Schöne Worte — Mettā


Mettã ist ein total schönes Wort. Eines, das sich anfühlt wie eine Umarmung, so warm und herzlich.

Mettā stammt aus dem Pali, einer alten indischen Sprache, in der viele der frühen buddhistischen Texte verfasst wurden. Das Wort wird oft mit «liebende Güte», «Herzensgüte», «Wohlwollen» oder «freundliche Zuwendung» übersetzt. Doch wie so oft bei besonderen Wörtern geht seine Bedeutung weit über eine einfache Übersetzung hinaus.

Mettā beschreibt eine innere Haltung. Die bewusste Entscheidung, sich selbst und anderen Menschen mit Freundlichkeit, Verständnis und Wohlwollen zu begegnen. Nicht nur den Menschen, die wir mögen, sondern allen. Auch den Fremden und auch denjenigen, die uns herausfordern. Und vielleicht am schwierigsten von allen: uns selbst auch.

Im Buddhismus ist Mettā ein wichtiger Teil der spirituellen Praxis. Es gibt sogar die sogenannte Mettā-Meditation. Dabei richtet man gute Wünsche zuerst an sich selbst und dann nach und nach an andere Menschen. Sätze wie: «Möge ich glücklich sein. Möge ich gesund sein. Möge ich in Frieden leben.» Später werden dieselben Wünsche auch anderen Menschen geschenkt.

Was ich besonders schön finde, ist die Sanftheit dieses Wortes. Mettā fordert nicht, dass wir perfekt sind oder dass wir immer alles richtig machen. Es möchte lediglich, dass wir freundlich und auch respektvoll sind. Zu uns und auch zu anderen.
Gerade Letzteres fällt vielen von uns erstaunlich schwer. Wir sprechen oft liebevoller mit Fremden als mit uns selbst. Wir vergeben anderen Fehler, während wir unsere eigenen tagelang mit uns herumtragen und hadern. Es fällt uns oft leichter, unsere Defizite zu sehen, statt unsere Ressourcen und unsere Schönheit.
Vielleicht wäre die Welt ein kleines bisschen freundlicher, wenn wir lernen würden, uns selbst mit derselben Güte zu betrachten, die wir einer guten Freundin schenken würden.

Mettā bedeutet, mit einem offenen Herzen durchs Leben zu gehen und sich bewusst für Freundlichkeit zu entscheiden, selbst dann, wenn Härte einfacher wäre.
Ich glaube, wir unterschätzen manchmal, wie viel Kraft in kleinen Gesten steckt. Ein freundliches Wort. Ein verständnisvoller Blick. Ein wenig Geduld. Ein Moment, in dem wir nicht urteilen, sondern zuhören. Genau das ist Mettā.

Mettā ist vielleicht deshalb eines dieser schönen Worte, die nicht nur eine Bedeutung haben, sondern eine Erinnerung sind. Die Erinnerung daran, dass Freundlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine der stärksten Kräfte, die wir besitzen.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.