Ende.

Dinge gehen zu Ende, es ist unweigerlich so. Immer. Unendlichkeit existiert in einem menschlichen Leben nicht und wenn doch, dann nur in unseren Wünschen und Träumen.

Enden sind manchmal ganz okay und manchmal überhaupt nicht.

Was bin ich jedes Mal traurig, wenn ich ein gutes Buch (eigentlich viel zu schnell) zu Ende gelesen habe und es irgendwie nicht genügend genossen habe? Verschlungen, Sätze überlesen, um möglichst schnell alles in mir aufzusaugen. Und am Ende bleibt immer ein kleines Bisschen Leere und es dauert eine kleine Weile, bis ein nächstes Buch diese wieder auszufüllen vermag.

Wir freuen uns auf einen besonderen Augenblick oder einen Tag, auf Weihnachten, Urlaub und Geburtstage und wenn wir ehrlich sind, ist vielleicht die Vorfreude viel ergiebiger als der Moment selbst, denn sie dauert unter Umständen viel länger und lässt uns erschaudern, glücklich sein und uns alles in den schönsten Farben ausmalen. Wenn der besondere Moment dann da ist, ist er auch schon wieder vorbei und was bleibt, sind Erinnerungen.

Gerade gestern habe ich darüber geschrieben, wie es ist wenn ein Leben endet. Ein Ende und ein Abschied für immer und auch für ewig, obwohl ich gerade eben geschrieben habe, dass es die Unendlichkeit gar nicht gibt. Und doch scheint es sie zu geben, nämlich im Tod. Im Nichts. Oder auch nicht. Niemand weiss es, einige glauben irgendetwas.

Freundschaften enden, Menschen leben sich auseinander, finden neue, interessantere Menschen, mit denen sie sich verbinden und Zeit verbringen möchten. Das ist der Lauf der Zeit. Normal. Und doch ist auch das manchmal mit loslassen verbunden und loslassen ist vielleicht mit losreissen verbunden und vielleicht tut das dann einem von beiden mehr weh als dem andern.
Und manchmal ist längst nicht alles ein Ende, was wie ein Ende aussieht. Manchmal ist es nur ein Warten, ein Zwischenraum und die Angst vor dem Ende, die uns etwas zusammenphantasieren lässt.

Ich glaube, wir füllen so manche innere Leere mit einem Menschen. Einem, der ganz genau das ist, was wir brauchen. Ganz genau das, was uns glauben macht, wir wären nicht leer, nicht zerbrochen. Es ist schön, dass es das gibt. Und aber auch unschön, wenn dieser Mensch dann nicht mehr da ist, denn dann werden wir auf unser inneres Leer-Sein zurück geworfen und das ist vielleicht das allerschlimmste Gefühl von allen.
Leere ist schwer auszuhalten. Für mich jedenfalls.
Und dennoch tu ich es, wenn sie mal da ist. Muss.

Ich glaube, wenn wir vermögen, alle diese leeren Stellen in unseren Herzen selbst auszufüllen und wir mit uns selbst zufrieden und glücklich sind, dann sind wir bereit für die Liebe. Denn dann brauchen wir nicht mehr, kompensieren wir nicht mehr, sind wir nicht mehr abhängig, sondern sind wirklich frei für jemanden.

die Liebe

Ich finde, es geht im Leben immer darum, etwas Gutes aus dem zu machen, das man hat oder bekommt. Oder das Bestmögliche. Dinge umzudrehen, um zu schauen, wie es auf der andern Seite aussieht. Fünf Schritte retour gehen, um es von dort aus zu betrachten oder ganz nah ran zu gehen, um etwas wirklich ganz genau sehen zu können.

Es geht darum,
in Tumult und Lärm die Ruhe zu finden.
In der Dunkelheit das Licht und
in einem Haufen Dreck den Schatz.

In Berg- und Talfahrten die Balance.
In Streit und Krieg den Frieden und
in der Krise die Chance.

Im Dickicht und Gestrüpp den Weg.
Im Chaos und Wirrwar die Ordnung und
in der Kälte die Wärme.

In der Trauer den Trost.
In Verzweiflung und Angst die Hoffnung und
in der Angst die Hand, die uns hält.

Im Bösen das Gute.
Im Hässlichen das Schöne und
in allem die Liebe.

Sie wären ja sowieso gestorben…

Zwei Monate Corona und es fällt schwer, weiterhin durchzuhalten. Es geht uns allen so, ich weiss. Ich tu’s trotzdem. Durchhalten. Ich bin froh, dass die Zahlen der Neuinfizierten momentan nicht mehr hoch sind und mir wäre es recht, wenn sie nicht nochmal drastisch ansteigen würden. Ich vermisse vieles, denn ich bin ein Mensch, der nicht soooo einfach auf soziale Kontakte verzichten will. Mach ich aber. Natürlich. Für alleinstehende bzw alleinlebende Menschen bedeutet dies, dass man jetzt seit mehr als 8 Wochen keinen so gut wie keinen direkten Kontakt zu andern erwachsenen Menschen hatte. Mir fehlt das sehr. Die Aktivitäten, auf die wir momentan ebenfalls alle verzichten, fehlen mir nicht.

Mich ärgern am ganzen Corona-Zeugs momentan eigentlich die Reaktionen bzw Aussagen von einigen, die ich null nachvollziehen kann. Und ich bin tatsächlich ein Mensch, der vieles versteht und vieles nachvollziehbar findet, auch wenn’s nicht meine Meinung ist.

Heute habe ich zB gelesen „Ich glaube nicht an Corona“. Also was? Was bedeutet das? Ich glaube nicht an Corona? Glaubt man da auch nicht an Ohrenschmerzen oder den Noro-Virus? Denkt man, Dinge an die man nicht glaubt, existieren nicht? Wie praktisch! Wenn man also nicht an Krebs glaubt, ist man safe. An all die psychischen Krankheiten muss man auch nicht zwangsläufig glauben, denn sie sind eh nicht immer klar ersichtlich.

Oder meinte diese Person, Corona werde nur vorgetäuscht? Da gibt es ja dann so einige zum Teil sehr interessante (bescheuerte, durchgedrehte, psychotische, gestörte, extrem fantasievolle) Geschichten und ich möchte behaupten, jemand mit einem gesunden Menschenverstand und ohne Wahnvorstellungen weiss, dass das alles Kacke ist.

Nach wie vor ist auch die Meinung, Corona sei nicht so schlimm und es würden daran viel weniger Menschen sterben als an einer Grippe, weit verbreitet.

Heute hat mir eine Frau in einer dieses Thema betreffende Facebook-Diskussion geschrieben, dass diese Menschen ja sowieso gestorben wären. Diese Aussage finde ich noch dümmer als andere. Und sehr pietätlos. Ich habe darauf geantwortet, dass man das dann ja auch bei Krebs- oder Unfalltoten sagen kann. Oder bei Suiziden, bei Totgeburten und eigentlich grad immer, wenn jemand stirbt. Denn jeder wird sterben. Irgendwann… Haupsache, es sterben andere. Fremde. Dann kann uns das getrost egal sein? Sie bejahte diese Aussage.

