
Als ich von der Demodex-Milbe gehört habe, musste ich ehrlich gesagt zweimal hinhören. Eine Milbe, die auf unserem Gesicht lebt? In unseren Haarfollikeln? Sogar an unseren Augenwimpern?
Das klang für mich zuerst ziemlich gruselig, aber trotzdem ist es wahr.
Eigentlich möchten wir uns das gar nicht vorstellen, aber ich erzähle euch nun trotzdem davon:
Die Demodex-Milbe, auch Haarbalgmilbe genannt, ist ein winziges Spinnentier. Sie wird nur etwa 0,2 bis 0,4 Millimeter gross und ist mit blossem Auge praktisch nicht zu erkennen.
Das Erstaunlichste daran ist aber etwas anderes: Fast jeder erwachsene Mensch trägt Demodex-Milben auf seiner Haut.
Sie leben vor allem dort, wo viele Talgdrüsen sind – an der Stirn, auf der Nase, an den Wangen und besonders gerne an den Haarfollikeln der Augenwimpern. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von Hautfett, abgestorbenen Hautzellen und anderen Rückständen auf unserer Haut.
Eigentlich sind sie also keine Eindringlinge, sondern gehören bei den meisten Menschen ganz selbstverständlich zur natürlichen Hautflora.
Kinder produzieren noch deutlich weniger Talg. Erst in der Pubertät werden Talgdrüsen aktiver, wodurch die Haut für die Milben ein geeigneter Lebensraum wird.
Sie werden wahrscheinlich durch engen Hautkontakt im Laufe des Lebens von anderne Menschen übertragen, was völlig normal und harmlos ist.
Die meiste Zeit bemerken wir sie überhaupt nicht. Erst wenn sie sich ungewöhnlich stark vermehren, können sie mit Hautproblemen in Verbindung gebracht werden. Manche Fachleute vermuten einen Zusammenhang mit Rosazea oder Lidrandentzündungen. Das bedeutet aber nicht, dass Demodex-Milben automatisch krank machen. Die meisten Menschen leben ihr ganzes Leben mit ihnen, ohne jemals Beschwerden zu haben.
Was ich besonders faszinierend finde: Tagsüber verstecken sich die Milben tief in den Haarfollikeln. Erst nachts werden sie aktiv. Dann verlassen sie ihre Verstecke, bewegen sich langsam über die Haut und suchen nach neuen Haarfollikeln oder einem Partner zur Fortpflanzung.
Allein dieser Gedanke lässt einen schaudern, gäll?
Während wir schlafen, findet auf unserer Haut eine winzige Welt mit einem Eigenleben statt, von der wir normalerweise überhaupt nichts mitbekommen. Und trotzdem müssen wir uns davor nicht fürchten.
Die Demodex-Milbe ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Im Gegenteil: Sie gehört für die meisten von uns ganz selbstverständlich zum Leben dazu – genau wie Milliarden von Bakterien, die ebenfalls auf unserer Haut leben und oft sogar nützlich sind.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele kleine Lebewesen unsere Welt bevölkern, ohne dass wir sie überhaupt bemerken und ohne dass wir von ihnen wissen.
Manche davon wirken im ersten Moment etwas unheimlich. Doch wenn man genauer hinschaut, sind sie einfach ein weiterer Teil der faszinierenden Natur und ganz interessant.
Vielleicht ist genau das das Spannendste daran: Wir glauben oft, unseren eigenen Körper gut zu kennen. Und dann erfahren wir plötzlich, dass wir unser ganzes Leben lang winzige Mitbewohner hatten, von denen wir nichts geahnt haben. Und glaube mir, die Demodex-Milben sind bei weitem nicht die einzigen Lebewesen, denen wir mit unserem Körper ein Zuhause bieten…
Ach du Scheisse…. spätestens nach dem Suchen des Bildes würde ich dies alles gerne doch nicht wissen…. Aber ich bin ja nicht allein, Du weisst es jetzt auch. Und die Demodex-Milbe ist ja auch noch da und hat bestimmt auch mitgelesen…. 🙂


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