Der Picasso-Käfer


Die Natur schafft kleine und grosse Kunstwerke, das wissen wir längst. Einige sehen so unglaublich aus, dass man kaum glauben kann, dass sie echt sind. Genau so ein Geschöpf ist der Picasso-Käfer. Seine Farben und Muster wirken wie ein kleines Gemälde und genau deshalb trägt er auch seinen Namen.

Der Picasso-Käfer, Sphaerocoris annulus, gehört eigentlich gar nicht zu den Käfern, sondern zu den Schildwanzen. Dennoch wird er im Deutschen oft als Picasso-Käfer oder Picasso-Bock bezeichnet. Seinen Namen verdankt er den auffälligen Mustern auf seinem Rücken. Die leuchtenden Kreise, Punkte und Farbfelder erinnern viele Menschen an die farbenfrohen und abstrakten Werke des berühmten Malers Pablo Picasso.

Zu Hause ist dieses kleine Kunstwerk in Afrika. Man findet ihn vor allem in den östlichen und südlichen Regionen des Kontinents, unter anderem in Südafrika, Kenia, Tansania, Uganda und einigen weiteren Ländern. Dort lebt er auf Pflanzen, in Gärten, auf Wiesen und in buschreichen Landschaften. Besonders nach Regenfällen kann man ihn häufig entdecken.

Der Picasso-Käfer wird nur etwa acht bis zwölf Millimeter gross. Trotz seiner geringen Grösse fällt er sofort auf. Sein Panzer leuchtet in kräftigen Farben wie Rot, Orange, Gelb, Blau, Grün, Schwarz und Weiss. Das Faszinierende dabei: Kein Tier sieht genau gleich aus wie ein anderes. Die Muster variieren leicht von Individuum zu Individuum, fast so, als hätte die Natur jeden einzelnen Käfer von Hand bemalt.

Der Picasso-Käfer ernährt sich von Pflanzensäften. Mit seinem Saugrüssel sticht er Pflanzen an und saugt die Nährstoffe heraus. Für Menschen ist er völlig ungefährlich. Er beisst nicht, sticht nicht und ist nicht giftig. Seine auffälligen Farben dienen vermutlich dazu, Fressfeinde abzuschrecken. Viele Tiere verbinden leuchtende Farben mit Giftigkeit und lassen deshalb vorsichtshalber die Finger davon.

Über seine genaue Lebensdauer gibt es nur wenige gesicherte Angaben. Wie viele andere Schildwanzen lebt er wahrscheinlich mehrere Monate bis ungefähr ein Jahr. Die Weibchen legen ihre Eier auf Pflanzen ab. Daraus schlüpfen kleine Larven, sogenannte Nymphen. Diese sehen zunächst noch ganz anders aus als die erwachsenen Tiere. Erst nach mehreren Häutungen entwickeln sie ihre beeindruckenden Farben und Muster.

Schon faszinierend, wie kreativ die Natur sein kann. Wenn man den Picasso-Käfer betrachtet, wirkt er fast wie ein kleines Schmuckstück oder ein winziges Kunstwerk. Dabei erfüllt er einfach sein ganz normales Leben als Insekt irgendwo auf einer Pflanze in Afrika.

Schönheit ist oft dort zu finden, wo wir sie am wenigsten erwarten. Manchmal genügt ein genauer Blick auf ein winziges Lebewesen, um zu erkennen, wie erstaunlich und vielfältig unsere Welt eigentlich ist. 

Fotos: Internet-Funde.

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Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.