
Ich habe mal gelesen, dass die Welt aus Müttern und all ihren Kindern besteht. Jeder Mensch auf dieser Erde wurde von einer Mutter geboren. Ich wollte noch „unter Schmerzen“ schreiben, aber ich habe ja „geboren“ geschrieben. Da versteht sich das „unter Schmerzen“ wohl von selbst.
Ich hoffe, viele von denen, die das jetzt gerade lesen, haben ihre Mutter noch in ihrem Leben. Damit meine ich, dass sie noch lebt und wenn ja, dass sie ein Teil deines Lebens ist. Wenn nicht… Warum???
Ich kann mich in der Zwischenzeit kaum noch an meine Mutter erinnern, muss ich zugeben. Ich lebe jetzt genau gleich viele Jahre ohne Mutter, wie ich mit Mutter gelebt habe. Sie ist mit 51 gestorben, diesen Juni würde sie 79 werden. Klar, stelle ich mir manchmal vor, wie es wäre, wenn meine Eltern noch leben würden. Ich vermisse es tatsächlich auch manchmal, sie noch zu haben, stelle mir vieles einfacher vor mit ihnen. Aber eigentlich habe ich mich mit ihrem frühen Sterben versöhnt. Es ist wie es ist und es ist viel Zeit vergangen seitdem.
Das Leben hat sich verändert.
Ich habe mich verändert.
Das Leben hat mich verändert.
Es ist der Lauf der Dinge.
Ich glaube, in meinem Alter kann man sich glücklich schätzen, wenn man noch Eltern hat. Unter Umständen ist es aber auch zunehmend belastend, da sie alt werden und altersbedingte Schwierigkeiten, gesundheitliche Beschwerden auftauchen. Irgendwann im Verlauf des Lebens verändern sich die Rollen und auch die Beziehung zu den Eltern. Die Fürsorge wechselt irgendwie die Seiten.
Ich habe auch mal die Frage gelesen, ob man noch eine Tochter sei, wenn die Mutter gestorben ist. Die ist mir irgendwie im Kopf geblieben.
Was denkst du?
Eine Tochter bleibt man ja trotzdem, auch wenn die Mutter nicht mehr auf dieser Welt ist. Und dennoch erlebe ich es so, dass man sich aber nicht mehr als Tochter FÜHLT.
Wie geht es dir damit, wie hast du das erlebt?
Vielleicht ist ja aber der Muttertag nicht nur da, um die Blumen- und Geschenke-Industrie zu unterstützen, sondern dafür tatsächlich mal bewusst über seine Beziehung zur Mutter nachzudenken oder wenn man selber eine ist, über das Mutter-SEIN.
Im besten Fall die Dankbarkeit zu spüren, egal in welcher dieser beiden Rollen. Im Tochter oder Sohn Sein, aber auch im Mutter sein.
Ohne meine Tochter wäre ich keine Mutter.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich ihre Mutter bin und sie auf dem Weg zum Erwachsen-Sein begleiten darf, kann und auch muss.
Ich glaube, dass dies nicht nur freiwillig ist oder so halb gemacht werden kann, sondern die Verantwortung von uns Eltern ist, das ist nicht immer allen so ganz bewusst.
Ich wünsche euch einen schönen Muttertag, egal ob ihr eine Mutter seid oder eine Mutter habt.


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