Ashita wa ashita no kaze ga fuku


Das heisst „Morgen wird der Wind von morgen wehen“ und kommt aus Japan. In der Originalsprache sieht dieser Satz so aus:
明日は明日の風が吹く

Morgen bringt seine eigenen Lösungen, seine eigene Richtung, seine eigene Bewegung mit sich. Was heute schwer ist, darf sich verändern. Was heute festgefahren scheint, kann morgen in Bewegung kommen.
Morgen kann schon wieder einiges ganz anders aussehen…

Ich mag diesen Satz, weil er eigentlich viel Hoffnung und Beruhigung bietet. Er verspricht nicht, dass alles gut wird, denn leider ist es im Leben nicht immer so oder zumindest nicht von heute auf morgen. Für „alles gut“ zahlen wir manchmal ja einen hohen Preis… versuchen Verluste und Trauer hinter uns zu lassen und trotzdem weiterzuleben und wieder zufrieden und vielleicht sogar glücklich zu werden. Dann ist vielleicht alles wieder gut, die Wunden in uns vernarben…

Ashita wa ashita no kaze ga fuku sagt nur: Der Wind wird sich drehen.
Manchmal ist genau das genug.

Wir leben oft mit dem Gefühl, alles jetzt klären zu müssen, Antworten zu finden, Entscheidungen zu treffen, Lösungen zu haben. So, als dürften wir Dinge nicht einfach offen lassen. Als wäre Nicht-Wissen etwas, das sofort gefüllt werden muss und als wären Wege nicht auch Prozesse und bräuchten Zeit, um sich entwickeln zu können.

Aber dieses Sprichwort hält dagegen. Es sagt, dass Zeit nicht nur vergeht – sie verändert auch. Dass ein neuer Tag nicht einfach eine Fortsetzung ist, sondern irgendwie jedesmal wieder ein bisschen etwas Neues oder zumindest die Chance darauf.
Ein anderer Blick auf die Dinge.
Andere, neue Gedanken.
Ein kleines bisschen mehr innere Ruhe.

Ich glaube nicht, dass es unsere Aufgabe ist, immer den richtigen Weg zu kennen. Wie könnten wir, wo wir doch alle zum ersten Mal leben und wo wir doch alle so unterschiedlich sind, dass unsere Wege und Situationen kaum miteinander verglichen werden können?
Vielleicht reicht es, heute einen Schritt zu gehen und dem Morgen zu vertrauen, dass er uns nach der nächsten Kurve neue Wege aufzeigt.

Ich mag diesen Gedanken, denn er verhindert, dass wir uns viel zu viele Sorgen und Gedanken machen und das ganz oft um Dinge, die wir nicht verändern können und deren Verlauf wir noch nicht kennen…. Oftmals ja umsonst.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.