Hast du gewusst…?


… dass sich derzeit mehr als 300 Menschen nach ihrem Tod einfrieren liessen – in der Hoffnung, eines Tages wieder zum Leben erweckt zu werden?

Was sich wie die Handlung eines Science-Fiction-Films anhört, gibt es tatsächlich. Das Verfahren nennt sich Kryonik. Menschen, die sich dafür entscheiden, werden allerdings nicht lebendig eingefroren. Erst nachdem Ärzte ihren Tod offiziell festgestellt haben, wird der Körper möglichst schnell heruntergekühlt und schliesslich bei rund minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff gelagert.

Die Hoffnung dahinter ist erstaunlich: Vielleicht ist die Medizin in 100, 200 oder sogar 500 Jahren so weit, dass sie Krankheiten heilen kann, die heute unheilbar sind. Vielleicht können beschädigte Zellen repariert und der Körper wieder zum Leben erweckt werden.

Bis heute ist das allerdings reine Hoffnung.

Noch nie wurde ein Mensch nach einer vollständigen Kryokonservierung wiederbelebt. Niemand weiss, ob das jemals möglich sein wird. Das grösste Problem ist nicht einmal das Einfrieren selbst, sondern das Auftauen. Dabei entstehen Schäden an Zellen und Gewebe, die wir mit der heutigen Medizin nicht reparieren können. Besonders beim Gehirn stellt sich die grosse Frage, ob Erinnerungen, Persönlichkeit und Bewusstsein überhaupt erhalten bleiben würden.

Trotzdem entscheiden sich immer wieder Menschen für diesen Weg. Manche haben unheilbare Krankheiten. Andere möchten einfach jede noch so kleine Chance nutzen, eines Tages wieder leben zu können. Ihr Gedanke ist oft ganz einfach: Wenn ich ohnehin gestorben bin, habe ich nichts mehr zu verlieren. Vielleicht gibt es in der Zukunft doch eine Möglichkeit.

Im Cryonics Institute (Michigan, USA) kostet eine Ganzkörper-Konservierung ab etwa 28. 000 bis 35.000 US-Dollar, dazu kommen je nach Wohnort Kosten für Transport und Bereitschaftsteam.
Bei Alcor in Scottsdale (Arizona) kostet das Einfrieren des Gehirns etwa 80.000 US-Dollar und der ganze Körper etwa 220.000 US-Dollar.
Viele finanzieren das übrigens nicht direkt, sondern schliessen zu Lebzeiten eine Lebensversicherung ab. Im Todesfall bezahlt die Versicherung dann die Kryonik-Organisation. 

Die Menschen liegen dort nicht einfach in riesigen Gefrierschränken. Sie werden in grossen, hochisolierten Stahlbehältern – sogenannten Dewars – senkrecht in flüssigem Stickstoff bei etwa −196 °C gelagert. Diese Behälter benötigen keinen Strom zum Kühlen; sie funktionieren wie riesige Thermoskannen und werden lediglich regelmässig mit flüssigem Stickstoff nachgefüllt. 

  • James Bedford – Er ist der bekannteste Fall. Der Psychologieprofessor liess sich 1967 nach seinem Tod kryokonservieren und befindet sich bis heute in Kryonik. Er gilt als der erste Mensch, der dieses Verfahren in Anspruch nahm.
  • Hal Finney – Einer der ersten Bitcoin-Entwickler. Nach seinem Tod im Jahr 2014 liess er sich kryokonservieren. Er hatte selbst öffentlich über seine Entscheidung geschrieben.
  • Ted Williams – Der legendäre Baseballspieler wurde nach seinem Tod kryokonserviert. Das sorgte allerdings für grosse Kontroversen, weil sich seine Angehörigen nicht einig waren, ob dies wirklich seinem Wunsch entsprach.

Es gibt auch immer wieder Gerüchte über berühmte Menschen, etwa Walt Disney. Diese sind jedoch nicht wahr.

Ach du meine Güte…

Mich bringt dieses Thema zum Nachdenken. Nicht nur über die Technik, sondern über uns Menschen. Wie gross muss die Hoffnung sein, dass man bereit ist, sich auf etwas einzulassen, das heute wissenschaftlich völlig unbewiesen ist? Wie stark ist unser Wunsch, den Tod zu überwinden oder noch einmal Zeit mit den Menschen zu verbringen, die wir lieben?

Vielleicht wird die Zukunft eines Tages Antworten auf diese Fragen haben. Vielleicht aber auch nicht.

Bis dahin bleibt die Kryonik eines der faszinierendsten Beispiele dafür, wie eng Wissenschaft, Hoffnung und der uralte Traum von einem zweiten Leben miteinander verbunden sein können.

Und es ist auch ein wenig Science Fiction irgendwie, oder nicht?

https://bestattungsportal.com/produkte/kryonik-ewiges-leben

Eine Antwort zu „Hast du gewusst…?“

  1. Total interessant! Und ist es verwerflich, dass mir dabei der Gedanke kommt: Irgendwie eine etwas andere Art von Grabpflege?

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.