Die Stadt, die von der Wüste verschluckt wird


Ich möchte euch Kolmanskop vorstellen – die Stadt, die langsam von der Wüste verschluckt wird

Mitten in der Namib-Wüste in Namibia liegt ein Ort, der aussieht, als wäre die Zeit stehen geblieben. Sein Name ist Kolmanskop. Einst war es eine der wohlhabendsten Siedlungen Afrikas – heute ist es eine Geisterstadt, in der sich der Wüstensand Zimmer für Zimmer zurückholt.

Spannend?
Yes!!!! Schauen wir doch mal genauer hin, was in Kolmanskop passiert ist…

Die Geschichte begann im Jahr 1908. Ein Eisenbahnarbeiter entdeckte in der Gegend einen Diamanten im Sand. Schon bald sprach sich der Fund herum und es begann ein regelrechter Diamantenrausch. Tausende Menschen strömten in die Wüste, in der Hoffnung, reich zu werden.

Innerhalb weniger Jahre entstand Kolmanskop. Und was für eine Stadt das war! Obwohl sie mitten in einer der trockensten Regionen der Erde lag, gab es dort für die damalige Zeit erstaunlichen Luxus. Die Bewohner:innen hatten fliessendes Wasser, elektrischen Strom, ein Krankenhaus, eine Schule, ein Hotel, eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Kegelbahn, ein Theater und sogar ein Casino. Vieles war nach deutschem Vorbild gebaut, denn Namibia war damals eine deutsche Kolonie.

Doch der Reichtum hielt nicht ewig.
In den 1920er-Jahren wurden weiter südlich viel grössere Diamantenvorkommen entdeckt. Nach und nach zogen die Menschen dorthin, weil sich dort mehr Geld verdienen liess. Kolmanskop verlor immer mehr Einwohner:innen. Schliesslich wurde die Stadt 1956 vollständig aufgegeben.

Seitdem gehört sie wieder der Wüste.
Der Wind trägt unaufhörlich Sand in die verlassenen Häuser. Manche Räume sind heute bis zur Hälfte gefüllt, andere fast vollständig. Türen stehen offen, Fenster sind zerbrochen, Tapeten hängen von den Wänden, und überall liegen meterhohe Sanddünen. Es wirkt, als würde sich die Natur langsam alles zurückholen, was der Mensch ihr einst genommen hat.

Heute lebt niemand mehr in Kolmanskop. Die Geisterstadt kann jedoch im Rahmen von Führungen besucht werden und zählt zu den bekanntesten verlassenen Orten der Welt. Vor allem Fotografen reisen aus allen Ländern an, um die surrealen Bilder von den eleganten Häusern zu machen, die langsam im Sand versinken.
Ich habe im Internet tatsächlich wunderwunderschöne Bilder gefunden.

Selbst grosser Reichtum kann sehr vergänglich sein. Vor etwas mehr als hundert Jahren war dieser Ort voller Leben, Lachen und Hoffnung. Heute hört man dort vor allem eines: den Wind, der den Sand durch die leeren Räume trägt.

Quellenangabe Bilder: https://www.rundreisen.de/de/namibia/luederitz-kolmanskop.html

Hinterlasse einen Kommentar

About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.