Drei kleine Superhelden – Tinas verschwundene Krone


Es war ein ruhiger Morgen im Garten. Die Sonne glitzerte noch feucht auf den Grashalmen und im Vogelhäuschen zwitscherten die kleinen Blaumeisen.

Arja lag gemütlich unter dem grossen Baum, Jimmy rannte wild durchs Gehege und Tina wollte gerade ihre kleine goldene Krone zurechtrücken.
Doch plötzlich blieb sie wie erstarrt stehen.
„Ähm …“
Sie schaute nach links. Dann nach rechts.
„Meine Krone!“

Jimmy stoppte sofort mitten im Rennen. „Was ist mit deiner Krone?“
Tina sah ihn mit grossen Augen an. „Sie ist weg.“
Nun sprang auch Arja auf. „Weg? Ganz weg?“
Tina nickte langsam. Ihre Stimme wurde ganz leise, ihre Freunde merkten, dass sie am liebsten weinen würde.
„Ich hatte sie doch gestern Abend noch an.“

Sofort begann die grosse Suche.
Die drei kleinen Superhelden schauten unter das Häuschen, zwischen die Löwenzähne, hinter den grossen Stein und sogar in den Heuhaufen. Jimmy kroch mutig durch die engsten Ecken. Arja untersuchte aufmerksam jede Spur im Gras. Und Tina lief immer stiller hinter ihnen her. Sie suchten das ganze Gehege ab… Aber die Krone blieb verschwunden.

Schliesslich setzte sich Tina traurig unter den Baum.
„Vielleicht finde ich sie nie mehr“ flüsterte sie „aber sie gehört doch zu mir…“
Jimmy schaute ihr entschlossen in die Augen.
„Keine Sorge“ sagte er mutig. „Wir geben niemals auf. Wir werden sie ganz, ganz bestimmt finden.“

Da hörten sie plötzlich ein lautes: „Krrrraaaak!“ Oben in den Ästen bewegte sich etwas Schwarz-Weisses. Eine Elster sass dort. Und genau in diesem Moment fiel ein Sonnenstrahl durch die Blätter und sie sahen, wie etwas Goldenes im Vogelnest glitzerte und glänzte.
Arja riss die Augen auf.
„Dort oben!“
Die drei blickten hinauf. Mitten im grossen Elsternnest lag etwas Kleines, Rundes, Goldenes. Das war ganz eindeutig Tinas Krone.

„Meine Krone!“ quietschte Tina.
Jimmy sprang sofort auf einen Stein. „Ich hole sie zurück!“
Doch Arja schüttelte vorsichtig den Kopf, denn wie sollte Jimmy auf diesen Baum kommen? Klettern war nun wirklich keine Meerschweinchen-Fähigkeiten und fliegen konnten sie auch nur in ihren Träumen.
„Vielleicht sollten wir zuerst herausfinden, warum die Elster sie genommen hat.“

Die Elster legte ihren Kopf schief und beobachtete die drei neugierig mit ihren dunklen Augen.
Gerade in diesem Moment landete der Blaumeisen-Papa auf einem Ast neben ihnen.
„Elstern mögen glänzende Dinge sehr“ erklärte er freundlich. „Sie sammeln manchmal kleine Schätze, weil sie sie schön finden.“

Tina schaute traurig nach oben.
„Aber das ist meine Krone.“

Die Elster krächzte leise. Dann flog sie kurz ins Nest und stupste die Krone vorsichtig mit ihrem Schnabel an. Fast sah es aus, als würde sie überlegen.
Jimmy flüsterte: „Vielleicht dachte sie wirklich, sie sei verloren gegangen.“
Eine Weile war es ganz still im Garten. Dann flatterte die Elster plötzlich vom Nest herunter. Ganz vorsichtig landete sie im Gras. Und dort, direkt vor Tina, legte sie die kleine goldene Krone ab.

Tina konnte es kaum glauben.
„Für mich Du gibst sie mir zurück?“
Die Elster machte ein leises Geräusch, breitete ihre Flügel aus und flog wieder hinauf in den Baum.

Jimmy strahlte. „Mission geschafft!“
Arja lächelte warm.
Und Tina setzte ihre Krone langsam wieder auf den Kopf.
Plötzlich fühlte sie sich anders an als vorher. Besonders. Weil sie wusste, dass wahre Superhelden nicht wegen einer Krone besonders sind, sondern wegen ihres Herzens.

Und als die Abendsonne golden durch den Garten fiel, sass Tina dankbar zwischen ihren Freunden im Gras, während ihre kleine Krone ganz sanft im Licht glitzerte.
Heute war ein guter Tag.

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.