
Had i not created
my whole world,
I would certainly
have died in other people’s.
Anaïs Nin
Hätte ich mir nicht
meine eigene Welt erschaffen,
wäre ich gewiss
in den Welten anderer
zugrunde gegangen
Anaïs Nin
Ich finde diesen Satz sehr schön. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr spüre ich, wie wahr das für so viele von uns ist. Wir wachsen auf und leben mit Erwartungen und Vorstellungen… Mit dem „So macht man das.“
Und irgendwann merkt man, dass diese Welt, die von anderen geformt wurde, vielleicht zu eng ist. Zu laut. Zu kantig. Sie passt nicht zu den eigenen Farben, nicht zu der Art, wie man fühlt oder denkt. Wir fühlen uns darin nicht 100% wohl.
Wir Menschen sind mehr oder weniger und zum Teil sehr anpassungsfähig und auch biegbar. Anpassungsfähigkeit ist ja auch eine Eigenschaft, die von unserer Gesellschaft als positiv gewertet und eigentlich ja auch verlangt wird. Denn anpassungsfähige Menschen passen überall gut hinein. Und das ist auch zu einem Teil notwendig, denn ohne dies würde überall Chaos herrschen.
Aber wieviel?
Müssen wir überall hinein passen?
Und was passiert mit Menschen, die das nicht wollen oder können?
Manche Menschen zerbrechen fast daran, sich in ein System oder in Rollen zu pressen, die ihnen nie gehörten. Manche verlieren sich darin jahrelang, bis sie irgendwann realisieren, dass sich. etwas ändern muss. Manche (viele) werden darin krank, unglücklich…
Ich brauche einen Ort, in dem ich mich nicht anpassen muss. Ein Ort, wo es einfach passt und ich ICH sein kann. Nicht nur ein Ort, sondern ganz fest auch Menschen.
Wo meine (innere) Sprache gesprochen wird, meine Grenzen akzeptiert und meine Stärken geschätzt werden. Ein Ort und Menschen, die meine Träume kennen, meinen Schmerz aushalten und ich ihre genauso.
Und dann beginnt man leise zu bauen. Manchmal ganz unbemerkt. Kleine Träume und Visionen, die Wirklichkeit werden. Stück für Stück, von innen nach aussen, wächst eine eigene Welt – eine, in der man endlich atmen kann.
Eine Welt, in der man genau so sein darf wie man ist.
Eine Welt, die nicht nur fordert, sondern ganz viel trägt.
Eine Welt, in der wir aufblühen und auch noch geliebt werden, wenn wir nicht (mehr) blühen.
Es ist kein Egoismus, so eine Welt zu wollen.
Es ist Leben.
Und auch Überleben.
Wir glauben oft, wir müssten uns anpassen, weil das Leben nun mal so läuft und es so erwartet wird. Bestimmt ist es tatsächlich ein bisschen so.
Aber unsere innere Welt und auch unsere äussere zu schützen, zu pflegen, zu erweitern, das ist vielleicht noch viel wichtiger.
Ich glaube, genau das meint dieser Satz:
Wenn wir uns selbst keinen Ort schaffen,
an dem wir leben können,
bleiben wir immer Gäste in Welten,
die nicht für uns gebaut wurden.


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