Schöne Worte – Occhiolism


Es gibt Worte, die wie winzige Schlüssel sind. Sie öffnen Türen zu Gedanken, die wir tief in uns tragen, aber nicht so richtig in Worte fassen können. Eines dieser Worte ist Occhiolism.

Occhiolism ist ein Kunstwort, das aus dem Englischen stammt und von John Koenig in seinem Werk „The Dictionary of Obscure Sorrows“ geprägt wurde. Koenig hat es aus dem Lateinischen „occhiolus“ abgeleitet, was so viel bedeutet wie „winziges Auge“ oder „kleine Öffnung“. Es beschreibt das Gefühl, nur ein winziges, begrenztes Verständnis von der immensen Weite der Welt zu haben.

Es ist diese demütige Erkenntnis, dass unser Blick auf das Universum nur ein winziger Spalt ist. Ein kleines Schlüsselloch, durch das wir gerade genug sehen, um zu begreifen, wie viel wir nicht wissen. Occhiolism ist das Staunen über die eigene Begrenztheit und der Respekt vor der Komplexität und Tiefe der Wirklichkeit.

Vielleicht hast du Occhiolism schon gespürt, wenn du nachts in einen klaren Sternenhimmel geblickt hast und dachtest: Wie klein bin ich eigentlich? Oder wenn du in einem Gespräch realisiert hast, dass jeder Mensch eine ganze Welt in sich trägt, die wir nie ganz durchdringen können.

Occhiolism fordert uns dazu auf, bescheiden zu bleiben, offen zu sein für neue Perspektiven und uns immer wieder daran zu erinnern, dass wir eigentlich soooo wenig vom riesigen Ganzen wissen und kennen. Viel weniger als wir es uns überhaupt erahnen könnten…
Aber auch, dass es unendlich viel zu entdecken gibt in der Welt da draussen und in einander und in uns selbst.

„The more I learn, the more I realize how much I don’t know.“

Albert Einstein


3 Antworten zu „Schöne Worte – Occhiolism“

  1. Wieder ein Wort was ich selbst noch nicht gehört habe, wieder was gelernt. Das Gefühl jedoch das ist mir bekannt…

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  2. Dass es dafür ein Wort gibt, wusste ich nicht.
    Das Gefühl kenne ich nur zu gut.
    Danke fürs teilen & Grüße!

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  3. Das Wort war mir neu, aber ich hab es mir notiert. Ein gutes Wort, für einen Gedanken, denn wir wohl alle schon mal hatten.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.