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Der moralische Kompass


Als Moral werden die Werte und Regeln bezeichnet, die in einer Gesellschaft allgemein anerkannt sind. Wenn also jemand moralisch richtig handelt, dann ist das in etwa so, wie es die Allgemeinheit der Menschen gut findet oder wie sie selbst gehandelt hätten.

Die Moral ist so etwas wie ein Kompass. Ich würde behaupten, dass er bei den meisten von uns in etwa in die selbe Richtung zeigt. Er beinhaltet aber so viele verschiedene Themen und Aspekte, so wird er dann doch nicht von allen gleich gehandhabt. Das sind dann unter anderem die Unterschiede von einander, die wir werten. Gut oder schlecht, richtig oder falsch.
Vermutlich richtet sich das Urteil, ob man ein guter oder ein schlechter Mensch ist, genau nach diesem Kompass. Und vermutlich ist das alles wahnsinnig oberflächlich, wie so meistens wenn es ums Werten geht.
Denn von wie vielen Menschen denken wir, sie sind gut oder schlecht und sehen nur die Oberfläche und nicht dahinter? So ziemlich von jedem.
Ich glaube auch, dass wir davon ausgehen, dass unser moralischer Kompass der ist, der am richtigsten anzeigt, was gut oder schlecht / richtig oder falsch ist. Wenn andere ihr Handeln nach ihren persönlichen Kompassen ausrichten, kann das uns unter Umständen empören, stören, verletzen, überraschen, zum überdenken, werten, urteilen, lästern anregen. Oder im besten Fall gerade von allem das Gegenteil.

Ich mach das auch, ich weiss es. Wenn ich mir darüber bewusst werde, dann gehts mir auf den Keks und ich versuche, es möglichst wenig zu machen. Werten. BEwerten. ABwerten. Urteilen. BEurteilen. VERurteilen.
Ich hasse es. Wenn ich es mache, ganz besonders und wenn andere es tun, auch.
Ich bin mir in diesen Momenten dann immer sehr bewusst, dass ganz vieles davon mit der eigenen Unsicherheit zu tun hat. Wie meistens, wenn man sich jemandem gegenüber hässlich benimmt, jemanden abwerten und sich sozusagen über ihn stellen muss.

Ich habe vor kurzem beim Spazieren eine ehemalige Nachbarin getroffen und ein paar Worte mit ihr gewechselt. Sie hat sich geschämt für ihre vielen Falten und ihre grauen Haare. Und sie ist bestimmt schon über 90.
Why the fuck muss sich eine alte Person für sowas schämen? Was stimmt eigentlich mit uns nicht?
Und dann habe ich mich entschlossen, meine grauen Haare wachsen zu lassen und sie nicht mehr zu überfärben. Und meine Falten entwickeln sich sowieso in der letzten Zeit richtig gut und gedeihen.
IN.YOUR.FACE.GESELLSCHAFT!
Und ich werde SUPER damit aussehen. So!

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann sage ich, dass unser menschlicher moralischer Kompass sich ganz nach unserem eigenen Wohlbefinden, nach unserem Gewinn richtet. Wir sind da auch bereit, Kompromisse einzugehen, unsere Werte und Haltungen etwas anzupassen. Das ist, wenn man es genau betrachtet, etwas seicht. Ich finde immer, dass es kein passendes deutsches Wort dafür gibt. In Englisch würde ich „shallow“ sagen.
Also das bedeutet, dass sehr oft rationales Denken unsere Kompassnadel steuert. Das ist nicht nur falsch.
Und dennoch wünsche ich mir, auch gerade in Anbetracht des momentanen Weltgeschehens, dass die Nadel auch ganz fest Richtung Herz zeigt.





2 Antworten zu “Der moralische Kompass”

  1. Und, wie immer, sehr schöne Worte!

    Schon mal daran gedacht, Deine Zeilen in einer Zeitung als Kolumne zu veröffentlichen? Das würde vielen Menschen helfen, denke ich 😉

    Gefällt 1 Person

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