Mama ist schuld

Kennt ihr dieses Gefühl oder bin nur ich das?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich als Mutter eigentlich nur alles falsch machen kann. Und als berufstätige Mutter sowieso. Das ist dasselbe wie eine Vollzeit-Mutter, nur mit noch einem zusätzlichen Job. Der kann Ausgleich sein, der kann aber auch anstrengend sein. Ich finde, das braucht viel Energie, denn beides unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Und ich mache zuhause alle Arbeiten, die andere Mütter machen, auch. In meiner Freizeit sozusagen. So sind also Kochen, Backen, Wäsche, putzen usw längst und unfreiwillig zu meinen Hobbies geworden. Für andere Hobbies habe ich kaum Zeit. Ausgleich und Bereicherung ist die Arbeit aber schon auch. Ich liebe sie. Aber nach sieben Jahren muss ich sagen, ich bin müde. Sehr.

Ich bin eine Mutter. Das ist eine meiner vielen Rollen. Meine Wichtigste. Seit das Kind klein ist, komme ich immer wieder in diese Situationen. Zum Beispiel im Moment hat sie sehr Mühe, sich morgens von mir zu trennen, um in die Schule zu gehen. Sie hatte immer wieder mal solche Phasen. Sie wacht morgens auf. Weinend. Will nicht gehen usw. Ich begleite sie, liefere sie bei der Lehrerin ab und gehe. Lasse das weinende Kind dort, im Wissen dass sie sich schnell beruhigen wird (das hat die Lehrerin gesagt) und dass zu ihr geschaut wird. Nur in der ersten Woche, als sie sich so sehr an mich geklammert und geweint hatte, ging ich ohne zurück zu schauen aus dem Klassenzimmer, Türe zu, dann kamen die Tränen. Ich brauchte an diesem Tag ewig, um mich zu erholen. Als ich von der Lehrerin erfuhr, dass das Kind sich schnell erholt hat, ging es danach immer gut. Also mir. Das Kind weint jedesmal.

Und seit immer höre ich in solchen Situationen „es ist, weil DU nicht los lässt“. Und ehrlich, ich finde es Kacke. Weil es wirklich nicht stimmt. Auch nicht unbewusst. Aber eben, an solchen Dingen ist man als Mama Schuld. Ausgeschlossen, dass das vielleicht eine Entwicklungsphase ist. Ausgeschlossen, dass ein Kind mit 7 noch Ängste haben darf. Ausgeschlossen, dass man vielleicht gar keinen Grund findet, sondern dass es nun halt einfach so ist. Und es wird vorüber gehen. Ich kenne die Gründe, möchte aber nicht darüber schreiben. Und übrigens, ich weiss ganz genau, dass andere nicht verstehen, dass ich das Kind nun begleite, bis es besser geht. Und das wird bestimmt mit andern Müttern diskutiert und beurteilt. Weil sie ja ganz genau wissen, was ich machen müsste. Und es ist mir egal.

Auch sonst wird Müttern ja sehr auf die Finger geguckt. Von andern Müttern. Ob man zu streng ist oder zu lasch, was man anders machen müsste usw. Wenn ein Kind „Probleme macht“, Probleme hat, der Grund ist dass die Mutter damals nicht gestillt hat, dass sie arbeitet, dass sie die Kinder nicht im Griff hat… Irgendwas ist ja immer. Ich finde, das muss nicht sein. Nirgends läuft alles perfekt und niemand sieht von aussen, warum das so ist.

Vätern wird nicht auf die Finger geschaut. Ich glaube, von ihnen wird wenig erwartet. Wenn ein Vater gesehen wird, wie er mit seinem Kind spielt oder spazieren geht, ist er ein toller Vater. Die Bewunderung der Allgemeinheit ist ihm sicher. Ist irgendwie so, oder nicht?

Irgendwie ist das hier unfertig. Aber ich finde grad kein geeignetes Ende. Deswegen ist es das nun aber trotzdem.