
Louie ist neu im Garten. Vor Arja hat er längst keine Angst mehr. Oder zumindest nicht mehr so viel. Manchmal knurrt sie ihn an oder rennt davon, wenn er mit ihr kuscheln will. Er versteht es auch irgendwie, denn sie muss sich ja auch noch an ihn gewöhnen.
Sie fressen aber schon jeden Tag zusammen Heu, teilen sich Gurkenscheiben und schlafen manchmal sogar nebeneinander. Doch sobald die grossen Zweibeiner näher kommen, huscht Louie so schnell er kann ins Häuschen. Sein kleines Herz klopft ganz schnell.
Arja erklärt ihm, dass man die Zweibeiner eigentlich Menschen nennt und dass sie etwas Besonderes sind. Sie zwingen niemanden. Sie setzen sich einfach ins Gras, sprechen leise, schauen ihnen zu und warten ganz geduldig.
Louie hört aufmerksam zu.
Tag für Tag wird er ein bisschen mutiger. Erst streckt er nur seine Nase aus dem Häuschen, dann seine Vorderpfötchen. Irgendwann traut er sich raus zu kommen und ein Stück Gurke zu schnappen, obwohl die Menschen-Mama oder das Menschen-Kind im Gehege sind. Und irgendwann, wenn er dazu bereit ist, nimmt er ein Stück Petersilie direkt aus Menschen-Mamas Hand.
Die Menschen freuen sich über seine Fortschritte, aber niemand jubelt laut und niemand erschrickt ihn. Die Menschen freuen sich einfach still.
Am Ende merkt Louie, dass Mut gar nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst einen kleinen Schritt zu wagen und dabei immer ganz gut auf sich selbst zu hören.
ENDE.


Hinterlasse einen Kommentar