2900

Wir schreiben das Jahr 2900.

In den letzten Jahrhunderten hat die Technologie so manches abgelöst. Lasst uns mal schauen, was da so los ist:

Die Bienen und Wespen sind seit 700 Jahren ausgestorben. Das Bestäuben übernehmen Roboterbienen, die in riesigen Schwärmen herum schwirren. Sie erfüllen ihren Zweck. Honig können die Roboterbienen jedoch nicht herstellen. So waren Honig-Vorräte ein paar Jahre nach dem Aussterben der letzten Bienenvölker wahnsinnig wertvoll. Man nannte Honig auch „dass essbare Gold“. Die Menschen mochten Honig als Brotaufstrich oder zum Süssen von Tees und Desserts, aber auch seine entzündungshemmende Wirkung wurde geschätzt. Bis irgendwann auch das allerletzte Glas Honig leer war…

Durch das Aussterben von Insektenarten hat sich die Tierwelt auf der Erde verändert. Das Fehlen von Nahrung hat andere Tierarten bedroht. Einige starben ebenfalls aus, andere passten sich an und überlebten. Spinnen zB sind für Babies und Kleintiere sehr gefährlich geworden. Sie wickeln diese in Rudeln blitzschnell in ihre Spinnenfäden ein, um sie in ihre Höhlen zu schleppen und dort zu verspeisen. Einmal eingewickelt, ist es kaum mehr möglich, sie noch zu befreien. Andere Insektenfresser haben sich notgedrungen zu Pflanzenfressern entwickelt. Dies wiederum hatte fatale Folgen für den Menschen. Gemüse und Früchte werden von Igeln, Maulwürfen und Mäusen gefressen. Sie kommen in Scharen und fressen Felder, Gärten und Plantagen leer. Es wird von Plagen gesprochen. Der Mensch jagt diese Tiere, um sie aufzuessen, denn Kühe und Schweine sind längst ausgestorben. Skorbut ist die Volkskrankheit Nr. 1 geworden, weil die Ernährung einseitig und vitaminarm ist. Krebs wird mit wirksamen und gut verträglichen Medikamenten behandelt. Es ist nicht vorstellbar, dass noch im Jahr 2100 viele Menschen daran gestorben sind.

Ebenfalls verschwunden und komplett vergessen sind Bücher und andere gedruckte Medien. Die Menscheit ist gestresst und unter Zeitdruck. Die Zeit und auch der Platz für Bücher fehlte mehr und mehr. Die letzten Bücher sind längst zu Staub verfallen, es gibt niemanden mehr, der sich an sie erinnert. Die Menschheit hat das Lesen und auch das Schreiben komplett verlernt. Gesprochene Nachrichten und Geschichten haben das Schreiben und lesen abgelöst.

Die Wertvorstellungen der Menschen haben sich gewandelt und damit auch zB die Familien- und Wohnformen. So hat die durchschnittliche Frau 2,5 Kinder mit verschiedenen Männern. Die Väter der Kinder bleiben nie bei den Familien, sondern leben mit paarungswilligen jungen Frauen zusammen. Sobald eine Frau gebärt, zieht sie mit ihrem Nachwuchs in grosse Wohngemeinschaften mit anderen Müttern, wo sie meistens unter sich bleiben. Kinder wachsen ohne ihre Väter auf. Sie lernen zum grössten Teil voneinander und lösen sich auch schnell von ihren Müttern. Eigenständigkeit und Stärke werden gross geschrieben, Verantwortung und Empathie sind verloren gegangene Werte.

Die Beziehung zwischen Menschen ist unverbindlicher und unkomplizierter geworden. Dafür lebt jeder Mensch sehr nah mit seinem Krafttier zusammen. Dieses wird in einem festlichen Ritual im Alter von 6 Jahren bestimmt und wird dem ihm zugeteilten Menschen bis zu dessen Tod als treuer Freund zur Seite stehen. Diese Verbindung ist soooo stark, dass das Krafttier meistens kurz nach dem Tod seines Menschen auch stirbt. Beide werden zusammen beigesetzt, im Glauben, dass sie auch nach dem Tod verbunden sein werden. Weltreligionen, wie es sie Jahrhunderte oder gar Jahrtausende lang gegeben hat, haben sich nicht bewährt. Nach unzähligen Glaubenskriegen wurden sie weltweit abgeschafft.

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