Wir werden an die grosse Liebe glauben. Immer.

Morgen ist Dienstag, der 15. Oktober 2019.

In zwei Monaten und 10 Tagen ist Heiligabend.

Acht Tage später beginnt ein neues Jahr.
2020.

Wir werden uns auch 2020 wieder jede Woche aufs Wochenende freuen und somit die meisten Wochentage unbeachtet verstreichen lassen. Tage unseres Lebens. Befristete Tage.

Wir werden jeden Morgen müde aus dem Bett, in dem wir lieber noch liegen bleiben möchten, kriechen und zur Arbeit fahren. Eine Arbeit, die es uns ermöglicht, unser Wissen und Können sinnvoll anzuwenden. Eine Arbeit, die uns befriedigt, erfüllt und ausgleicht. Eine Arbeit, die uns Geld einbringt. Das Geld, das uns das Leben ermöglicht, das wir leben.

Wir werden über Stress klagen und auch in unserer Freizeit von Aktivität zu Aktivität eilen, ohne zur Ruhe zu kommen. Wir werden müde sein. Vielleicht ausgebrannt.

Wir werden mit denselben Menschen zusammen leben, mit denen wir schon jetzt leben. Oder mit neuen.
Und auch sie werden eines Tages unsichtbar. Wir neigen dazu, ihre Qualitäten irgendwann als normal anzusehen und vergessen, was wir früher mal besonders fanden an ihnen.

Wir werden uns weiterhin an Kleinigkeiten stören. An nicht runtergebrachten Müllsäcken, an abgelaufener Milch, ausgegangenem Kaffee, an Launen und Macken, an schmutzigen Schuhen, vergessenen Geburtstagen und Jahrestagen, an verkehrt verstauten Tellern und Gläsern.

Wir werden jedes Jahr unseren Geburtstag feiern und uns ärgern, weil wir älter werden, obwohl wir eigentlich ganz alt werden, dabei aber für immer jung bleiben wollen. Wir werden unsere grauen Haare solange es geht verstecken und überfärben, Glatzen hinauszögern und Falten mit Cremes behandeln oder mit Hyaluronsäure. Wir schwelgen in der Erinnerung der Jugend und vergessen die Qualitäten des Alters.

Wir werden hoffentlich gesund bleiben. Obwohl wir genau diese Gesundheit oftmals erst wieder schätzen lernen, wenn sie für eine Weile nicht da war.

Wir werden uns im März 2020 über die länger und wärmer werdenden Tage freuen, wie jedes Jahr. 10 Grad werden uns warm vorkommen. Dieselben 10 Grad, die wir im Oktober wahnsinnig kalt finden werden.

Wir werden Beziehungen eingehen und uns wünschen, sie wären für immer, obwohl das Leben uns längst gelehrt hat, dass es „für immer“ nicht gibt.

Wir werden an die grosse Liebe glauben. Immer.

Wir werden viel zu wenig Zeit im Jetzt verbringen, weil wir viel zu oft noch im Gestern leben. Oder schon im Morgen. So wie jetzt.

Heute ist Montag, der 14. Oktober 2019.
Ich beginne genau jetzt damit, viel mehr Zeit im Jetzt und Hier zu verbringen.
Den Moment geniessen.

 

 

 

 

 

 

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