Was ist eigentlich Somniphobie?


Worte, die auf den ersten Blick fremd wirken, sind für mich ja oft die Interessantesten. Was ist eigentlich Somniphobie?

Das Wort setzt sich aus zwei alten Sprachwurzeln zusammen: Das lateinische Wort somnus bedeutet «Schlaf», das griechische Wort phobos bedeutet «Furcht» oder «Angst». Wörtlich übersetzt bedeutet Somniphobie also: Angst vor dem Schlafen.

Für die meisten Menschen ist Schlaf etwas Selbstverständliches. Nach einem langen Tag freuen wir uns darauf, ins Bett zu gehen, die Augen zu schliessen und zur Ruhe zu kommen. Schlaf schenkt Erholung, hilft unserem Körper bei der Regeneration und lässt unsere Gedanken zur Ruhe kommen. So wünschen wir es uns zumindest.

Für Menschen mit Somniphobie ist genau dieser Moment jedoch mit Angst verbunden.
Die Angst kann unterschiedliche Ursachen haben. Manche fürchten sich vor Albträumen. Andere haben Angst davor, die Kontrolle zu verlieren oder im Schlaf etwas nicht zu bemerken. Wieder andere verbinden das Einschlafen mit belastenden Erfahrungen oder unangenehmen Erinnerungen. Allein der Gedanke an die Nacht kann Unruhe, Anspannung oder sogar Panik auslösen.

Ich finde dieses Wort besonders interessant, weil es etwas sichtbar macht, das wohl die meisten von uns gar nicht als Angstquelle wahrnehmen würden. Wir denken bei Ängsten oft an Höhen, Spinnen oder enge Räume. Doch Ängste sind nicht immer logisch bzw sogar ziemlich oft nicht. So wie zB Somniphobie.
Angst sucht sich manchmal Dinge oder Situationen aus, die für andere völlig normal erscheinen.

Gleichzeitig steckt im Begriff Somniphobie auch eine tiefere Frage: Wie gut können wir loslassen?

Schlafen bedeutet ja auch Vertrauen. Jeden Abend geben wir für einige Stunden die Kontrolle ab, begeben uns in einen Zustand, in dem wir nicht mehr wahrnehmen, was um uns herum geschieht. Wir können nicht planen, was wir träumen werden. Wir können nicht bewusst steuern, wohin unsere Gedanken wandern. Wir lassen uns fallen in einen Zustand zwischen Bewusstsein und Unbewusstem.

Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb der Schlaf für manche Menschen nicht nur Regeneration und Ruhe, sondern auch Unsicherheit bedeutet.

Eine Angst wie Somniphobie zeigt deutlich auf, wie unterschiedlich Menschen die Welt erleben. Was für den einen Geborgenheit ist, kann für den anderen Angst bedeuten. Genau aus diesem Grund empfiehlt es sich, mit den Sorgen anderer achtsam umzugehen – selbst dann, wenn wir sie nicht sofort verstehen können. Oder sogar dann erst recht…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.