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Life Hacks



Es ist einfach, Ratschläge und Lebensweisheiten vermittelt zu bekommen. Gewollte und auch ungewollte. Klar sind die gut. Gemeint.
Natürlich ist es ebenso einfach, Ratschläge und Lebensweisheiten zu erteilen. Und auch die sind gut. Gemeint.
Manchmal sind die auch gut umsetzbar und helfen weiter. Ganz oft sind die aber nicht auf den zugemessen, der diesen Ratschlag bekommt, sondern auf den, der ihn gibt.

Ganz viele Sprüche und Weisheiten, die ich überall so lese, fordern uns dazu auf, gegen den Strom zu schwimmen, sich selbst zu verwirklichen und nur genau das zu tun, was einem gut tut und auch nur mit denen zusammen zu sein, die uns gut tun. Ich bin schon damit einverstanden. Einfach in einem gewissen Rahmen. Ich finde total, dass man zu einem sehr grossen Teil selber dafür verantwortlich ist, wie es einem geht in all den Bereichen, die das Leben so beinhaltet. Ich finde aber halt auch, dass es ganz wichtig ist, eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und wohl oder übel uns dadurch auch manchmal einschränken oder bremsen zu lassen. Weil es im Leben einfach nicht nur um mich geht, sondern an mir andere Menschen an seidenen Fäden hängen und es tangiert auch sie, wenn ich weiss nicht was mache.

Sooo viele Sprüche und Weisheiten sind meiner Meinung nach total gut und auch sinnvoll, aber sie sind auch mit Vorsicht zu verstehen und umzusetzen. Bzw im Zusammenhang mit der Lebenssituation, den Möglichkeiten usw. Ausser wir wollen ein Volk von Egoisten und Misanthropen heranzüchten, die ihr Ding durchziehen ohne nach links und nach rechts zu schauen.
Dem gegenüber steht natürlich aber dann die Selbstfürsorge und die Achtsamkeit. Der Respekt und die Empathie und auch die Sorgfalt gegenüber anderen und ich finde, dass das alles sehr wertvolle Eigenschaften sind, die die Qualität unseres Miteinanders erhöhen.

Das bedeutet, dass vielleicht in gewissen Situationen die Selbstverwirklichung oder die Wünsche, die für mich selbst habe, nicht immer ganz so umsetzbar sind wie wir es uns vielleicht erträumen, weil sie schlussendlich nicht nur uns, sondern auch andere Menschen betreffen. Weil wir Verantwortung übernehmen. Weil wir andern durch unsere Pläne nicht schaden wollen usw.
Blöd, aber das ist nun halt mal so und ich finde, genau das ist dieses empathisch sein und dieses verantwortungsbewusst sein.

Und vor allem finde ich, sollte man dabei auch wirklich nicht nur an das JETZT denken, sondern auch ein bisschen voraus denken. Das empfiehlt sich ja meistens. Denn das wozu ich heute Lust oder keine Lust habe, könnte doch Folgen für mein weiteres Leben oder halt eben für das weitere Leben von andern haben.
Selbstverwirklichung ist super und es ist mega viel möglich, auch wenn man dabei auch die Grenzen und Möglichkeiten – eigene und die von nahestehenden Menschen (oder auch Tieren und auch wenn man noch weiter denken möchte, der Umwelt – im Auge behält.
Ich glaube sogar, dass man zB damit die psychische Gesundheit von ganz vielen Menschen verbessern könnte oder bzw dass sie von vornherein gar nicht ruiniert werden würde.
Ich bin ja kein Fan von Eltern-Bashing, aber ich nehme das nun trotzdem als Beispiel und es gibt ganz bestimmt noch ganz viele andere. Wieviele Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen haben wohl psychische Probleme, weil ihre Eltern oder Elternteile abwesend, nicht interessiert sind oder waren? Und wo waren die? Warum haben die Kinder bekommen, um sich dann nicht zu kümmern, weil sie einfach kein Bock drauf hatten? (Und es gibt da bestimmt auch viele andere Gründe und manchmal ist es einfach schwierig, ich weiss.)

Ich bin ja total fürs Glücklich-Sein.
Ich finde, das ist sogar eines unserer Grundrechte. Und ich bin auch für’s zusammenhängend und vorausschauend Denken und ganz besonders bin ich für’s fürsorglich sein – sich und andern gegenüber.









2 Antworten zu “Life Hacks”

  1. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint die Abwandlung eines Zitats von Gottfried Benn.
    Auf vieles, was du geschrieben hast, hätte ich antworten wollen, aber es war schon alles von dir beschrieben. Ein toller Text!
    Nur zum Elternbashing möchte ich als ehemaliger Lehrer etwas sagen. Nicht selten war ich der Ansprechpartner für Schüler von hilflosen Eltern, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Wir müssen ein Netz sein, für die, die sonst fallen.

    Gefällt 1 Person

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