Hoffnungsvoller Rück- ähhh Vorausblick

Hoffnung…
Das Vertrauen in die Zukunft und darauf, dass alles gut bzw so kommt, wie wir es uns wünschen. Eine positive Erwartung an jemanden oder in etwas.

Im Dezember, wenn man auf’s Jahr zurück blickt und auf das Neue voraus blickt, dann ist die Hoffnung immer ganz besonders gross, finde ich. Und dieses Jahr vielleicht ganz speziell. Hinter uns liegen Monate, die nicht einfach waren. Für jede und jeden wieder anders.

Für mich war 2020 ein Jahr, das eigentlich ziemlich okay war. Klar hat Corona mich belastet und tut es immer noch, aber eingeschränkt hat es mich nicht gross. Für mich war es eher so, dass die Einschränkungen, mit denen ich bereits seit zwei Jahren lebe, nun auch alle andern betreffen, wenn auch aus andern Gründen. Ich fand das ganz interessant, wie alle so damit umgehen… nicht in Urlaub fahren zu können, obwohl viele ja in der Schweiz irgendwo hin gefahren sind, einige auch ins Ausland. Oder nicht weg zu gehen abends. Und auch sonst nicht viel zu unternehmen.
Interessant fand ich auch, wie die Situation betr. Arbeit / Freizeit für jeden unterschiedlich war und dies führte in meinem Umfeld zum Teil zu Meinungsverschiedenheiten, bis hin zu Kontaktabbrüchen. Ja, tatsächlich. Während die einen fast gelangweilt zu Hause waren und nichts gross unternehmen (sprich konsumieren) konnten, arbeiteten die andern überdurchschnittlich viel. Gestresst waren am Schluss beide. Die einen, weil sie so müde und überarbeitet waren und die andern, weil sie es zuhause nicht mehr aushielten und die Decke ihnen auf den Kopf fiel. Ich kenne aber auch ganz viele, die total vernünftig mit all dem umgegangen sind, unabhängig davon was sie von den Schutzmassnahmen halten.

Ich persönlich fand die Lockdown-Zeit von Mitte März bis Mitte Mai am schlimmsten. Zwischen Arbeit und Homeschooling und dem Job der Hausfrau und Mutter bin ich fast drauf gegangen energiemässig. So etwas würde ich nicht noch mal erleben wollen.

Ansonsten kann ich sagen, das Jahr 2020 war jetzt bestimmt nicht eines meiner besten oder einfachsten Jahre, aber bei weitem auch nicht mein schlimmstes. Eigentlich fand ich einiges wirklich sehr schön.
Ich hatte in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Bisschen feiern wäre zwar im Juni möglich gewesen, aber ich habe darauf verzichtet, weil das sowieso nicht soooo mein Ding ist. Ich hatte ein, zwei Besuche und viele liebe Überraschungen per Post oder im Briefkasten und das fand ich wirklich wunderbar. Ende August hatte mein Kind ihre Erstkommunion, was auch sehr bezaubernd und schön war.

2020 hat mir sehr deutlich aufgezeigt, wie wichtig es ist, vor lauter schwarz das Licht nicht zu übersehen. Vor lauter Corona das Schöne und vor lauter negativen Schlagzeilen die positiven Ereignisse. Das war und ist gar nicht immer so einfach. Ich denke, das geht nicht nur mir so, wenn ich ich mich umschaue und sehe und höre, wie andere miteinander und mit dem Thema Corona oder Schutzmassnahmen umgehen. Schwierige Zeiten. Aber man kann sich mit diesem ernsten Thema befassen, ohne die andern Themen zu übersehen, denn so hält man sich über Wasser.

2020 war für mich ein gutes Jahr, weil ich in Kontakt mit Menschen kam, die mir grosse Solidarität, Verständnis und Unterstützung entgegen gebracht haben. Vermutlich war das für mich dieses Jahr das eindrücklichste.
Und ich habe Ende 2019 und anfangs 2020 versucht, Kontakte, die in den letzten Jahren verloren gingen, wieder zu aktivieren und bekam auch ein paar Antworten. Leider haben Corona und die daraus resultierenden Massnahmen im sozialen Bereich dies wieder kaputt gemacht. Das bedaure ich sehr, denn gerade als Alleinerziehende ohne Familienangehörige ist es sehr wichtig, sich zu vernetzen und ein gutes Umfeld zu haben, um sich nicht so allein zu fühlen bzw es nicht zu sein. Das ist mir nur bedingt gelungen aufgrund der Umstände. Ich weiss aber auch, dass es allen ähnlich ging. Anders war es ja fast nicht möglich dieses Jahr.
Gut zu wissen, dass ich ein kleines, aber feines Netz mit Menschen, die mir wichtig sind, habe. Und dieses ist 2020 um ein paar reicher geworden. Etwas Wichtigeres gibt es – neben Gesundheit – vermutlich gar nicht.

Das allerbeste in diesem Jahr war aber, dass das Kind und ich gesund geblieben sind – zumindest was Corona betrifft. In meinem privaten und auch im beruflichen Umfeld gab und gibt es Menschen, die daran erkrankt sind, einige schwerer andere weniger. Aber alle sind wieder gesund geworden, alle leben noch.

Und das ist nun der richtige Zeitpunkt, um mich umzudrehen, um meinen Blick von der Vergangenheit ab- und der Zukunft zuzuwenden..

Jeden Dezember dasselbe… wir schauen zurück und wir wünschen und erhoffen uns Dinge für das neue Jahr. Was ist es wohl dieses Jahr? Was wünschst du dir?

Ich könnte mir vorstellen, dass ganz viele von uns sich Normalität wünschen. Eigentlich genau das, was wir uns sonst eher nicht wünschen. Das, was wir in anderen Zeiten langweilig und öde finden. Normalität… Dass Corona weg geht oder zumindest nicht mehr so verbreitet ist, dass es unser Leben dermassen einschränkt. Ohne Maske arbeiten, das fände ich schön. Den andern Menschen wieder normaler begegnen. Nicht mehr so sehr auf Distanz achten zu müssen, jedenfalls bei einigen. Bei andern ist mir das ja gerade noch recht.

Ich wünsche mir wirklich eine Entspannung der Lage. Ich wünsche mir, dass Menschenleben nicht weniger wichtig als Wohlstand sind und ich wünsche mir mehr Verantwortung und Solidarität füreinander. Ich wünsche mir, dass Menschen einander vertrauen dürfen und können, ohne Angst, jemand wolle sich in einer Krise auf Kosten anderer bereichern. Und ich wünsche mir, dass das auch tatsächlich niemand tut. Ich wünsche mir, dass mehr Geld in Soziales und Gesundheitliches investiert wird.

Ich wünsche mir und euch ganz fest Gesundheit, Zusammenhalt und soziale Kontakte ohne Einschränkungen. Ich wünsche euch, dass ihr euch wieder so oft sehen dürft, bis ihr einander nervt. Und ich wünsche mir für Weihnachten 2021, dass ihr euch total darauf freut, mit der Familie zu feiern, nachdem dies 2020 nur beschränkt möglich war.

Ich wünsche uns weniger Corona und wieder viel mehr Normalität.

Und ich wünsche mir, dass all meine Wünsche in Erfüllung gehen.