfacher machen, oder?

    There are way more good people than bad people.
    Es gibt viel mehr gute als schlechte Menschen.

    They love each other, help each other. Care for each other. Every day.
    Sie lieben einander, helfen einander. Sorgen sich um einander. Jeden Tag.

    They laugh together. And cry together.
    Sie lachen zusammen. Und weinen zusammen.

     

    In Switzerland more than 200 children are born each day.
    Most of them made with love.
    In der Schweiz werden pro Tag mehr als 200 Kinder geboren.
    Die meisten mit Liebe gemacht.

    We hear about diseases such as cancer and how many have died of it.
    But many more people have survived!
    Wir hören von Krankheiten wie zB Krebs und wieviele daran gestorben sind.
    Aber noch viel mehr Menschen haben überlebt!

    Life isnt about fighting and suffering.
    Life is about making the best of everything. About being happy and make others happy as well.
    Or at least not making anyone unhappy.
    Im Leben geht’s nicht ums Kämpfen und Leiden.
    Es geht darum, das Beste aus allem zu machen. Ums glücklich sein und darum, auch andere glücklich zu machen.
    Oder zumindest nicht unglücklich.

    There are a lot of wonderful things…
    Es gibt soooo viel Schönes…

    The amazing feeling of breathing cold, fresh air, when we open the window early in the morning.
    Das wunderbare Gefühl, wenn wir morgens das Fenster öffnen und die kalte, frische Luft einatmen.

    The magic of the first snow every winter. The first flowers every spring. A lot of sunshine in summer and all the colours in autumn. Couldnt it be more beautiful?
    Der Zauber vom ersten Schnee jeden Winter. Die ersten Blumen im Frühling. Viel Sonnenschein im Sommer und all die Farben im Herbst. Könnte es noch schöner sein?

    The warmth of the sun on our skin.
    Die Wärme der Sonne auf unserer Haut.

    Relaxing in a tub of hot water.
    Im heissen Badewasser liegen, entspannen.

    Favourite music!
    Lieblingsmusik!

    Sofa, feet up and a glass of the favourite red wine, when the Kids are in bed, finally.
    Sofa, Füsse hoch und ein Glas vom Lieblings-Rotwein, wenn die Kinder endlich schlafen.

    Looking at my child and seeing the love of my life.
    Mein Kind anschauen und die Liebe meines Lebens sehen.

    Being healthy.
    Gesund sein.

    Drinking coffee with friends. Having friends!
    Kaffee trinken mit Freunden. Freunde haben!

    Some nice words, a surprise, a gift. Ist about the little things.
    Ein paar liebe Worte, eine Überraschung, ein Geschenk. Die kleinen Dinge sind die grossen Dinge.

    The first sip of warm coffee in the early morning.
    Der erste Schluck warmen Kaffee morgens.

    The feeling after an urgent pee.
    Das Gefühl nachdem man dringend pinkeln musste.

    Meeting new, interesting people, visiting new places, learning about new things.
    Neue Menschen kennenlernen, neue Orte besuchen, dazulernen.

    To face challenges.
    Sich Herausforderungen stellen.

    A good nights sleep after many bad ones.
    Eine gute Nacht nach vielen schlechten.

    I have written pretty much and there is even more. See it, feel it!
    Ich habe ziemlich viel geschrieben und es gibt noch viel mehr. Sieh es, fühle es!