Wenn ein Wal stirbt — Whale Fall


Wenn ein Wal stirbt, ist dies ein Ende, aber auch der Anfang eines langen Prozesses.
Sein Körper sinkt langsam durch die dunklen Schichten des Ozeans. Stunden, manchmal Tage dauert dieser Weg in die Tiefe, bis er auf dem Meeresgrund zu liegen kommt.
Und was dort geschieht, ist etwas sehr bedeutsames.

Man nennt es den Whale Fall. Das Fallen des Wals oder der Wal-Sturz.

Was für uns wie ein Ende aussieht, ist für viele andere Lebewesen der Anfang.
Zuerst kommen die grossen Aasfresser. Haie, Tiefseefische usw. Kreaturen, die wir noch nie gesehen haben.
Hast du gewusst, dass nur etwa 5% des Meeresgrundes erforscht ist? Da gibt es Wesen, von denen wir keine Ahnung haben.
Sie finden den Wal anhand des Geruchs und durch kleinste chemische Spuren im Wasser. Dort treffen sie auf ein Festmahl. In kurzer Zeit wird die weiche Substanz des riesigen Körpers gefressen. Es ist ein intensiver, wilder und rauer Vorgang und doch Teil eines grösseren Gleichgewichts.

Dann beginnt eine ruhigere Phase.

Kleinere Lebewesen siedeln sich an: Krebse, Würmer, Schnecken. Sie leben von den Resten, die geblieben sind, und von den Mikroorganismen, die sich nun ausbreiten. Der Wal wird zu einer Art Insel auf dem Meeresgrund. Ein Ort, der Leben anzieht, wo sonst oft Leere ist.

Und schliesslich geschieht etwas fast Schönes.
Die Knochen selbst werden zur Lebensquelle. Spezialisierte Bakterien bauen die darin enthaltenen Fette ab und erzeugen dabei Stoffe, von denen wiederum andere Lebewesen leben. Es entstehen ganze Gemeinschaften, einzigartig, angepasst an genau diesen einen Ort. Lebewesen, Pflanzen… Manche Arten existieren nur rund um solche Walstürze.

Ein einzelner Wal kann so über Jahrzehnte hinweg Leben schenken. Man sagt, dass der ganze Prozess etwa 100 Jahre dauert. Der Wal beendet sein Leben und erhält damit etwa 43 andere Spezies und über 12.000 Organismen am Leben.

Vielleicht ist das das Berührendste daran: Dass selbst im Verschwinden noch etwas bleibt und sogar Neues entsteht. Dass ein Körper nicht einfach aufhört zu leben, sondern sich verwandelt, weitergibt, nährt.

Kein Ende, sondern ein Übergang. Ein stilles Weiterwirken im Dunkeln, weit weit unten im Meer.

Dabei wird uns wieder bewusst, dass wir alle Teil eines grossen Zusammenhangs sind. Einen, den wir kaum oder nur ansatzweise verstehen.
Nichts geht verloren…

Ich habe mich dafür interessiert, weil wir ja seit einer Weile von diesem jungen Buckelwal hören, der in der Ostsee auf einer Sandbank liegt…. 😞

Sehr interessantes Thema.
Wenn es dich auch interessiert, du findest im Internet viel darüber.

https://www.instagram.com/reel/DB_o3ItyNcE/?igsh=MWwwdm5jMWs5M2kzcw==

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Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.