Ich finde auch, wenn jemand 95 ist, dann wird er vermutlich nicht noch weitere zehn Jahre leben. Und dennoch hat er ein Recht auf seine restliche Lebenszeit, es ist nicht egal, wenn er morgen an Corona stirbt. Es ist nie egal. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass ein Menschenleben so ziemlich das wertvollste sei, das es gibt, oder? Mir hat jetzt eben noch eine geschrieben, dass dass die „natürliche Selektion“ sei. Die Schwachen nimmts. (Siehe Bild unten)

Da frage ich mich, in welcher Phase der moralischen Entwicklung solche Menschen stecken geblieben sind… Da gehört wohl dann auch die Meinung mit hinein, dass zB behinderte Menschen, die ja irgendwie zu unseren Schwächsten gehören, auch keine Berechtigung zum Leben haben? Und wir ist es mit Aborten? Und Kranken? Ist ja egal, wenn die jetzt an Corona erkranken und evtl sterben, natürliche Selektion. HAUPTSACHE, ES TRIFFT NICHT MICH. Gehts noch dümmer und taktloser? Was ist da falsch gelaufen in der Erziehung? In der Vermittlung von Werten? So ziemlich alles, oder?

Leute, ganz ehrlich. Personen mit einem solchen Menschenbild machen diese Welt zu einer schlechten. Das ist meine Meinung. Genau so ein Mensch hat vor 90 Jahren mal Deutschland angeführt. Ein menschenhassendes Arschloch, dem Menschenleben nichts wert waren. So einer regiert momentan die USA. Ich würde nicht sagen, dass er menschenhassend ist, aber ganz bestimmt ist er gleichgültig ihnen gegenüber. IHM gehts ja gut.

Diese Gleichgültigkeit und diese Abwertung von Menschen… Ich finde das nicht nur unschön, sondern auch erschreckend. Und dann wundert man sich, warum die Welt ist, wie sie ist!

In Clubs gehen, ausgehen, sich seiner Freiheiten nicht berauben lassen wollen, auf Kosten der „Schwächsten“… Ich rege mich über so etwas wirklich sehr auf. Vielleicht weil ich weiss, wie Verluste sich anfühlen, vielleicht aber auch einfach, weil ich kein Misanthrop bin.

  • Diese Facebook-Unterhaltung von heute… Ich habe betr. „natürliche Selektion“ dieser Dame geantwortet, dass also ihrer Meinung nach zB behinderte Menschen auch keine Daseins-Berechtigung hätten usw. Ihre Antwort, siehe Foto (ich werde es unten übersetzen). Danach habe ich nicht mehr zurück geschrieben…:
  • Übersetzung: Klar ist ein Menschenleben wertvoll, aber wenn eine Krankheit kursiert, nimmts halt immer zuerst die Schwachen. 🤷🏼‍♀️ Und nur, weil jemand behindert ist, heisst es nicht, dass er zu den Schwachen gehört oder zu denen, die sterben müssen, aber mit unserem Gesundheitssystem, wo die Leute immer älter werden, braucht es irgendwie auch einen natürlichen „Feind“, der die Population in Zaun (sie meint Zaum) hält… weil erschiessen wie bei den Tieren darf man sie ja nicht und auch wenn man dürfte, würde ich zuerst die Dummen holen. (Also sich selbst…)

    Ich weiss auch nicht, was ich da noch sagen soll… Aber mit dieser Einstellung wird das nichts mit einer besseren Welt und ich hoffe von Herzen, dass diese Frau zu einer winzig kleinen Minderheit gehört.

    2120

    Wir schreiben das Jahr 2120.

    Ich bin eine alleinerziehende Mutter. Das ist nichts aussergewöhnliches, Eltern bzw Elternteile sind mehrheitlich alleinerziehend. Ich weiss, dass das vor hundert und mehr Jahren noch anders war. Damals waren Alleinerziehende noch eher eine Minderheit. Das hat sich verändert.

    Ich kann nur Teilzeit arbeiten, weil mir die Erziehung,  die Betreuung und die Zeit mit meinem Kind sehr wichtig sind. Ich bekomme für die Arbeit, die ich damit für die Gesellschaft leiste, einen finanziellen Ausgleich. Aus gut erzogenen Kindern werden Erwachsene, die gut auf ihren eigenen Füssen stehen und zurecht kommen. Der Vater des Kindes macht es genau so. Das Kind verbringt drei Tage pro Woche bei ihm und auch er bekommt für diese Zeit einen finanziellen Ausgleich, damit er zuhause bleiben und sich die notwendige Zeit nehmen kann. In den Firmen ist es normal, dass fast alle Teilzeit arbeiten. Es ist sogar sehr erwünscht, da man damit die psychische Gesundheit zum einen der Angestellten und zum andern der Kinder fördern kann. Es gibt nur noch wenige Menschen, die an Depressionen leiden und die Krankheit Burnout, die vor hundert Jahren sehr verbreitet war, ist sogar ganz verschwunden.

    Es ist Dienstagmorgen. Mein Kind sitzt in seinem Zimmer und hat Schule. Es ist mit dem Lehrer und der ganzen Klasse vernetzt. Jedes Kind stellt seinen Stundenplan mit Hilfe des Lehrers und der Eltern selbst zusammen. Individuell nach Interessen und Fähigkeiten.
    Es wird sehr grossen Wert auf die psychische Entwicklung und auch das seelische Wohl gelegt. Ethik steht über jedem andern Fach. Kinder sollen in ihrer Eigenartigkeit gefördert werden, sie sollen zu starken, selbstbewussten und empathischen Personen hinwachsen.
    Massgebend für die beruflichen und privaten Ziele ist der EQ, der Emotionale Intelligenzquotient. Vom allgegenwärtigen IQ und dem damit verbundenen Druck ist man schon vor langer Zeit weg gekommen. Grund dafür war vor allem die Einsicht, dass diese Prioritätensetzung die Menschen und damit auch die Gesellschaft krank gemacht hat.
    In den höchsten Rängen der Gesellschaft, in Führungspositionen, befinden sich Frauen und Männer mit hohem EQ. Empathie, Führungsqualitäten und Sorgfalt werden neben einem aussergewöhnlichen guten Fachwissen natürlich, gross geschrieben.

    Apropos Frauen und Männer… Auf das Geschlecht eines Menschen wird nicht mehr so viel Wert gelegt wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Es gibt Menschen, die sind ganz klar männlich oder ganz klar weiblich. Es gibt aber auch andere sogenannte Geschlechter, die jedoch nicht besonders auffallen oder eine andere Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Dies gilt auch für die sexuelle Vorliebe von Menschen. Nachdem diese Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang sehr viel Gewicht einnahmen und auch für Verurteilungen führten, kümmert sich heute niemand mehr darum. Man ist der Meinung, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen die andern nichts angeht und so wird das auch gelebt. Gleichgeschlechtliche Paare sind heterosexuellen Paaren gleichgestellt. Es ist für mich eine unverständliche Vorstellung, dass das mal nicht so war.
    *dies gilt natürlich nicht für illegale Vorlieben. Dazu möchte ich sagen, dass uns die Gewaltverbrechen sexueller Art der Vergangenheit zB an Kindern bekannt ist. Diese sind sozusagen auf null gesunken, dank einer neuartigen Therapieform – einer Mischung aus Psychotherapie, Hypnosetherapie und dem Medikament PädExomin -, dessen sich pädophile Menschen mit Erfolg unterziehen.

