Schöne Worte — Awumbuk


Awumbuk ist aus der Sprache, die Baining heisst (Papua-Neuguinea).
Es ist ein Wort für dieses Gefühl, wenn Besuch wieder gegangen ist. Eine Mischung aus Leere und Erleichterung. Die Freude, dass sie da gewesen sind, aber auch die Freude, dass wieder Ruhe eingekehrt ist.

Ich finde es spannend, dass es dafür überhaupt ein eigenes Wort gibt. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir ja ganz genau, was gemeint ist, aber in unserer Sprache gibt es ja kein Wort dafür…

Wenn die Tür hinter ihnen ins Schloss fällt und es plötzlich wieder ganz still ist. Wo vorher Stimmen, Gelächter und Bewegung war, ist jetzt wieder Ruhe. Es ist vom einen auf den anderen Moment weg, einfach so. Und was bleibt, ist nicht nur Ruhe, es ist auch so ein leichtes Nachhallen. Fast wie ein Echo, das noch kurz in der Wohnung bleibt und langsam leiser wird.

Ich glaube, Awumbuk ist so ein Gefühl, das wir zwar manchmal haben, von dem wir aber denken, es nicht wirklich haben zu dürfen. Weil man ja froh sein sollte, dass Besuch da war — und man auch froh darüber IST. Weil es mega schön mit ihnen war.

Und gleichzeitig ist dann danach dieses Aufatmen und Zurückkommen zu sich selbst, weil es vielleicht auch ein bisschen anstrengend war oder was auch immer. Ein Teil davon ist aber auch Wehmut, weil Menschen, die man gern hat, nun wieder weg sind. Weil eine schöne Zeit vorbei ist.

Awumbuk ist irgendwie genau diese Mischung aus Wehmut und Erleichterung. Und es ist keineswegs unfreundlich gemeint oder gegen die Menschen, die da waren.
Eher drückt es aus, dass die Ruhe nach dem „Sturm“ auch sein Schönes hat…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.