Danke – Merci – Thank you – Grazie

Sich bei jemandem zu bedanken, das finde ich etwas sehr schönes. Eine Geste, die zeigt, dass man sich über etwas freut, dass man etwas schätzt und halt auch, dass nicht immer alles selbstverständlich ist. Man zeigt damit Wertschätzung, so finde ich. Dass man ein besonderes Verhalten, eine Geste oder ein Geschenk bemerkt hat und es gut findet irgendwie.

Danke zu sagen, das ist etwas, was man als kleines Kind ganz früh lernt. Ich glaube, „danke“ gehört fast zu den ersten Wörtern, die man lernt. Ein Kind das danke sagt, gilt als wohlerzogen und anständig. Glaube ich zumindest. Oder war das so, als ich ein Kind war und jetzt nicht mehr?

Ich beobachte da schon eine Veränderung.
Als ich ein Kind war, habe ich mich IMMER bedankt, was auch immer ich geschenkt bekommen habe. Egal, ob es die Barbie war, die ich mir gewünscht hatte oder den juckenden Pulli von Oma, von denen ich jedes Weihnachten einen bekam. Das wurde mir / uns so beigebracht und bestimmt war das nicht nur in meiner Familie so, sondern in den meisten meiner Generation.
Ich erlebe das heute anders und ich muss sagen, ich empfinde es auf den ersten Blick als Verlust von Werten, die mir wichtig sind. Wenn ich mehr darüber nachdenke, dann finde ich schon auch, dass es auch wichtig ist, ehrlich zu sein. Aber wenn es um ein Geschenk geht, dann auch? Auch wenn man den Schenkenden damit verletzt, weil er ja eine Freude machen wollte? Oder ist es erst recht verletzend nicht zu sagen, dass einem das Geschenk nicht gefällt? Hätte ich also zum Beispiel meiner Ex-Schwiegermutter, die mir immer mit viel Liebe Dinge geschenkt hat, die mir wirklich fast nie gefielen, nach meinem ersten Geburtstagsgeschenk gesagt, dass sie damit überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen hat, hätte ich danach nicht noch 13 weitere Geburts- und Weihnachtsgeschenke bekommen, mit denen ich nichts anfangen konnte. Das stimmt wohl…
Wie dem auch sei, bedanken kann man sich ja trotzdem. Das heisst ja noch nicht, dass einem das Geschenk gefällt. Es heisst nur, danke dass du mir etwas geschenkt hast. Und so ein Geschenk kommt ja doch meistens (sollte es jedenfalls) von Herzen.

Ich habe schon oft etwas geschenkt, geschrieben, getan, ohne darauf eine Reaktion zu bekommen. Denn das ist ein Danke ja auch. Eine Reaktion. Irgendwie auch ein Bescheid sagen, dass es angekommen ist. Bei mir hinterlässt dies einen komischen Nachgeschmack, muss ich sagen und ich überlege mir beim nächsten Mal dann schon bei dieser Person, ob sie noch etwas bekommt oder ob ich ihr diesen Gefallen nochmal mache… Mein Eindruck ist da ja dann automatisch, dass mein lieber Gedanke da einfach nicht angekommen ist, dass sie sich nicht gefreut hat oder dass sie es unpassend fand. Irgendwie sowas…

Mir ist es auch wichtig, danke zu SAGEN.
Besonders in den letzten eineinhalb Jahren habe ich von Freunden Dinge bekommen, für die kann man sich fast nicht bedanken. Worte, Einladungen, Geschenke, Taten, Freundschaft… Da ist ein Danke fast zu wenig und doch geht nicht mehr. Ich glaube, einige die das angeht, lesen diesen Text und wissen, dass ich sie meine. Ich hoffe, dass ich einiges von dem, was ihr mir gegeben habt und gebt, auch zurückgebe, indem ich einfach mich bin. Dass ich eine gute Freundin bin oder was auch immer uns verbindet.

 

Eine Antwort auf „Danke – Merci – Thank you – Grazie

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