puremyself

Meine Texte und Fotos

Es gibt verschiedene Arten von „schlimm“, so wie es verschiedene Arten von „schön“ gibt.

Was ist schlimmer? Lebensbedrohlich zu erkranken? Jemanden zu lieben, der gegen Krebs kämpft? Seinen Ehemann begraben zu müssen? Oder ein Kind? Aus seinem Heimatland flüchten zu müssen, alles hinter sich lassend? Einen Terroranschlag mitzuerleben und zu überleben? Von einer Lawine verschüttet zu werden? In einen Verkehrsunfall mit Schwerverletzten oder Toten verwickelt zu sein? Schwere Depressionen zu haben? Ein Burnout zu erleiden? Obdachlos zu sein? Arbeitslos? Suchtkrank zu sein? Ein Kind oder einen Partner zu haben, der süchtig ist? Eine psychische Erkrankung zu haben? Betrogen zu werden? Alles in einem Brand zu verlieren? Kinderwunsch ohne Erfüllung? Eine Vergewaltigung? Psychische oder physische Gewalt? Jemand zu finden, der sich umgebracht hat? Oder jemand zu sein, der sich umbringen wird?
Und welches ist schlimmer? Dein oder mein Erlebnis?

Was ist schöner? Ein Kind zu bekommen? Sich zu verlieben? Der Hochzeitstag? Ferien? Ein Lotto- oder Wettbewerbsgewinn? Am Morgen gesund aufzuwachen? Geliebt zu werden? Einen guten Job zu haben? Schön zu wohnen? Sich leisten zu können, was man möchte? Gut auszusehen? Freunde zu haben? Frei zu sein? Glücklich zu sein? Besondere Talente zu besitzen? Wohlhabend zu sein? Adrenalinschübe… Fallschirm springen, Bungeejumping?  Um die Welt reisen? Zu lernen?
Und welches ist schlimmer? Deines oder meines?

Es gibt keine Masseinheiten oder Massstäbe für Gefühle oder dafür wie jemand etwas empfindet. Und auch vor allem keine Vergleiche. Ich glaube, das in dem man gerade steckt, ist meistens wohl das schlimmste. Oder das schönste.
Und dann verblassen schöne Momente in unserer Erinnerung, leider schneller als schlimme. Schlimme hinterlassen Spuren. Schöne auch, aber ich denke die schlimmen spüren wir deutlicher, weil sie schmerzen. Und weil der Mensch irgendwie oft so ein negatives Wesen ist. Verletzungen gehen viel tiefer als Freude. Leider.

Ich möchte nur sagen, es gibt viele schlimme Dinge und sie müssen nicht verglichen oder gewertet werden. Schlimm genug, dass sie jemand erleben muss.
Und es gibt viele schöne Dinge. Auch sie müssen nicht verglichen und gewertet werden. Nur gegönnt. Und so können wir uns sogar mitfreuen.

 

 

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