    Vielleicht hast du davon gehört, dass ein schlimmer Virus vor hundert Jahren so einiges verändert hat in unserer Gesellschaft. Vor allem das gesellschaftliche und zwischenmenschliche Leben. Wir wissen nur noch aus überlieferten Berichten und von Bildern, wie das Leben damals war und finden alles sehr befremdlich. Kaum vorstellbar ist uns die grosse Distanzlosigkeit, mit der die Menschen damals zusammengelebt haben. Körperkontakt haben wir nur zu sehr nahestehenden Menschen, also vor allem in der Familie. Zu andern Menschen finden diese nie statt. Es gilt als sehr unfreundlich und respektlos andern gegenüber,  wenn man sich körperlich zu sehr nähert oder jemanden sogar berührt. Grössere Menschenansammlungen finden schon lange nicht mehr statt, es ist einfach zu gefährlich. Menschen arbeiten wenn möglich von zuhause aus oder in kleineren Gruppen. So auch in den Schulen zB. Kinder werden zum grössten Teil per Fernunterricht ausgebildet und halten sich nur wenige Stunden pro Woche in den Schulgebäuden auf. Es ist wichtig, dass sie den Umgang mit andern Menschen lernen und dafür ist dann doch die Schule ein gutes Übungsfeld.

    Viele Menschen gehen nie ohne Gesichtsmaske aus dem Haus, sie zu tragen ist jedoch freiwillig. Masken sind unterdessen zu einem stylischen Statement geworden, es gibt sie in allen Farben und Mustern und es gibt viele Menschen, die sich ohne sehr nackt fühlen. Dazu möchte ich sagen, dass unter dieser Entwicklung die Kosmetikindustrie gelitten hat. Kosmetikartikel wie Lippenstift werden nur noch spärlich verkauft.

    Der Virus, von dem ich oben gesprochen habe, hiess Covid-19. Er hat damals die ganze Welt aus den Rudern laufen lassen und dies hat sich nie mehr wieder ganz eingependelt. Die Menschheit hat versucht, zur Normalität zurück zu kehren, der Virus hat sie aber immer wieder zum Reagieren gezwungen. Er konnte trotz Impfungen und Medikamenten nicht ausgerottet werden, denn er veränderte sich stetig und griff immer wieder an. Jährlich starben und sterben viele tausend Menschen wegen ihm und wir haben gelernt, damit zu leben. Unterdessen sind wir bei Covid-120 angelangt.

    Das alles ging nicht spurlos an uns vorbei, wie du aus meinem Bericht entnehmen kannst. Wir finden es nicht (mehr) schlimm, ich glaube es ist, wie man damals Krebstote oder Suizidtote hatte. Diese haben wir übrigens nicht mehr. Krebs ist unterdessen gut heilbar und Suizide gibt es kaum noch aus oben genannten Gründen (psychische Gesundheit). Die Mehrheit der Todesfälle sind aufgrund von Covid, aber auch Verkehrstote haben wir sehr viele.
    Das mit dem Krebs war ja damals übrigens eine brisante Geschichte. Irgendwann während oder nach der ganzen Covid-19-Sache ist ausgekommen, dass wirksame Krebsmedikamente längst entwickelt worden sind, dass aber die Pharmaindustrie diese im Versteckten hielt. Aus Gründen des Profits. Diese Enthüllung war wahnsinnig. Die damals die Welt beherrschenden Pharmaunternehmen gibt es unterdessen nicht mehr.

    Ich denke, wenn jemand aus dem Jahr 2020 dies alles nun lesen würde, klänge dieser Bericht für ihn schlimm und auch recht anti-sozial wegen der Distanz usw. Aber das ist es nicht, im Gegenteil. Togetherness wird grösser geschrieben als je zuvor. Es gibt immer wieder Phasen der Quarantäne oder der Isolation, Lockdowns finden in regelmässigen Abständen statt, also immer wenn wieder ein neuer Virus auf uns einbricht.
    In dieser Zeit ist es unumgänglich, einander zu helfen, füreinander da zu sein. Nachbarn, Bekannte und Freunde oder Familien. Und dieses Zusammen-schaffen-wir-es-Gefühl zieht sich durch alles durch, nicht nur in Krisenzeiten. Ich finde das sehr schön.

    Probleme des 20. Jahrhunderts wie z.B. Armut oder auch Hungersnot gibt es nicht mehr. Es gibt Teile der Erde, die unterdessen unbewohnt sind, z.B. grosse Teile des Kontinents Afrika.
    Die Erde kann sich in Zeiten des Lockdowns immer wieder von den Strapazen, die wir ihr zusetzen, erholen. Wir sind aber auch sorgfältiger geworden, wir produzieren weniger Abfall und zB Plastik, wie es ihn damals gab, kennen wir gar nicht mehr.

     

     

     

     

     

     

     

    #unhatewomen

    Ich bin vor kurzem per Zufall auf den Hashtag #unhatewomen gestossen und habe einiges darüber gelesen unterdessen. Weil gestern ja Weltfrauentag war, möchte ich heute darüber schreiben.

    Unhate women heisst auf deutsch Hasse Frauen nicht.
    Hasse Frauen nicht.
    Hör auf, Frauen zu hassen.
    Unhate women.

    Wenn es euch interessierst, könnt ihr bei http://www.terredesfemmes.de mehr darüber lesen. Ich habe hier noch ein paar Bilder dieser Kampagne gepostet, schaut sie euch an.
    Ich schreibe darüber nichts.
    Aber es schockiert mich zutiefst, was Frauen sich offensichtlich anhören müssen bzw. z.B. auch in Songtexten zu hören bekommen.

    Es ist abartig und krank.

    Frauenrechte sind Menschenrechte. Auch diese Aussage habe ich auf der Website von Terre des femmes gelesen. Das ist doch klar, oder? Frauenrechte. Männerrechte. Menschenrechte. Leider ist es immer noch nicht so. Frauen haben nicht dieselben Rechte wie Männer, in vielen Bereichen des Lebens nicht. Es geht mir nicht darum, mich zu beklagen. Es geht mir nur darum, meine Meinung darüber zu schreiben und vielleicht euer Interesse zu wecken. Es geht hier jetzt um Frauen. Wenn ihr mich öfter liest wisst ihr aber, dass es mir sowieso ein Anliegen ist, dass Menschen gleichwertig behandelt werden. Fair behandelt werden. Und ihren Möglichkeiten entsprechend unterstützt und gefördert werden, ihren Möglichkeiten entsprechend Chancen haben. Egal ob Mann oder Frau, egal welche Hautfarbe und welche Herkunft, ob Kind, ob Mensch mit einer Behinderung oder wer auch immer.

    Frauen sind auf dem Weg. Viele von ihnen. Sie wollen gleiche Chancen haben wie Männer und sie setzen sich dafür ein. Und es gibt keinen Grund, warum sie diese nicht bekommen sollten. Keinen Grund, warum sie weniger wert sein würden als Männer. Ohne die Männer geht das nicht. Ohne die Gesellschaft geht das nicht.

