Übergänge

Eine Trennung / Scheidung ist in den meisten Fällen eine schwierige Sache für alle Beteiligten. Und wenn das Paar zusammen Kinder hat umso mehr. Es ist nicht möglich, getrennte Wege zu gehen, einander zu verlassen und nie mehr zu sehen. Die gemeinsamen Kinder werden diese zwei Menschen, die aus Gründen nicht mehr zusammen sind, für immer verbinden. Und es macht Sinn, einigermassen miteinander zurecht zu kommen, auch wenn alles in einem sich dagegen sträubt. Es ist schwierig, ich weiss. Man muss einiges aushalten, einiges einstecken und so manches, was heraus geschrien werden will, muss drin bleiben. Manchmal erstickt man fast dran. Und trotzdem. Es macht Sinn.

Ein Kind erlebt die Trennung anders als die Eltern. Es sind die zwei allerwichtigsten Personen, die sich trennen. Die, die doch für immer zusammen gehören. Die, die Sicherheit geben, wie es kein anderer könnte. Es ist die Familie des Kindes, die in zwei Teile bricht.

Irgendwann, wenn sich alle Beteiligten an die Situation gewöhnt haben und zurecht kommen, denkt man, alles wäre überstanden. Aber es gibt auch dann noch schwierige Situationen. Zum Beispielen sind in vielen getrennten Familien die Übergänge schwierig. Diese sind auch oft in ungetrennten Familien schwierig. Das Kind will nicht nach draussen und wenn es dann später rein muss, nicht mehr rein. Es will nicht die Oma besuchen und dann am Abend die Oma nicht verlassen. Es will nicht baden und aber dann nach einer Stunde auch nicht aus der Badwanne raus.

Es will nicht zum Papa. Und wenn es dann ein oder zwei Tage später wieder nach Hause kommt, hat es schlechte Laune, weint viel, bockt.

Ich höre immer wieder Mütter, die das erleben und sagen, dass die Kinder nicht mehr zum Vater müssen. Und dass es ihnen dort nicht gut geht. Ich höre soooo oft von getrennten Eltern, die sich bis aufs Blut bekämpfen, einander die Kinder weg nehmen wollen. Immer wieder Gründe finden, ans Gericht zu gelangen. Auch aus oben genannten Gründen.

Eltern, die all ihre Energie fürs Kämpfen aufwenden statt dafür, Frieden und Ruhe zu finden….

Aber wenn Kinder mit Übergängen Mühe haben bedeutet das nicht, dass der andere Elternteil etwas falsch macht. Es bedeutet nur, dass Kinder in Trennungssituationen enormes leisten müssen. Diese neue Situation, zwei zuhause, womöglich neue Partner der Eltern, eventuell bringen diese auch Kinder mit… Das ist nicht wenig, was zu bewältigen ist und es ist normal und verständlich, dass ein Kind reagiert und viel Zeit braucht. Das ist schwer auszuhalten, ich weiss. Es bricht einem fast das Herz, ein Kind weinend dort zu lassen und braucht Nerven, sein Verhalten nach der Rückkehr auszuhalten. Ich weiss.

Ich glaube aber, dem Kind hilft es sehr, wenn die Eltern zur Ruhe kommen, denn dann kann es das auch tun.

3 Antworten auf „Übergänge

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