
Ineffable ist ein Wort, das schon beim Aussprechen irgendwie etwas Geheimnisvolles hat. Es meint das, was so gross, so tief oder so überwältigend ist, dass es sich nicht in Worte pressen lässt. Dinge, die man eher fühlt als versteht oder ausdrücken kann. Momente, die sich der Sprache entziehen, weil sie zu weit, zu schön, zu schmerzhaft oder zu gross sind, um erklärt zu werden.
Ineffable stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „unaussprechlich“ oder „nicht in Worte zu fassen“.
Ich mag dieses Wort, weil es uns zeigt, dass Sprache nicht ganz alles kann und dass das völlig in Ordnung ist. Wir versuchen so oft, alles zu benennen: Gefühle, Erlebnisse, Verluste, Höhenflüge, Wunder… als würden sie erst dann gültig oder wahr sein, wenn wir sie in Worte verpacken und halt auch jemandem mitteilen können. Dabei gibt es Erfahrungen, die nur im Schweigen ihre wahre Form behalten.
Ineffable beschreibt genau diese Art von Erleben.
Wenn ein Sonnenuntergang einen so tief berührt, dass man still wird und nur noch staunt.
Wenn ein Blick oder eine Geste viel mehr sagt als jedes Gespräch es könnte.
Wenn ein Schmerz so alt ist, dass er keine Wörter mehr braucht… oder wenn alle Worte dafür bereits aufgebraucht sind.
Wenn Liebe und auch andere grosse Gefühle sich nicht erklären lassen, sondern einfach da sind. Manche leuchtend und warm, andere wie ein feucht-grauer Nebelschleier, der sich über uns legt.
Vielleicht ist das Schönste an diesem Wort, dass es uns ein bisschen demütig macht. Es zeigt, dass manche Dinge grösser sind als unsere Fähigkeit, sie zu beschreiben. Wir versagen nicht, wenn uns die Worte fehlen, denn sie fehlen, weil das Gefühl zu gross ist, nicht zu klein.
Ineffable möchte uns aufzeigen, dass es in unserem Leben immer wieder Augenblicke geben wird, die sich nur fühlen lassen. Und dass genau diese Momente oft die sind, die uns innerlich verändern.
Manchmal ist das Wertvollste nicht das, was wir sagen können. sondern das, was uns für einen Moment sprachlos macht.


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