    Das soll jetzt hier kein Feminismus-Referat werden. Irgendwie wäre das noch viel ein grösseres Thema und da trau ich mich noch nicht so richtig ran. Lustigerweise (nein, lustig ist es eigentlich nicht) macht man sich bei vielen Menschen ja sehr angreifbar und unbeliebt, wenn man irgendwas von Feminismus redet.
    Feminismus wird in direkten Zusammenhang gebracht mit Extremismus, was meiner Meinung nach total am Thema vorbei ist.
    Ich finde auch keinesfalls, dass Männer Angst haben sollen vor dieser Entwicklung. Ganz im Gegenteil. Natürlich wird das auch das Leben der Männer zum Teil verändern, wenn Frauen z.B. beruflich mehr Möglichkeiten haben. Aber bestimmt nicht zum Negativen. Ausserdem steht es jedem Paar frei, sein Leben so zu gestalten, wie es gerne möchte. Die Veränderung ist aber, dass so fast alles möglich sein wird, was es jetzt eher noch nicht ist.
    Für mich geht es auch darum, die sogenannt weiblichen Eigenschaften (was verallgemeinernd ist, ich weiss) anzuerkennen und zu sehen, dass sie ebenso wichtig und unentbehrlich sind wie die sogenannt männlichen. Zu erkennen, dass Perfektion eine Mischung von beidem ist. Togetherness. Auch hier wieder.

    Vielleicht schreibe ich mal ein paar Erfahrungen auf, die ich so gemacht habe oder auch Dinge, von denen ich gehört habe. Zum Thema Frauen. Feminismus. Gleichberechtigung. Unhate women.

    Ich habe eine Freundin, die mir vor kurzem erzählt hat, wie sie als Teenager vom Vater ihrer Freundin nach Hause gefahren wurde bzw. statt nach Hause ist er in den Wald gefahren, hat angehalten und versucht, sie zu berühren, zu küssen. Sie hatte totale Panik und Angst, er würde sie vergewaltigen, sie hat sich gewehrt und konnte entkommen. Sie hat sich stundenlang im Wald versteckt, weil sie Angst hatte, er lauere ihr irgendwo auf. Als sie dann sehr spät abends nach Hause gekommen ist, verheult und in einem offensichtlich desolaten Zustand, hat sie es ihrer Mutter erzählt. Und ihre Mutter hat gesagt, es ist ja nichts passiert, hör auf und mach kein Drama…
    Meine Freundin ist unterdessen 60 und hat dieses Erlebnis nicht vergessen. Es hat ihren Selbstwert und ihr Vertrauen zu Männern bis heute sehr geprägt…

    Eine andere Frau, die ich kenne, war schon als Kind wunderhübsch. Sie wurde damals sozusagen vorgeführt. Wenn Besuch da war, wurde sie gerufen und wurde vorgezeigt, für ihre Schönheit gelobt und konnte dann wieder gehen. Sie hat bis heute das Gefühl, dass sich nie jemand für etwas anderes als ihr Aussehen interessiert hat.

    Damals in der Phase der Trennung hatte mein Mann schon nach sehr kurzer Zeit eine Freundin, was für mich sehr schlimm war. Ich habe dies weinend jemandem erzählt und sie hat gesagt „ist sie schlank?“
    Ich: Ja
    Sie: Tja, dann…
    Da fühlt man sich wertlos und zwar so richtig. Es ist fast zwei Jahre her, ich kann diese Worte und den Gedanken, hässlich zu sein, nicht vergessen.

    Ich hatte eine Bekannte, vielleicht sogar eine Freundin, mit der ich regelmässig über vieles gesprochen und diskutiert habe. Eines Tages vor etwa einem Jahr kamen wir aufs  Thema Feminismus und alleinerziehend sein. Ich zeigte ihr einen Blog, den ich sehr gut fand, von einer Mutter, die von ihrem Leben aus dem Blickwinkel des Feminismus schreibt (nicht alleinerziehend). Meine Bekannte fand das alles total daneben und hat sich gefragt, wo diese Frau vor ihrer Ehe gelebt hat, wenn sie das alles jetzt so erlebt. Total naiv und dumm. Sie hat auch gesagt, dass wenn eine Frau Kinder will und bekommt, das Zurückstecken und alleinige Übernehmen der Verantwortung halt der Preis ist, den sie dafür bezahlt.
    Ich habe in dieser Situation bestimmt zu heftig reagiert und ihr gesagt, dass sie das vielleicht nicht verstehen kann, weil sie nicht in dieser Situation ist. Ich habe seitdem nichts mehr von ihr gehört und hatte ehrlich gesagt auch nicht, die Energie mich wieder zu melden.

    Ihr habt bestimmt auch solche Beispiele. Und ich möchte euch sagen, egal wer oder was ihr seid, geht einfach anständig miteinander um. Damit wären 99% der Probleme dieser Welt gelöst.

     

    Von einem Virus, von Rücksicht, Vernunft und Überreaktionen

    Viren sind winzig kleine infektiöse Partikel. Im Gegensatz zu Bakterien, Pflanzen und Tieren gehören sie nicht zu den Lebewesen, denn sie können keinen Stoffwechsel betreiben und sich nicht ohne die Hilfe einer fremden Zelle fortpflanzen. Dazu benötigen sie Zellen eines Lebewesens. Dieses wird von ihnen infiziert und sobald das geschehen ist, vervielfältigt es sich. Das ist dann auch die Hauptaufgabe eines Virions (das ist die selten gehörte Einzahl dieses Ausdruckes), sich zu vermehren.
    Einmal von Viren befallen, können unsere Zellen nicht mehr ihren zugeteilten Aufgaben nachgehen, viele davon werden sogar zerstört und deswegen spüren wir Krankheitssymptome. Aber unter Umständen nicht gleich von Anfang an. Oft verbreiten sich die Viren im Körper, ohne dass man es merkt und man fühlt sich erst nach ein paar Tagen oder sogar Wochen krank. Man nennt dies Inkubationszeit.
    Da sich die Viren natürlich nicht nur in uns, sondern auch in andern Menschen fortpflanzen wollen, sind sie ansteckend. Das heisst, wir scheiden sie aus, damit andere sie in ihrem Körper aufnehmen.

    Viren, von denen wir alle schon gehört haben, sind vermutlich folgende:
    Magen-Darm-Erkrankungen, Noroviren
    Grippe, Influenzaviren
    Warzen, Papillomviren
    Masern, Paramysovieren
    Hepatitis A, B und C, Hepatitisviren
    Gelbfieber und Röteln, Togaviren
    AIDS, HI-Virus
    Pocken, Pockenviren
    Windpocken, Herpesviren

    Bei HIV gibt es unterdessen eine Anzahl von antiviralen Medikamenten. Soviel ich weiss (ich bin aber keine medizinische Fachperson) kann der Körper eine Viruserkrankung ansonsten selbst bekämpfen und man wird von selbst wieder gesund. Was man mit Medikamenten bekämpfen kann, sind die Symptome, also z.B. Fieber, Juckreiz oder Schmerzen, was dem Körper die Heilung bzw. uns das Aushalten erleichtert.

    Das ist nun in Kürze das, was ich von Viren weiss. Das ist nicht besonders viel, hilft aber doch ein wenig, um die momentane Situation betreffend Corona-Virus / COVID-19 besser zu verstehen und damit vernünftig umzugehen.

    Wie schon in meinem letzten Text (Live Ticker!!!! Sei live dabei!!!) geschrieben, möchte ich darauf hinweisen, dass es wohl klug ist, sich auf Informationsquellen zu beschränken, statt die Sensationspresse zu lesen. Jedem ist es selbst überlassen, wie er sich informieren möchte.

