Träume

Verlernt man wohl mit zunehmendem Alter und abnehmender Phantasie das Träumen? Oder spielt uns die ebenfalls zunehmende Vergesslichkeit einen Streich und wir träumen nachts die wildesten Träume, vergessen sie aber gleich danach? Jedenfalls kann ich mich seit einiger Zeit nur noch selten an meine Träume erinnern. Nichts. Weder schöne noch schlimme. Keine Ahnung, woran das liegt. 

Es gibt ein paar wenige Träume, an die ich mich ziemlich deutlich erinnere. Alpträume, und zwar wiederkehrende. Vielleicht ist es kein Zufall, dass mir gerade diese in Erinnerungen geblieben sind. Man sagt ja, dass Ereignisse, die uns emotional sehr berühren, uns am ehesten im Gedächtnis bleiben. Der eine ist sogar aus meiner Kindheit, wirre, unzusammenhängende Erinnerungen sind das. Ohne Sinn. Aber mir hat der Traum damals Angst gemacht. 

Der zweite ist nur eine kurze Sequenz. Ich sehe mich weinend auf dem Boden im Krankenhaus sitzen. In einem unglaublich langen, steril weissen Gang. Alleine. Wartend. Auf meine Mutter, die beim Untersuch ist. Onkologie. Diese Situation hat sich nie genau so abgespielt, aber ähnlich. Ein unglaublich schlimmer Traum, aus dem ich jedesmal – und zwar nach ihrem Tod über viele Jahre hinweg – total fertig aufgewacht bin. Irgendwann hat er dann glücklicherweise aufgehört. Die Zeit heilt Wunden…

Komischerweise träumte ich bis vor kurzem auch immer wieder von meinem Hamster. Es sind 20 Jahre her, dass ich ihn hatte… Es war, als ob ich im Traum vergessen hatte, dass er gestorben ist. 

Und dann gibt es noch die Tagträume… ich glaube, die haben auch viel mit Phantasie zu tun. Mit Wünschen, Ideen und Zielen, die wir uns vor dem inneren Auge vorstellen. Unrealistisch, nicht immer erreichbar – und möglicherweise ist die Erreichbarkeit noch nicht mal das Ziel. Es ist eine Pause vor der Realität, bisschen Erholung und Ausgleich zur Hektik im Alltag, von den Sorgen, die uns plagen. Bisschen Farbe und Glitzer im Grau der Realität. Schön ist das, finde ich. Kinder können so etwas ja noch gut und dann, irgendwann hat uns wohl die Realität, der Druck so sehr im Griff, dass unser Gehirn keine mit Träumen gefüllte Seifenblasen mehr kreiert, oder zumindest nicht mehr so viele… Schade eigentlich. 
Träumen sie etwas Schönes, sei es tags oder nachts…