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Von Menschen und dem Rampenlicht


Wir sind Menschen und Menschen sind ein gewisses auf andere Menschen angewiesen. Auf die Fähigkeiten anderer zu Beispiel.
Der eine kann gut backen, dies ermöglichst es uns, bei ihm unser Brot zu kaufen, was es uns wiederum möglich macht, unseren eigenen Dingen nachzugehen.
Die andere hat einen grossen Gemüsegarten und einen grünen Daumen. Sie verkauft ihre Ernte an uns, die weder das eine noch das andere haben oder einfach keine Möglichkeit dazu. Sie verdient damit ihr Geld und wir können wiederum unseren Fähigkeiten nachgehen.
Der nächste hat sich auf die Reparatur von Fahrzeugen spezialisiert, wovon wir keine Ahnung haben und ihm diese Angelegenheiten in die Hände legen können, um uns wiederum um unsere eigenen zu kümmern.
Und so weiter.
So macht jeder von uns das, was er am Besten kann und wenn er oder sie es zu ihrem / seinen Beruf gemacht hat, dann wird mit diesen Tätigkeiten der Lebensunterhalt verdient.
Im besten Fall ist das nicht anders als ressourcen-orientiert, denn wir nutzen unsere Ressourcen, aber auch die von andern optimal.

So funktioniert ja eigentlich eine Gemeinschaft und auf irgendeine Art und Weise tragen alle etwas dazu bei und mit. Die meisten jedenfalls. Und genau so wird man erfolgreich, denn sich an den Ressourcen zu orientieren ist viel motivierender und auch effizienter als nur an den Dingen, die uns Mühe bereiten, die wir nicht gut können. (Was natürlich aber nicht heisst, dass wir da nicht auch Fortschritte machen können und sollen).

Mir fällt auch immer wieder auf, wie sehr wir Menschen vom Urteil anderer abhängig sind.
Wie sehr viele von uns das sind, was andere von ihnen halten. Und auch, wozu Menschen fähig sind, wenn es darum geht, sich selbst ins Licht zu rücken. Viele sind leider sehr gerne dazu bereit, den andern von der Klippe zu stossen und lachend daneben zu stehen, wenn andere genau das unterhaltsam finden.

Wo ich vorhin von ressourcen-orientiert geschrieben habe, kommt mir diese hier beschriebene Eigenschaft als sehr defizit-orientiert vor, denn es ist sehr viel einfacher, die Defizite anderer ins Licht zu rücken und so selbst besser da zu stehen statt selber eine Leistung zu erbringen.
Das funktioniert aber auch ganz ohne Defizite und es wird sehr gerne in Kauf genommen, jemandem das Leben so richtig schwer zu machen, um die Aufmerksamkeit anderer und die Lacher auf sicher zu haben und sich dadurch beliebter und cooler zu fühlen. Und dabei ganz vergessen, dass wirklich coole Menschen das nicht im geringsten nötig hätten. Dass talentierte Menschen sich den gebührenden Respekt und die Achtung anderer ganz sicher nicht durch so etwas holen.

Witze auf Kosten anderer, andere plagen oder lächerlich machen, Steine in den Weg legen, dissen…
Ganz normale Verhaltensmuster in unserer Gesellschaft, oder? Und nicht nur das. Es sind auch sehr akzeptierte Verhaltensmuster in unserer Gesellschaft, angewendet vom Kind bis zum Erwachsenen, vom Kindergarten bis in die Chef-Etage.
Und schlussendlich eigentlich nichts anderes als ein Instrument derjenigen, die selber nicht so viel zu bieten haben, aus Unsicherheit und davon ablenken müssen. Oft ja auch erfolgreich, weil es genug Menschen gibt, die nicht so viel hinterfragen und schnell mal beeindruckt sind.

Vor x Jahren hatte ich mal eine Vorgesetzte, die ganz genau so war. Sie hat gedisst, gemobbt, kontrolliert und runtergemacht wo sie nur konnte und das war wirklich eine sehr schwierige Zeit für meine Vorgänger, für mich und sogar für ein paar meiner Nachfolger auch noch. Bis eine ihr vorgesetzte Person das dann durchschaut hat.
Die andern Teammitglieder haben mitgemacht. Aus Angst. Froh, selber nicht Ziel der Attacken zu sein und sehr darauf bedacht, dies nicht doch noch zu werden. Und auch aus Feigheit, wenn ihr mich fragt. Und genau so läuft es an ganz vielen Orten. Ich habe dort ziemlich viele sehr ekelhafte Situationen erlebt, muss ich leider sagen.
In meinem nächsten Job hatte ich eine ganz wunderbare Vorgesetzte, die das pure Gegenteil war und ich habe mich von der schwierigen Zeit, vom Mobbing erholt. Ganz viele Menschen macht so etwas aber kaputt, egal ob es Kinder oder Erwachsene und egal in welcher Position sie sind.

Ich würde mir wünschen, dass wir Menschen auch in dieser Beziehung etwas achtsamer werden. Dass wir uns darüber bewusst sind, was so etwas bei jemandem anrichten kann.
Und dass auch keiner sich so klein fühlen muss, dass er andere kaputt machen muss, um sich grösser zu fühlen.









3 Antworten zu “Von Menschen und dem Rampenlicht”

  1. Mobbing ist ein Selbstläufer, wenn es einmal begonnen hat. Die Opfer brauchen immer Hilfe oder Unterstützung von außen. Als Lehrer hatte ich damit zu tun gehabt. Am meisten gewundert hatte mich, dass die Täter, wenn sie durch die Macht der Institution gezwungen wurden, aufzuhören, auch erleichtert waren, denn hätten sie von selber aufgehört, hätten sie ihr Gesicht veloren.

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