    Ich möchte euch auch bitten, wenn ihr Berichte von irgendwelchen euch unbekannten Schreibern oder Quellen postet oder teilt, zuerst den Wahrheitsgehalt dieses Berichts zu überprüfen. Auch da ist natürlich der Umgang jedem selbst überlassen. Keine Verschwörungstheorien oder Unwahrheiten zu verbreiten, würde meiner Meinung nach aber mithelfen, die Angst verschiedener Menschen in einem normalen Mass zu halten.

    Ich möchte behaupten, dass gewisse Medien in den letzten Tagen und Wochen sehr viel Unsicherheit und Angst geschürt haben, auch da möchte ich wiederum auf meinen letzten Text (Link siehe oben) verweisen. Es war einfach zuviel und zu heftig, meiner Meinung nach zu ungefiltert. Dass dies dann zu Angst, gar Panik und Hamsterkäufen geführt hat bei einem Teil der Bevölkerung, kann ich durchaus nachvollziehen.
    Ich sehe das auch, wenn ich einkaufen gehe. Da sind tatsächlich leere Regale zu sehen, vor allem bei den Konserven, beim Reis und beim Desinfektionsmittel. Es war zu lesen, dass in Spitälern und andern ähnlichen Institutionen sogar zu Diebstählen von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln gekommen ist. Das ist schlimm.

    Ich finde jedoch, dass kein Mensch, der Angst hat, dafür ausgelacht oder verspottet werden soll. Ängste sind wieder ein Thema für sich. Meistens sind sie ja nicht rational, nicht erklärbar und nicht fassbar. Sie sind ja sehr oft unnötig und doch sind sie da. Der Mensch, der Angst hat, leidet. Also, da ist auslachen und verurteilen ein Scheiss-Verhalten. Jetzt in dieser Situation genau so wie wenn jemand Platzangst hat und in keine geschlossenen Räume will oder jemand Angst vor Spinnen hat.
    Angst führt oft zu Überreaktionen oder vielleicht IST Angst sogar die Überreaktion.

    Ich finde aber auch, dass die Anti-Ängstlichen auch überreagieren. Oder muss ich vielleicht unterreagieren sagen? Ich sehe mich da etwa in der Mitte. Ich bin nicht unbesorgt, das würde ich wirklich nicht behaupten. Ich habe Respekt vor dem, was da noch kommen könnte und ich weiss, dass ICH keine Angst haben muss, dass mich dieser Virus umbringen wird. Ich werde maximal krank und dann wieder gesund. Die Chancen auf einen schweren Verlauf der Erkrankung sind sehr klein. Ebenso bei meinem Kind. Das ist wichtig zu wissen.
    Ich denke, der Mehrheit der Menschen in der Schweiz oder in Deutschland geht es so. Sie brauchen eigentlich keine Angst zu haben. Wenn sie es haben, hat das andere, tiefere Gründe, würde ich behaupten.

    Wenn wir also nicht in Gefahr sind, kann das alles also ins Lächerliche gezogen werden. So ein Bild mit einem Vergleich zwischen Corona-Toten und Hungersnot-Toten wird jetzt ja zB überall herumgezeigt und ehrlich, ich finde dies sehr heuchlerisch. All die Leute, die dieses Bild nun posten, interessieren sich natürlich ja nicht nur jetzt für dieses Thema um zu provozieren, sondern das ganze Jahr… Schon klar.
    Natürlich ist wohl die Botschaft dieses Bildes sehr war und es ist richtig schlimm, darüber muss man gar nicht diskutieren. Ich habe ja mal gelesen, dass die fünf reichsten Leute dieser Welt die Hungersnot beenden könnten. Tun sie aber nicht, denn auch daran verdienen eine Menge Menschen eine Menge Geld. Das schreibe ich hier jetzt nicht, weil ich das toll finde. Aber es ist nun mal so. Und es ist ein komplett anderes Thema.
    Und ja, es sterben sehr, sehr viele Menschen in Afrika an Hunger. Oder an andern Krankheiten. Und es sterben auch hier jährlich viele Menschen an normalen Grippeviren. Das ist so. Aber macht das denn den Tod weniger schlimm? Kommt es auf ein paar mehr oder weniger jetzt nicht drauf an? Tatsächlich? Ich kann diese Gedanken nicht nachvollziehen und die, die es können, können es bestimmt auch nur, so lange diese Toten abstrakte Zahlen sind. Und wenn es dann die eigene Oma oder Mama ist, der Nachbar, der herzkrank ist? Die Nichte, die mitten in der Chemo-Therapie steckt? Ist es dann weniger schlimm als wenn es die Oma einer fremden Person ist oder der Vater eines Mädchens in einer fremden Stadt weit weg?

    Denn es gibt tatsächlich auch viele Menschen, bei denen eine Infektion sehr gefährlich sein kann. Das sind Menschen, die an einer anderen schwereren Krankheit leiden oder immunschwach sind. Bei denen kann eine Infektion unter Umständen einen sehr schweren Verlauf nehmen oder tödlich enden.
    Wären das dann diese Toten, wo es nicht soooo drauf an kommt, weil es in Afrika ja immer noch viel mehr Hunger-Tote gibt? Oder wie ist das genau? Was ist denn das überhaupt für eine Einstellung?

    Momentan werden wir in unserer Freiheit etwas eingeschränkt. Nicht schlimm, wie ich finde. In der Schweiz sind zum Beispiel zur Zeit Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen nicht erlaubt. Wir waschen uns die Hände etwas öfter als normal. Wir niesen und husten in ein Taschentuch und werfen es in den Müll und wir schütteln uns nicht die Hand zum Hallo sagen.
    Und die halbe Schweiz regt sich offenbar tierisch darüber auf und findet es nicht nötig. Ob es notwendig ist oder nicht, weiss ich nicht. Kann ich nicht beurteilen. Ich verstehe aber das Interesse daran, die Verbreitung von diesem Corona-Virus weitmöglichst zu verhindern oder möglichst gering zu halten. Nicht wegen mir. Sondern wegen Menschen, für die eine Ansteckung gefährlich wäre.

    Und es ist ja nicht nur das. Ich denke, obwohl diese Virus-Grippe für uns problemlos verlaufen würde, ist sie dennoch sehr ansteckend und auch dies kann zu Komplikationen führen. Wenn das halbe Land krank ist, können gewisse Dinge nicht mehr gewährleistet werden. Wer verarztet und betreut dann in den Krankenhäusern und Arztpraxen die Patienten? Wer betreut Menschen, die in sozialen Einrichtungen auf Betreuung und Pflege angewiesen sind? Wer fährt die öffentlichen Verkehrsmittel? Hat die Polizei und die Feuerwehr dann noch genügend gesundes Personal? Wer arbeitet in den Geschäften? All dies könnte zu einer sehr schwierigen und unter Umständen nicht zu bewältigenden Situation für die noch Gesunden sowie für die Pflegebedürftigen führen und dies gilt es zu verhindern.

    Nun gilt es also einfach, ein wenig Rücksicht zu nehmen und vorsichtig zu sein und damit scheinen relativ viele Menschen total überfordert zu sein.
    Schade eigentlich.

     

     

     

     

    Live Ticker!!!! Sei live dabei!!!

    Ich bin wirklich kein Fan von Live Ticker.
    Egal, was wo auf der Welt passiert, die Medien halten uns per Live Ticker gerne auf dem Laufenden. Und sei es auch in der hintersten Ecke auf dieser Weltkugel, wir erfahren davon. Attentate, Flüchtlingsansturm, Naturkatastrophen. Wir erfahren nicht nur davon, wir sind sozusagen mittendrin.

