Das Leben loslassen.

Es ist ein Thema, das uns immer wieder begegnet. Wir möchten es umgehen, nicht thematisieren und doch findet es immer wieder den Weg zu uns. Es ist unangenehm, macht uns traurig, macht auch Angst. Es ist der Tod. Er kommt ganz am Schluss eines Lebens und er gehört dazu.

Er kommt plötzlich und unerwartet, langsam und schleppend, manchmal gewollt, manchmal erlösend, wohl oft gefürchtet. So richtig willkommen ist er uns nie, denn er nimmt. Er hinterlässt Schmerz und Trauer, so gross wie es kaum auszuhalten ist.

Er gibt aber auch. Wir sehen diese Seite von ihm manchmal nicht, weil wir sehr mit unserem Verlust beschäftigt sind. Zu guter Recht. Und trotzdem gibt er. Erlösung. Und hoffentlich Frieden. Zumindest den Verstorbenen, die krank waren.

Es ist pseudo. Denn wären diese Menschen nicht sterbenskrank, bräuchte es keine Erlösung und wir bräuchten uns nicht einzureden, dass es besser war so und bla bla bla. Denn wir möchten das gar nicht. Wir möchten, dass alles so ist wie es mal war. Das alles gut ist. Aber das ist es nicht und deswegen müssen wir das überstehen, überleben. Und das tun wir, obwohl es sich nicht so anfühlt.

Und was redet man sich ein, wenn jemand viel zu jung stirbt. Oder viel zu plötzlich? Ein Kind? Ich fand es wahnsinnig schlimm, als meine Eltern gestorben sind, beide zu jung aber sehr krank. Ich bin mir bewusst, dass es sich für ziemlich alle wohl so ähnlich anfühlt, egal wie alt der Verstorbene wird. Aber es gibt Situationen, die ich total unvorstellbar finde. Situationen, von denen ich nicht weiss, wie Menschen diese überleben können…

Das einzige Ende eines Lebens, das ich einigermassen verstehe und dem ich auch einigermassen versöhnlich gegenüber stehe ist, wenn alte Menschen sterben. Menschen, die ein langes Leben hatten und deren Zeit einfach gekommen ist. Und trotzdem ist es jedesmal traurig und für irgendwen ist es eine Tragödie.

Es ist das Leben. Ich möchte, dass niemand leiden muss. Dass jeder Mensch gut loslassen kann und auch in Liebe losgelassen wird, wenn es soweit ist. Und dass es schön ist, da wo sie hingehen.

Diese Gedanken widme ich meinem Ex-Schwiegervater, der im Sterben liegt. Seit Tagen / Wochen mehr tot als lebendig und doch noch hier. Ich glaube, er leidet sehr. Und seine nächsten Angehörigen mit ihm. Ich wünsche ihm, dass er loslassen und seinen wohlverdienten Frieden finden kann. In Traurigkeit und in Liebe. Und auch im Wissen, dass er mit 93 Jahren sein Leben gelebt hat.

Wir denken an dich und auch an Mum. Alles wird gut.

2 Antworten auf „Das Leben loslassen.

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