An einem warmen Sommerabend lagen Arja, Tina und Jimmy in ihrem Häuschen und dösten vor sich hin. Die Sonne war untergegangen, die Grillen zirpten und über ihnen funkelten die Sterne.
„Schaut mal!“ rief Tina plötzlich.
Am Himmel leuchtete ein Stern heller als alle anderen. Er blinkte einmal. Und gleich noch einmal. Die drei Meerschweinchen erschraken. Plötzlich schoss ein silberner Lichtstrahl direkt in ihr Gehege.
Und schwupps… Mitten auf der Wiese stand nun eine kleine, goldene Kugel.
„Was ist das denn?“ fragte Jimmy.
Vorsichtig näherten sie sich. Kaum berührte Arja die Kugel mit ihrer Nase, begann diese leise zu summen… Bssssssss!
Ein helles Licht umhüllte die drei. Sie wurden leichter und leichter und leichter. Bis sie plötzlich durch die Luft flogen. Immer höher, immer weiter. Vorbei an den Wolken, vorbei am Mond. Direkt ins Weltall.
„Iiiiiiiich fliege!“ quietschte Tina begeistert.
„Ich glaube, wir sollten uns mehr Sorgen machen!“ rief Jimmy.
Doch da landeten sie bereits sanft auf einem fremden Planeten. Der Boden war orange. Sie sahen Berge, die aussahen wie riesige Karotten. Und überall wuchsen Karottenbäume mit grünen Blättern… Karotten waren hier offenbar sehr präsent…
Die drei Freunde sahen sich verwundert um und entdeckten ein Schild am Strassenrand:
Willkommen auf dem Planeten Karotte!
Natürlich in oranger Schrift.

„Das kann nicht echt sein“ murmelte Jimmy.
„Offenbar doch, denn wir sind ja alle drei hier und sehen es mit unseren eigenen Augen.“ sagte Arja.
Plötzlich kam eine Gruppe kleiner Bewohner angerannt. Sie sahen aus wie kleine Karotten mit Augen, Armen und Beinen.
„Endlich seid ihr da!“ rief die Anführerin. „Die Superhelden!“
Die drei sahen sich verwirrt an.
„Ähm … welche Superhelden?“
„Ihr natürlich!“
Die Karottenbewohner führten sie in ihre Hauptstadt Karottopolis. Dort bot sich ein trauriger Anblick. Die Karottenbäume hingen schlaff herunter, die Wiesen und Felder waren trocken und statt grün nur noch braun und welk. Die breiten Flüsse bestanden nur noch aus ganz kleinen Rinnsalen.
„Unser Planet verdurstet“ erklärte die Karottenkönigin. „Die Quelle des Lebens ist versiegt.“
„Wo ist diese Quelle?“ fragte Arja.
Die Königin zeigte auf einen gewaltigen Berg am Horizont. „Dort oben, tief im Herzen des Berges entspringt das Wasser für unseren ganzen Planeten.“

„Dann schauen wir uns das an“ sagte Jimmy entschlossen. Die drei Superhelden machten sich auf den Weg. Sie wanderten durch staubige Täler, kletterten über brüchige. Karottenfelsen und überquerten eine Schlucht aus riesigen Möhrenwurzeln.
Unterwegs begegneten sie vielen Tieren.
Einem ganz traurigen, hungrigen Kaninchen.
Einer durstigen Feldmaus und ihren Jungen.
Und einer kleinen Libelle, die kaum noch Kraft zum Fliegen hatte.
„Bitte helft uns“ sagte die Libelle. „Ohne Wasser wird unser Planet sterben.“
Die drei versprachen, ihr Bestes zu tun. Nach einer langen Reise erreichten sie schliesslich den Berg und im Inneren die beschriebene Quelle. Doch das Wasser floss tatsächlich nicht mehr.
„Da stimmt etwas nicht“ sagte Arja.
Sie untersuchten alles ganz genau. Und schliesslich war es Tina, die die Ursache entdeckte. Vor dem Quellausgang hatte sich ein riesiger Felsen gelöst. Er blockierte den gesamten Wasserweg.
„Den müssen wir wegschieben!“ sagte Jimmy.
Die drei stemmten sich dagegen. Nichts…
Sie drückten noch einmal. Wieder nichts…
„Das schaffen wir niemals“ keuchte Tina „der ist zu gross und zu schwer für uns.“
Da hörten sie plötzlich Stimmen. Das Kaninchen war gekommen und die Feldmaus ebenfalls. Auch die kleine Libelle flog um sie herum. Und hinter ihnen standen nun hunderte Tiere des Planeten Karotte, die alle mithelfen wollten.
Gemeinsam drückten sie an den Felsbrocken und tatsächlich begann er sich zu lösen. Zuerst nur ein ganz kleines Stück, aber sie machten einfach weiter bis er mit einem lauten RUMMS ins Tal polterte.
Augenblicklich schoss das Wasser hervor, als hätte es nur darauf gewartet… was vermutlich ja auch stimmte. Es rauschte durch den Berg., sprudelte in die Flüsse und in die Seen. Es bewässerte die Felder, Wiesen und Wälder.
Schon nach kurzer Zeit richteten sich die Karottenbäume wieder auf. Grüne Blätter breiteten sich aus, Blumen öffneten ihre Blüten und der ganze Planet erwachte zu neuem Leben.
Die Bewohnerinnen und Bewohner jubelten.
„Die Superhelden haben uns gerettet!“
Doch Arja schüttelte den Kopf. „Nein, wir haben es gemeinsam geschafft.“
Die Karottenkönigin lächelte. „Dann ist das wohl die wichtigste Superkraft überhaupt.“
„Welche denn?“ fragte Tina.
„Zusammenhalt!“
Am Abend feierten alle ein grosses Fest. Es gab Karottenkuchen, Karottensaft, Karotteneis, Karotten-Chips, Karotten-Tiramisu, Karottenbrot, Karottensalat, Karotten-Eistee, Karotten-Pralinen, Karotten-Würste auf dem Grill, Karotten-Sticks mit Karotten-Dip-Sauce, Karotten-Cookies, Karotten-Pudding, Karotten-Risotto, Karotten-Mus, Karotten-Sushi, Karotten-Crepes, Karotten-Hotdogs und sogar Karotten-Popcorn.
„Ich glaube, ich möchte nie wieder in meinem Leben eine Karotte sehen“ stöhnte Jimmy…
Alle lachten.
Als die Sterne am Himmel erschienen, begann die goldene Kugel wieder zu leuchten.
„Es ist Zeit nach Hause zu gehen“ sagte Arja.
Die Bewohnerinnen und Bewohner verabschiedeten sich und auch die Karottenkönigin bedankte sich und verabschiedete die drei Freunde. Die kleine Libelle flog zu ihnen und umarmte die drei.
„Danke, dass ihr uns geholfen habt, unseren Planeten zu retten! Das ist karottastisch!!!!!“
Wieder umhüllte sie ein warmes Licht und einen Augenblick später lagen Arja, Tina und Jimmy in ihrem Häuschen, als wäre nichts gewesen… Alles war still. Nur die Grillen zirpten.
„Hääää‘?? Ist das wirklich passiert oder haben wir das geträumt?“ fragte Tina.
Jimmy wollte gerade antworten, dass das wohl ein Traum gewesen ist, da bemerkte er etwas neben seinem Heubett. Dort lag eine kleine goldene Karotte, sie glitzerte im Mondlicht…
ENDE.


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