    Wenn ich mich zurück erinnere, war vermutlich 9/11 das erste Ereignis, das ich live mitgeschaut habe am TV. Es wurde stundenlang live gezeigt, was abläuft und ich sass bis in alle Nacht hinein vor dem TV-Gerät. Schockiert, verängstigt. Und doch konnte ich nicht ins Bett, denn zu sehen was passiert gab mir irgendwie das Gefühl, dass ich alles unter Kontrolle habe. Zu wissen, dass ich da, wo ich bin, sicher bin.
    Vielleicht war das der Beginn einer neuen Ära der Berichterstattung, vielleicht war es aber auch schon vorher so und ich erinnere mich einfach nicht.

    Heute haben wir uns daran gewöhnt. Wir öffnen eine News-App und sind über sämtliche Geschehnisse in der ganzen Welt informiert. Da wird stündlich oder gar minütlich berichtet. Und zwar nicht nur Wahrheiten und fundierte Fakten, sondern einfach was gerade so passiert, relativ ungefiltert, wie es mir erscheint. Wir lesen von Eventualitäten, von Hypothesen und Theorien, die vielleicht irgendwann relativiert oder korrigiert werden, vielleicht aber auch nicht. Eine grosse Informationsflut prasselt auf uns ein. Der Journalismus lebt davon, Themen aufzubauschen und aufzublasen. Warum z.B. müssen wir ganz genau über jeden einzelnen Verdachtsfall informiert werden? 
    Mir wäre es lieber, gezielt informiert zu werden. Vielleicht zwei- oder dreimal am Tag und dann über die relevanten Dinge. Fakten. Wahrheiten. Damit könnte ganz viel Panik und Angst vermieden werden, denn mit dieser Menge an Information umzugehen und selbst herauszufiltern was wichtig ist und was nicht, sind viele überfordert. Und dann entsteht Angst.
    Mir wäre es auch lieber, wenn weniger defizitorientiert berichtet würde. Natürlich sind Fakten in solchen Fällen nicht sehr aufmunternd, die müssen aber sein. Fakten. Und nicht Mutmassungen und Was-wäre-wenn. Ich ziehe eine Berichterstattung vor, die sich auf bestätigte Fakten bezieht, die klar und objektiv informiert und es nicht zum Ziel hat, möglichst hohe Wellen zu schlagen.
    Mir wäre es lieber, wenn nicht nur Negativ-Schlagzeilen gemacht würden, sondern auch Fortschritte oder gute Neuigkeiten Platz bekämen. Wieviele Menschen haben den Virus bereits überstanden, sind wieder gesund? Wie ist ein normaler Krankheitsverlauf? Wir hören ja dann meistens von den schlimmen Fällen, von den Risikogruppen, aber die meisten von uns gehören da nicht dazu. 
    Gute Berichterstattung ginge anders, meiner Meinung nach. 

    Dazu kommt ja noch, dass jeder seine Meinung ins Internet schreiben kann und bestimmt längst nicht jeder von denen ein Experte ist. Und doch gibt es Menschen, die glauben das alles. Alles war irgendwo geschrieben steht, ist auch wahr. 
    Hilfreich ist es nicht. 
    Irgendwie ist es ja total aus der Mode gekommen, sich zu erlauben, bei irgendwas nicht so genau Bescheid zu wissen und auch dazu zu stehen. Ich muss sagen, mich interessieren viele Dinge, aber auch wirklich längst nicht alles. Und ich habe nicht den Anspruch, dass ich überall mitreden muss. Reicht doch, wenn ich das dort mache, wo ich etwas davon verstehe.

    Wie ich es sehe, gibt es momentan nicht soooo viel zwischen Panik und Verniedlichung. Und ich finde beides nicht gut. Das sind für mich die zwei Extreme und meiner Erfahrung nach liegt die Wahrheit immer irgendwo dazwischen. Angst oder gar Panik zu haben, hat noch nie ein Problem gelöst oder etwas einfacher gemacht. Im Gegenteil. Verharmlosen und sich darüber lustig machen, eine Situation ignorieren aber auch nicht. 
    Darüber sprechen ist noch längst keine Panikmache. Man darf Fragen haben und man darf sich damit auseinander setzen, denn es ist ein aktuelles Thema. Das darf einen auch beschäftigen, denn es kann schlussendlich jeden betreffen.
    Man darf vorbereitet sein und vielleicht ist das sogar klug. Schlussendlich leben wir in Ländern, in denen wir darauf vertrauen können, dass Kanton, Bund und Gesundheitsinstitutionen ganz genau wissen, wie vorgegangen wird und wir werden Schritt für Schritt informiert. Immer so viel wie notwendig.

    Ich finde, wie immer, wichtig, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Sich zu informieren, aber auch Ruhe zu bewahren. Jedem ist es selbst überlassen, wie und wo er sich informieren möchte und wieviel. Das ist nicht nur jedem selbst überlassen, das ist sogar Eigenverantwortung.
    Ich würde empfehlen, sich bei Quellen wie zum Beispiel der Webseite vom Kanton Luzern (www.lu.ch) zu informieren. Die andern Kanton haben auch eine. Und im Deutschland und andern Ländern gibts das auch. Vielleicht momentan mit dem Lesen der Sensations-Presse eher zurückhaltend sein, da diese doch eher die Unruhe fördern und nicht sehr hilfreich sind.
    Ich fand auch gestern Abend die Sendung 10vor10 im Schweizer Fernsehen SRF1 wirklich interessant, informativ und obwohl nichts beschönigt wurde, beruhigend.

    Also, bleibt auf dem Boden und hoffentlich gesund.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Auf dem Totenbett

    Irgendwann….

    Das Totenbett, wie man es so schön nennt… Vermutlich ist es wünschenswert, dass es ein Bett ist und wir im hohen Alter, ansonsten gesund, sanft und friedlich entschlafen können. So wünschen es sich jedenfalls viele. In der Realität ist das Totenbett nicht immer ein Bett und der Tod holt sich die Menschen auch nicht immer sanft und schlafend.
    Ich glaube, ich spreche für die meisten von uns, wenn ich sage dass wir nicht soooo gern an den Tod denken und wohl auch nicht daran, wann und wie wir wohl eines Tages sterben werden…

    Man sagt ja so oft, dass einem in wenigen Sekunden das ganze Leben vor den Augen abläuft, wenn etwas Schlimmes passiert. Und so stelle ich mir das sterben vor. Vielleicht ist die Ursache unseres Todes eine Unwichtigkeit. Für den Sterbenden. Für die Mitfühlenden und Trauernden natürlich nicht. Für die ist die Ursache des Todes von grosser Wichtigkeit. Wir möchten nicht, dass der Verstobene leiden musste. Manchmal dauert das Sterben lange und ist schwer auszuhalten, Leidens- und Krankheitsgeschichten gehören da mit dazu. Wir gönnen jedem einen schmerzlosen Tod, denke ich.

    Es gibt Menschen, die warten auf den Tod, aus welchen Gründen auch immer.
    Es gibt Menschen, die wollen nicht sterben, müssen aber.
    Es gibt Menschen, die ahnen nichts davon, dass sie morgen nicht mehr leben werden.
    Und es gibt Menschen, die den Tod für sich wählen und ihn selbst herbei führen.

