Einer von 8 Milliarden

Du bist einer von fast 8 Milliarden Menschen auf dieser Erde.
Ich auch.

Ich könnte denken, dass ich allein nichts erreichen kann.
Wenn ich z.B. weniger Plastik verwende und ihn dann getrennt entsorge.
Wenn ich keinen Abfall auf den Boden werfe beim Spazieren.
Wenn ich abstimme und wähle und auch dort für Umweltschutz und auch ganz besonders für Familien und Einelternfamilien einstehe.
Wenn ich freundlich bin, auch zu Menschen anderer Herkunft. Wenn ich möchte, dass sie sich hier sicher und wohl fühlen.
Wenn ich hilfsbereit bin und zwischendurch mal jemandem etwas helfe oder jemandem eine Freude mache.
Wenn ich mich für andere einsetze, z.B. wenn ich sehe das jemand gemobbt wird.

Wenn ich auf der ganzen Welt die einzige wäre, die das so macht, dann bewirkt das alles gar nichts oder relativ wenig.

Ich bin aber nicht die einzige.

Natürlich haben z.B. nicht alle Länder dieser Erde das Bewusstsein und auch nicht die Mittel, um sich bewusster mit Umweltschutz zu befassen. Nur schon allein die Abfallentsorgung. Ich denke, bei uns machen wir das doch ziemlich vorbildlich im Vergleich mit andern Ländern, sogar in Europa. Und wenn man dann in andere Kontinente schaut, da grauts einem.
Und obwohl wir es schon viel besser als andere machen, ist noch Luft nach oben. Wir können noch mehr machen, sogar mit relativ wenig Aufwand. Ich höre dann immer wieder mal, dass wir doch schon so gut sind in diesem Bereich und dass das alles doch gar nichts bringt, wenn grosse Länder wie z.B. Indien abfallmässig so eine Katastrophe sind.
Nachvollziehbarer Gedanke. Aber ich denke schon, dass das was wir tun, viel bringt. Wir dürfen darauf auf gar keinen Fall verzichten und wir müssen uns auf jeden Fall noch steigern. Nicht nur wir! Alle müssen. Alle ihren Möglichkeiten entsprechend.

Wenn niemand auf der ganzen Welt ein Feuer macht, ist es kalt und dunkel. Und wenn einige eins machen, auch wenn es klein ist, wird’s heller und wärmer. Und wenn dann immer mehr Leute ein Feuer machen und die, die ein kleines hatten, machen ein grösseres… so wird es dann immer heller und wärmer auf der Erde.
So stelle ich es mir vor. Klein anfangen und immer weitermachen.

Ich finde ja nicht, dass es nur bei globalen Themen so ist, wie z.B. beim Umweltschutz, den ich als Beispiel genommen habe.
Ich finde, es ist vor allem auch im Kleinen so. Ich sehe das vor allem im Umgang miteinander. Es ist viel Kälte unter den Menschen. Alles wird anonymer, jeder schaut mehr für sich und weniger füreinander. Wir wohnen in Wohnungen und kennen unsere Nachbarn nicht mehr richtig, wir kommen und gehen. Bestimmt ist das übertrieben, ich weiss. Aber so ist der Trend, oder?
Ich finde halt, wenn ICH anständig mit den Menschen in meinem Umfeld umgehe, dann ist das wichtig. Das ist nicht schwierig. Bisschen freundlich sein, bisschen interessiert, mich auch mal auf jemanden einlassen, zuhören, etwas helfen. Wenn ich etwas nicht verstehe oder komisch finde, nicht gleich verurteilen und blöd finden, sondern mir Gedanken machen und wenn ich darauf keine Lust habe, dass es einfach mal gut sein lassen. Ich finde auch nicht, dass sich jeder zu jedem und jedem Thema eine Meinung bilden soll oder muss. Es gibt so viele verschiedene Themen und wir können uns unmöglich überall auskennen und zu allem eine Meinung haben. Brauchts auch nicht. Es ist aber nicht automatisch schlecht, wenn es eine Thematik ist, die mich nicht soooo interessiert.
Es ist so einfach, mal jemanden anzulächeln. Oder zu grüssen, wie wir es oft noch machen bei uns auf dem Land. Wenn man weiss, jemandem geht’s nicht gut… Schicksalsschlag oder was auch immer… ein freundliches Wort, eine nette Geste, das hilft sooo viel und kostet nichts, ausser vielleicht ein bisschen Überwindung.

Ich bin eine von 8 Milliarden und auch was ich mache, ist wichtig. Denn wenn alle denken würden, sie wären unwichtig und aufhören würden damit – alle 8 Milliarden – dann würde alles zusammenfallen. Alles.

Wie die vielen einzelnen Wassertropfen, die zusammen ein Meer ergeben. Wenn alle von ihnen sich unnötig fühlen und austrocknen würden, wäre die Erde eine Wüste. Es gäbe bald keine Lebewesen mehr und auch keine Pflanzen. Nur noch Sand und Steine, leblose Dinge.

Und auch ohne UNS wäre die Erde eine Wüste. Eine ohne Wärme und ohne Liebe, denn das können wir Menschen zum Leben auf der Erde beitragen.
Jeder ist einer von 8 Milliarden. Wenn jeder denkt, es gehe ohne ihn, dann ist von den 8 Milliarden schlussendlich keiner übrig.