Es ist nun schon ein paar Jahre her, seitdem ich hier meinen allerersten Text veröffentlicht habe und damals wirklich nicht recht wusste, ob weitere folgen würden und vor allem, ob sich überhaupt irgend jemand dafür interessieren wird, was ich so schreibe.
Und siehe da, nun sind das unterdessen sage und schreibe 362 Texte geworden. Mein Blog hatte im ganzen 18400 Besucher und wurde fast insgesamt fast 50000 Mal aufgerufen. Es vergeht eigentlich schon lange kein Tag mehr, ganz ohne Aufrufe, das hätte ich nie für möglich gehalten.

Ich kann sehen, in welchen Ländern mein Blog so gelesen wird und das überrascht mich manchmal ziemlich. Die meisten Leser sind in Deutschland und in der Schweiz, aber auch immer wieder in verschiedenen andern europäischen Ländern. Finnland, Frankreich, Italien, Tschechien, Dänemark, England und Island, um einige zu nennen. Überraschenderweise wird mein Blog jedoch auch in Ländern ausserhalb Europas regelmässig aufgerufen, zB in den USA, in Kanada, Australien, China. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie die auf mich kommen und warum. Und ob die überhaupt verstehen, was ich schreibe?

Was ich schreibe, ist immer eine Momentaufnahme. Ein Gedanke, den ich weiter spinne. Ein Thema, das mich so interessiert, dass ich mich stundenlang damit beschäftige, lese, recherchiere und am Schluss bzw. laufend natürlich noch darüber schreibe.
Ich habe keinen Entwürfe-Ordner mit Texten, die ich irgendwann später veröffentlichen werde. Ich habe das am Anfang mal versucht, um nicht zuviele Berichte in zu kurzer Zeit zu veröffentlichen. Irgendwie soll der Leser, die Leserin ja genügend Zeit haben, zu lesen und nicht laufend bombardiert werden.
Aber das hat nicht funktioniert. Irgendwann später ist nicht mehr der richtige Zeitpunkt für eine Veröffentlichung, dann stimmt es einfach für mich nicht mehr. Das MUSS immer GLEICH SOFORT sein.

Manchmal bekomme ich Rückmeldungen auf mein Geschriebenes, worüber ich mich in den meisten Fällen sehr freue. Das zeigt mir, dass meine Worte entweder berührt, angeregt, jemanden erfreut oder geärgert haben. Letzteres zum Glück eher selten, soviel ich weiss.
Es kommt hin und wieder vor, dass ich darauf aufmerksam gemacht werde, welche Aspekte ich nicht berücksichtigt habe oder wie man eine Sache auch noch sehen könnte. Das ist okay und ich lese das auch gern, denn andere Sichtweisen sind auch immer interessant. Aber ich muss auch sagen, dass ich nicht vor habe, unter meiner Kommentar-Funktion zu diskutieren. Es ist einfach nicht die geeignete Funktion dafür.
Es ist mir auch klar, dass ich nie alle Seiten einer Sache berücksichtigen werde und werden kann. Ich nehme es mir heraus, aus meiner Sicht zu schreiben. Ich habe weder den Anspruch auf Objektivität, noch auf Vollständigkeit. Auf Korrektheit jedoch schon.
Es ist ja nur ein Blog und wie oben geschrieben, eine Momentaufnahme. Keine Dissertation oder sowas. Also, seid etwas nachsichtig.

Schreiben ist meine Ausdrucksform, mein Hobby, mein Ventil und meine Kreativität, so wie andere zum Beispiel malen, basteln, stricken, klettern, laufen, wandern, fotografieren, reisen oder was auch immer machen, um sich etwas Gutes zu tun.
Schreiben macht mir den Kopf frei. Wenn ich mich mit einem bestimmten Thema befasse, nimmt es mich total ein. Alle andern Themen geraten für eine Weile in den Hintergrund. Ich sinniere, lese darüber, feile an Formulierungen herum, suche ein passendes Foto aus, schreibe und bin für eine Weile ganz in diesem Text versunken. Die Welt um mich herum ist zwar noch da und doch sehe oder höre ich sie nicht mehr.
Das ist abschalten, runter fahren und Psychohygiene. Es ist mein Ausgleich. Ich mache es gern, es tut mir gut und dabei spielt es noch nicht mal eine Rolle, worüber ich schreibe.

Dies ist für mich genau der Sinn der Sache. Eure Unterhaltung kommt dabei erst an zweiter Stelle, muss ich gestehen. Ich wähle meine Themen eigentlich nie nach dem Kriterium, was euch wohl gefallen würde oder was am meisten Aufmerksamkeit erlangen würde. Ich schreibe einfach das, was mir gerade in den Sinn kommt. Ich schreibe auch nur dann, wenn ich Lust darauf habe, denn es ist ja freiwillig.

Dass viele von euch mich aber fleissig lesen, finde ich natürlich wunderbar. Ich finde es nicht selbstverständlich, dass ihr einen Teil eurer Zeit dafür aufwendet, meine Texte zu lesen. Das ist mir eine grosse Ehre.
Ich denke, ich würde aber auch dann schreiben, wenn nur einer oder zwei oder keiner lesen würde. Ganz am Anfag war das ja genau so.
Aber ein bisschen Bestätigung tut mir schon auch ganz gut, das muss ich schon ehrlich sagen. So sehe ich jeden Aufruf als Kompliment und Bezeugung eures Interesses und freue mich sehr darüber.

Also, es geht also auch in diesem Jahr weiter. Wer weiss, mit welchen Themen… Wir werden sehen.

Ich bin fest entschlossen, dieses Jahr zu meinem zu machen.

Merci vielmal.