    Der Tod kann Erlösung sein. Kann.
    Der Tod ist aber auch immer ein Verlust. Jemand wird dem Leben entrissen, uns entrissen. Und wir wollen das nicht.
    Wir trauern, weil wir eine Person vermissen. Weil wir ihr noch so viel Leben gegönnt hätten und weil wir all das mit ihr erleben wollten. Wir trauern, weil die Liebe die nun gestorben ist, ein Loch in uns hinterlassen hat. Ein Loch, dass all die Tränen der Welt nie füllen werden.

    Der Tod macht uns Angst, wir verstehen ihn nicht.

    Was auch immer an unserem letzten Tag, in unseren letzten Minuten und Sekunden passieren wird und wie es passieren wird, ich stelle es mir so vor:

    Ich glaube, dass tatsächlich während dem Sterben dein Leben vor deinem inneren Auge nochmals abläuft. Dir werden Erinnerungen zugeführt. Erinnerungen, die nichts mit beruflichen Erfolgen und Reichtum zu tun haben. Sondern Erinnerungen, die nur auf Gefühlen basieren, auf Menschlichkeit.

    Du siehst nochmal die Momente, in denen du Gutes getan hast. Situationen, in denen du jemanden sehr glücklich gemacht hast. Situationen, in denen du jemandem geholfen oder dich eingesetzt hast. Situationen, in denen du fair und selbstlos warst, freundlich und menschlich.
    Du fühlst die Liebe und die Dankbarkeit all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und er gibt dir Kraft für all das, was da nun kommen werde…

    Und du siehst auch die Momente, in denen du jemandem sehr weh getan hast. Situationen, in denen du unehrlich warst, gelogen und betrogen hast. Situationen, in denen du Menschen verletzt und ihnen grosse Schmerzen zugefügt hast.
    Du fühlst den Schmerz, die Wut, den Hass und die Ohnmacht all dieser Menschen in diesem Moment ganz stark in dir und genau so wirst du sterben.

    Das klingt vielleicht hart, aber für mich bedeutet genau das Karma. Ich glaube, dass Karma schon im Verlauf des Lebens zum Tragen kommt, ich habe darüber ja schon mal geschrieben. (Zum Nachlesen: Karma)
    Und ganz am Schluss werden wir nochmal Verantwortung tragen für unser Verhalten andern gegenüber, das kann gut oder schlecht oder ein bisschen von beidem sein.

    wegwerf-beziehungen

    Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft. Es ist kostengünstiger und unkomplizierter, defekte und kaputte Dinge zu ersetzen, statt sie zu reparieren.

    Dinge…
    Das sind Gegenstände, Fahrzeuge, Kleidung. Alles, was man halt so braucht im Leben, von den Socken bis zum Küchengerät, vom der Uhr bis zum Rasenmäher.
    Ersatzteile gibt’s keine mehr oder die Reparatur ist viiiiiiiel zu teuer, also weg damit und ein Neues kaufen.
    Wir werfen nicht nur Gegenstände weg, sondern auch sehr viele Lebensmittel.
    Es nennt sich Food Waste.
    Überfluss. Offensichtlich.

    Wir leben in einer Zeit, in der aber ein Umdenken statt findet. Es wird darüber geschrieben und gesprochen und es wird von vielen auch gehandelt. Veränderungen brauchen Zeit…

     

    Dinge…
    Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft. Ich wiederhole mich… Wir entledigen uns schnell Dingen und ersetzen sie, während dem sich bei uns unendlich viele Dinge ansammeln. Wir haben, was wir benötigen und noch viel mehr. Wir haben nicht nur eins davon, sondern zwei oder drei oder vier. Wir besitzen unglaublich viele Dinge.

    Vielleicht verlieren sie für uns genau aus diesem Grund an Wert. An Besonderheit.
    Weil fast alles einfach zu ersetzen ist.

     

    Dinge…
    Ich wiederhole mich noch einmal… Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft. Nicht nur was Dinge und Gegenstände betrifft, nein. Auch was unsere Beziehungen betrifft, was Menschen betrifft.

    Wer nicht mehr reinpasst, kann weg. Es ist so einfach.

    Jede dritte Ehe wird in der Schweiz geschieden (was zwar eine Verbesserung ist, denn in den letzten zwanzig Jahren war es sogar jede zweite). Es ist einfach, sich zu trennen oder scheiden zu lassen. Es geht schnell und man muss sich nicht unbedingt mehr damit auseinander setzen. Man kann sich sogar online scheiden lassen.
    Einfach weg damit. Vergessen und weit weg ist die Liebe, die man füreinander gefühlt hat und damit all die Wünsche, Hoffnungen und Pläne… Wo sind die Versprechen geblieben, die man einander gegeben hat? Die,  in denen man um die Liebe, um die Beziehung kämpfen wollte? Daran arbeiten? Weg und vergessen?
    Es ist auch einfach, einen fliegenden Wechsel von Partnern zu machen. Die „alte“ Beziehung muss dafür nicht zwangsläufig schon beendet sein.

    Die Liebe ist ja nur eine Art von Beziehungen, es gibt noch andere. Zum Beispiel Freundschaften. Mir kommt es manchmal so vor, als ob auch diese nicht mehr soooo viel zählen würden. Viele Freundschaften oder Bekanntschaften sind oberflächlicher geworden, sicher auch begünstigt durch „neuen“ Kommunikationsmittel. Es ist nicht nötig, alles zusammen zu besprechen oder jemandem persönlich etwas zu erzählen, man macht einfach eine Whatsapp-Text- oder Sprachnachricht. Man liest sich bei Facebook oder sieht sich den Whatsapp-Status an. Mehr Kontakt besteht oft nicht. Muss ja auch nicht zwangsläufig, denn es gibt ja verschiedene Arten von Bekanntschaften.
    Wir wissen vielleicht mehr voneinander und dennoch weniger.

    Freunde sind austauschbar geworden, viele Menschen haben es verlernt oder sind nicht bereit, sich mit jemandem auseinander zu setzen oder sich für jemanden einzusetzen. Es ist so unbequem, wenn es jemandem nicht gut geht, wenn jemand anderer Meinung ist oder wenn er etwas Falsches sagt.
    Keine Zeit und keine Lust auf sowas, der kann weg. Denn es hat andere, mit denen es einfacher ist. Im Moment jedenfalls.

    Bestimmt ist das überrissen dargestellt. Irgendwie. Oder vielleicht doch nicht?

     

     

    Die Übersensibilität

    Unsere Wahrnehmung ist ja nie objektiv. Sie ist immer beeinflusst… von unserer Situation. Unserer Gemütslage, unserer Beziehung zu jemandem oder etwas, von unserer Persönlichkeit und von vielen anderen, unbewussten Faktoren. Nun ist es so, dass ich viele Menschen so übersensibel wahrnehme im Moment. Bzw. irgendwie ganze Menschengruppen. Jedes Thema scheint heikel zu sein. Sagen Sie auf gar keinen Fall etwas übers Impfen! Das könnte lebensgefährlich werden. Oder das Thema Feminismus… omg!!! Homöopathie… ganz gefährlich. Oder das Thema Ausländer / Flüchtlinge (wobei das natürlich bei weitem nicht dasselbe ist)…
    Aussagen müssen auf die Goldwaage gelegt werden und mir scheint, jeder besitzt heutzutage eine solche. Ich leider nicht… Wenn es um Goldwaagen geht ist es ja besonders interessant, dass darauf selten die eigenen, sondern nur die Worte anderer gewägt werden.

