
Pithered beschreibt dieses eigenartige, leicht nervöse Gefühl, wenn einem etwas einfach nicht einfallen will, obwohl es direkt da zu sein scheint. Genau an der Grenze zwischen Wissen und Vergessen.
Man kennt den Namen. Das Wort. Den Gedanken. Man spürt ihn beinahe auf der Zunge liegen. Und trotzdem entgleitet er immer wieder.
Wie ein Traum, der im selben Moment verblasst, in dem man die Augen öffnet.
Das Wort wird im Englischen nur selten verwendet und gehört eher zu den kleinen, fast verlorenen Begriffen, die irgendwo zwischen Alltagssprache und Sprachpoesie existieren. Gerade deshalb mag ich es. Es beschreibt etwas, das fast jeder Mensch kennt, für das es aber oft keinen richtigen Ausdruck gibt.
Dieses fast Verzweifeln, weil man doch ganz genau weiss, was man sagen will und trotzdem kommt es einem nicht mehr in den Sinn.
Ich glaube, solche Momente zeigen auf eine seltsame Weise, wie unser Inneres funktioniert. Unser Gehirn vergisst nicht einfach nur Dinge wie ein leerer Schrank. Vieles bleibt irgendwo verborgen liegen. Manchmal hinter Türen, die sich nicht sofort öffnen lassen, weit weit hinten im Gehirn.
Und oft passiert etwas Merkwürdiges: Sobald man aufhört krampfhaft nachzudenken, taucht das gesuchte Wort plötzlich wieder auf. Stunden später. Unter der Dusche. Beim Kochen. Mitten in einem ganz anderen Gedanken. So, als hätte der Kopf leise weitergesucht, während wir längst aufgegeben hatten.
Pithered deshalb mehr als nur Genervtsein über eine Erinnerungslücke. Es zeigt uns, dass nicht alles in uns sofort verfügbar sein muss. Dass manche Gedanken Zeit brauchen, um wieder an die Oberfläche zu finden und dass aber alles noch irgendwo da ist.
Sehr menschlich halt. Denn wir alle tragen Dinge in uns, die wir beinahe vergessen hätten. Namen. Gefühle. Erinnerungen. Teile von uns selbst. Unmöglich, all dass immer zuvorderst zu haben, weil es einfach viel zu viel wäre.


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