
Paulo Coelho hat irgendwann mal gesagt oder vermutlich geschrieben:
Nur dem, der bereit ist,
den Weg zu gehen,
offenbart sich der Weg.
Ich muss sagen, diese Aussage gefällt mir ausserordentlich gut. Sie beinhaltet so vieles, woran ich im Leben glaube und glauben will. Zum einen ist diese Haltung ja einfach nur lösungs- und ressourcen-orientiert. Er birgt Hoffnung und den Glauben daran, dass es einen Weg gibt, auch wen man ihn noch nicht sieht.
Ich finde, das ist ja soooo wahr. Wer weiss denn schon, was sich momentan noch hinter der nächsten Kurve, hinter einer Abbiegung, hinter einem Hügel oder einfach ausserhalb unserer Sicht verbirgt?
Es wird sich zeigen, wenn wir unterwegs sind. Und es ist ja nicht ur der Weg, es sind auch irgendwelche anderen Umstände, die unsere Wege verändern können. Von einem Moment auf den anderen. Und ganz stark auch unsere Weggefährten.
Es kann in der nächsten Sekunde, morgen oder in fünf Jahren etwas passieren oder jemand in unser Leben treten und einen ganz grossen Einfluss auf uns und / oder das weitere Geschehen hat. Im Guten sowie im Schlechten, beides ist möglich.
Meine Erfahrung ist es, dass es ganz selten im Leben richtig schlechte Entscheidungen gibt. Bzw. ich sage lieber, dass Entscheidungen mehrheitlich nicht grundlegend schlecht sind. Ich meine, sooooo schlecht, dass sie uns mega ins Unglück stürzen. Unwiderruflich.
Mir kommen schon ein paar Dinge in den Sinn, klar. Mehrheitlich ist es doch aber so, dass wir uns einfach mal entscheiden und das ja meistens, ohne genau zu wissen, ob diese Entscheidung die bestmögliche ist. Ich meine da jetzt nicht so alltägliche kleine Entscheidungen, wie „nehme ich ein Vanille- oder ein Caramel-Eis“ oder „welches Buch lese ich als nächstes“, sondern mit wem verbringe ich meine Zeit, mit wem gehe ich eine engere Beziehung ein, will ich Kinder bekommen oder nicht, ein Wohnungs- , Wohnorts oder Jobwechsel, bin ich Raucher:in oder möchte ich viel Alkohol trinken, betrunken Auto fahren, andere Drogen konsumieren, wofür gebe ich wieviel Geld aus, welche politischen Entscheidungen treffe ich….
Sowas halt.
Vieles kann man mal entscheiden und wenn es für einen dann nicht so richtig passt oder stimmt, wenn es einem nicht gut tut, nicht gefällt oder man unglücklich ist, dann macht man halt eine neue Entscheidung. Das ist doch oft so im Leben.
Ich persönlich brauche schon eine gewisse Sicherheit und das liegt wohl an meinem Alter, an meinen Erfahrungen im Leben und auch an meiner Lebenssituation. Ich bin eine Person, ich treffe grosse Entscheidungen, Veränderungen sehr wohl überlegt. Vielleicht eher zu viele Gedanken darüber gemacht, als zuwenig… Aber ich weiss auch aus Erfahrung, das Leben ist voller Wege. Einige sehen wir, weil sie sich direkt vor uns auftun und andere sind ganz gut im Dickicht. versteckt und wollen gesucht und entdeckt werden.
So einen Weg dann zu finden, einen. ganz neuen — keine Ahnung ob es der richtige ist, aber gibt es überhaupt richtig und falsch oder (wie ich denke) einfach verschiedene? — das ist. schon auch etwas ganz Tolles.
Und dann mal diese Erfahrung machen und auf diesem Weg so weit gehen, wie man will, kann oder darf und dann schauen, was sich dann wieder zeigt und wieder entscheiden…
Ich glaube, genau das meint Paulo Coelho.
Heute ist der 1. Oktober und es geht langsam dem Ende dieses Jahres entgegen. Dieses Jahr, welches ja auch in gewissem Sinne ein Weg ist. Einer von vielen in unserem Leben.
Am 1. November, wenn ich zum nächsten Mal über mein Kalenderblatt schreibe, sage ich dann, dass die Zeit rast und dieses Jahr nur noch zwei Monate dauern wird…
Extrem, wie schnell das eigentlich vergeht… Dann werde ich mich schon ein wenig auf Weihnachten freuen und auch darüber, DASS ich mich seitdem ich meine Tochter habe, überhaupt wieder auf und über Weihnachten freuen kann, nachdem diese Zeit des Jahres für eine ganze Weile eher traurig und schwer für mich war.
Wege verändern sich und sogar, wenn wir gefühlt immer auf dem selben Weg gehen, ist es trotzdem nicht immer derselbe Weg. Die Beschaffenheit verändert sich, die Gegend oder wie gesagt auch die Weggefährten. All dies verändert auch uns selbst und dies ist wohl oftmals die grösste Chance, oftmals aber auch die grösste Herausforderung. Oder beides.
Alles Gute auf deinen Wegen. Wenn ich dir einen Rat geben darf, dann achte gut auf deine Ausrüstung. Du hast alles dabei oder wirst die Chance bekommen, das was du brauchst, noch zu erwerben — und ich meine nicht, mit Geld, sondern mit Erfahrung und was du daraus machst. Und achte noch viel besser darauf, mit wem du deine wertvolle Zeit auf all deinen Wegen teilst, denn das beeinflusst ganz vieles und nicht zuletzt deine Sicht auf allerlei Dinge auf und neben deinen Wegen, aber auch deine Sicht auf dich selbst.


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