
Das Leben besteht aus Zeit, unter anderem.
Gute Zeiten, mittelmässige Zeiten (ich zähle die zu den guten) und Zeiten, die krisenbehaftet sind.
Irgendwie kommt man nicht darum herum, auch schwere Zeiten überstehen zu müssen. Diese Schwere… Wie ein grauer Schleier, der sich über den Tag und manchmal dann auch über uns legt. Man funktioniert, man macht weiter und irgendwo innen drin ist es dunkler geworden.
Und genau bei diesem Gedanken oder bei dieser Vorstellung stolpere ich immer wieder über diesen Satz:
“Even in dark times,
I still search for a little light.”
Izumi Shikibu
Ich glaube, genau DAS ist es. Es ist nie das grosse Licht, nicht die plötzliche Erlösung, die alles verändert. Es sind immer die kleinen, unscheinbaren Dinge.
Ein Moment.
Ein Gedanke.
Ein Lächeln.
Und dann ein Atemzug, der uns wieder freier atmen lässt.
Ich glaube, viele Menschen meinen, sie müssten in diesen Momenten warten, bis es wieder besser wird. Bis alles leichter oder einfacher wird / ist.
Aber so ist das nicht.
Ich glaube nicht daran, dass das Licht einfach zurückkommt. Vielleicht manchmal… Aber ich glaube, es ist nicht klug, sich der Dunkelheit für eine zu lange Zeit hinzugeben und abzuwarten. Ich glaube, wir wir finden es viel schneller, wenn wir selbst anfangen zu suchen. Und zwar nicht irgendwo, sondern IN UNS SELBST.
Und dann, wenn wir ein Licht, und sei es auch nur winzig, gefunden haben, müssen wir etwas damit machen.
Dieses kleine Licht ist wie ein Funke. Ein Lichtfunke ist Hoffnung, aber vielleicht ist er noch etwas klein, um uns auf gute Gedanken zu führen.
Wenn man ihn schützt, wenn man ihm Raum gibt, wenn man ihn bewusst wahrnimmt und behutsam und geduldig ist, dann kann daraus etwas wachsen.
Ein grösseres, helleres Licht und vielleicht sogar ein kleines Feuer.
Ganz konkret bedeutet das:
Den einen guten Moment des Tages nie kleinreden oder übersehen.
Nicht denken: „Ja, aber…“ Sondern stehen bleiben und sagen:
Da ist es. Mein Licht.
Ich glaube, es bedeutet auch, sich selbst zu erlauben, ehrlich, weich und suchend zu sein. Und ganz fest auf sich selbst zu vertrauen. Auf das innere Licht, das ganz sicher immer da ist.
Suchen ist nicht Schwäche.
Suchen ist Bewegung.
Suchen ist Hoffnung in ihrer stillsten Form.
Ich glaube, das ist meine Philosophie geworden:
Finde dieses kleine Licht.
Und dann finde es nicht zu klein, sondern wunderbar.
Mach es grösser!
Mit Aufmerksamkeit. Dankbarkeit. Mit kleinen Entscheidungen, die in die richtige Richtung zeigen.
Und mach das genau so nicht nur mit dir selbst, sondern auch mit anderen…


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