
Kennst du den Anblick und das Gefühl, wenn der Himmel langsam in Gold, Orange, Rosa und Violett übergeht und man für einen Moment einfach stehen bleiben muss, um zu schauen und zu staunen?
Für Menschen, die Sonnenuntergänge lieben, gibt es tatsächlich ein wunderschönes Wort: sie sind opacarophil.
Opacarophilie setzt sich aus dem lateinischen opacare (verdunkeln, beschatten) und dem griechischen philos (liebend, zugetan) zusammen. Wörtlich beschreibt es jemanden, der den Moment liebt, wenn das Tageslicht langsam verschwindet und die Abenddämmerung beginnt.
Natürlich ist Opacarophilie kein medizinischer oder wissenschaftlicher Begriff. Es ist vielmehr ein poetisches Wort, das in den letzten Jahren vor allem im Internet und in sozialen Medien bekannt geworden ist. Gerade deshalb berührt es viele Menschen, weil es einem Gefühl einen Namen gibt, das die meisten von uns kennen.
Ich glaube, Sonnenuntergänge faszinieren uns nicht nur, weil sie wunderschön aussehen, sondern sie erinnern uns auch daran, dass jeder Tag, egal wie gut oder schwierig er war, irgendwann zu Ende geht. (Und dass das Universum uns manchmal so ein besonders schönes Tagesende beschert, egal wie der Tag war und egal, wie wir uns gerade fühlen.) Dass Abschiede nicht immer traurig sein müssen. Und dass nach jeder Nacht auch wieder ein neuer Morgen kommt.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum so viele Menschen bei einem Sonnenuntergang einfach still werden. Für ein paar Minuten scheint die Welt langsamer zu werden, ein bisschen andächtiger und nachdenklicher, den Augenblick geniessend.
Vielleicht bist du ja auch ein Opacarophile, wenn es dir genauso geht…



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