    Irgendwie scheinen die Emotionen momentan besonders hohe Wellen zu schlagen. Oder es kommt mir so vor.
    Wellen der Empörung. Sind es vielleicht auch Wellen der Angst? Oder einfach negativsichtige, dunkle Wellen? Ich weiss es nicht genau. Und ich weiss auch nicht genau, warum das so ist. Woher kommen die denn nun plötzlich? Was ist passiert, was hat sich verändert? Oder ist es am Ende einfach nur MEINE Wahrnehmung?
    Mir fällt auf, dass jeder sich sehr schnell betroffen fühlt und aufgebracht reagiert. Dabei fällt mir aber auch auf, dass diese Empörung nur für die eigenen Interessen reicht.

    Ich finde das grundsätzlich auch okay, dass man sich aufregt oder sogar aufregen will über irgendetwas, was einen betrifft. Ein Thema, wo unser Herzblut drin steckt oder ein Thema in dem WIR drin stecken, mit Haut und Haar. Da regt man sich auf, keine Frage. Da steht man auch nicht immer über der Sache, man ist zu nah dran und zu verletzlich oder was auch immer.

    Aber sich aufregen über irgendwen oder irgendwas ist ja das eine. Mir fällt das bei Facebook ja oft auf und das ist genau das, warum ich meinen Account vor ein paar Jahren gelöscht hatte. Diese Facebook-Gruppen, in denen sich allerlei Leute tummeln und dann wirft eine einen Kieselstein. Nicht mal immer böse gemeint, sondern oft zum foppen, so kommt es mir jedenfalls vor. Ich kenne diese Menschen ja auch nicht bzw. die wenigsten davon. Aus diesem Grund kann ich nur interpretieren. Also… die eine wirft einen Kieselstein einem andern vor die Füsse. Vor die Füsse. Es wurde keiner verletzt und es war nur ein winziger Stein. Der andere könnte darüber hinweg sehen. Er könnte sagen „was soll das?“. Und viele tun das auch tatsächlich. Aber es gibt dann solche, die holen dann aus… gaaaaaanz tief in der Frustrationskiste wird gegraben. Dort, wo kein Niveau mehr existiert und, so kommt es mir vor, auch kein gesunder Menschenverstand mehr. Und dann wird geschossen auf die Person mit dem Kieselstein. Scharf. Und unter die Gürtellinie. Es geht nicht mehr um diesen Stein, sondern um irgendwas ganz anderes und diese arme kleine Person bekommt das alles ab.
    Das mit dem Kieselstein war vielleicht nicht ganz korrekt, das muss man ja auch sagen. Aber diese Sache wird aufgebauscht, als hätte sie die halbe Bevölkerung unter einer Felswand begraben. Aufgebrachte Menschen mischen sich ein, es zieht Kreise, die irgendwie plötzlich grösser sind als die Sache selbst.

    Natürlich ist es immer ein Balance-Akt, wenn bei einem ernsten Thema Humor oder Ironie / Sarkasmus / Satire dazu kommt. Nicht alle verstehen es, dann erscheint es einem taktlos und unangebracht. Ist es vielleicht auch, ne? Und doch soll unterschieden werden, wo etwas humorvoll aufs Korn genommen wird und wo Grenzen überschritten werden. Ich denke, normaldenkende intelligente Menschen sind dazu fähig, dies zu unterscheiden und das ist dann auch genau der Grund, warum ich auf solche Kommentare dann nicht reagiere. Weil man mit Idioten (tschuldigung…) nicht diskutieren kann. Weil man dann auf die Ebene des andern wechseln muss und in manchen Fällen ist mir das dann zu tief.

    Und es ist ja nicht nur das. Ich frage mich ja dann, warum Leute so viel Zeit und Lust haben, sich aufzuregen über fremde Menschen? Zugegeben, ich tapse da auch manchmal rein, in die Aufregensfalle. Aber ich bin dann auch schnell wieder draussen. Ich habe einfach keine Zeit dafür. Und keine Nerven. Und ich habe meine eigenen Themen, in die ich die Energie stecken will und muss.

    Und dann schaue ich auf meinen Facebook-Account, meinen neuen, den ich seit fast einem Jahr wieder habe und bin eigentlich wieder fast soweit wie vor ein paar Jahren, als ich den anderen löschte.

    Ich bin in Gruppen, die mich interessieren. Es geht vor allem um Meerschweinchen und um alleinerziehende Eltern. Und ich merke, dass auch ich nicht übersensibel reagieren muss. Dass auch ich über Dinge hinwegsehen muss und auch kann, denn es sind ja nur einzelne Dinge. Wenn jemand ein Bildchen postet von seinem Meerschweinchen, wo man vom Gehege so gut wie gar nichts sieht und eine andere kommentiert, dass das aber nicht artgerecht sei… Mein erster Gedanke ist, darunter zu schreiben, wie sie das denn sehe in diesem kleinen Bildausschnitt. Weil ich mich aufrege. Und zwar über die Ungerechtigkeit. Über ein Urteil, das mir nicht nachvollziehbar erscheint.
    Und in einer anderen Gruppe schreibt eine Frau, dass Männer nicht multitaskingfähig sind, mit Smileys am Schluss. Ich lache, weil ich das als Scherz verstanden habe. Ah. Ich lache nicht nur. Ich setze ein lachendes Smiley darunter. Schwupps, in der Schusslinie… Und bin total überrascht, dass die halbe Welt sich über diesen Beitrag in Kommentaren dann sehr aufregt. Ich verstehe die Dimensionen gar nicht mehr, die das annimmt. Scherze über sowas zu machen, scheint also sehr heikel zu sein. Ich sehe mich plötzlich in der Rolle wieder, die Autorin schützen zu wollen, ihr beizustehen. Keine Ahnung, ob sie das überhaupt wollte oder brauchte. Und damit war ich dann irgendwie noch mehr in der Schusslinie.
    Einer der Kommentatoren artet total aus, meiner Meinung nach. Er beschimpft sie und erwähnt dabei auch alle andern Frauen, die er „Weiber“ und „Feministinnen“ nennt, wie sie nur an Kohle denken und die Männer ausnehmen wollen. Wie sie gleichberechtigt sein, aber nicht ins Militär wollen usw. Er schreibt, sie sollen doch alle lesbisch werden und die Männer in Ruhe lassen, bla bla bla usw…
    Für mich ist das wirklich unterste Schublade.
    Niemand reagiert.
    Auch ich nicht, weil ich mich nicht mehr traue, etwas zu sagen. Eigentlich rege ich mich nur DARÜBER auf jetzt. Weil das so ist.

    Ist das so? Ist es okay, auf diese Art über Frauen zu schreiben? Und niemand reagiert? Warum?
    Es ist ja auch nicht okay, sowas über Männer zu schreiben. Aber DANN wird ja fleissig reagiert und zwar nicht nur von Männern. Das ist okay. Aber warum ist es umgekehrt ganz anders?

    Es ist ja zum Glück einfach bei Facebook. Einfach ignorieren oder blockieren oder die Gruppe verlassen, wenn die positiven Aspekte nicht mehr überwiegen. Das tun sie aber momentan noch. Einfach nicht zu übersensibel sein, einfach den gesunden Menschenverstand walten lassen. Ich bin immer wieder so dankbar, dass ich so einen besitze und mich auf ihn verlassen kann. Können offensichtlich nicht alle…