
Wir haben ja eigentlich immer wieder die Wahl zu neu entscheiden, wer wir sein möchten. Solche Entscheidungen sind ja nicht unbedingt für immer, also eigentlich nie für immer, sondern wir dürfen in jeder Situation wieder neu wählen. Bei jeder Begegnung. Je nach Stimmung, je nach Befindlichkeit, je nach Energielevel, je nach eigenem Programm und Plänen… je nachdem halt.
Und wir dürfen uns auch immer wieder umentscheiden. Niemand ist immer nur so oder so oder so. Sondern auch noch so oder so oder sogar so.
Heilende:r oder Schmerzzuführer:in
Beteiligte:r oder Unbeteiligte:r
sich Einsetzende:r oder Wegschauer:in
Pflaster oder Axt
Runterschubser:in oder Hochhelfer:in
Unterstützende:r oder Steine in den Weg Legende:r
Freundliche:r oder Unfreundliche:r
Aufrechterhaltende:r oder Abbrechende:r
Wohlgesonnene:r oder Gegner:in
Mobber:in oder ohne Minderwertigkeitskomplexe
auf Kosten anderer Profitierende:r oder
Gebende:r oder Nehmende:r
Erfahrene:r oder Unerfahrene:r
Expert:in oder Neue:r
Trauernde:r oder Lachende:r
Glückspilz:in oder Pechvogel
Verletzte:r, Kranke:r oder Unversehrte:r
Produzierende:r oder Konsumierende:r
Darbietende:r oder Zuschauende:r / Zuhörende:r
Auftrag Erteilende:r – Ausführende:r
Verurteilte:r oder Richter:in
Freund:in oder Feind:in
Mitreisser:in oder Stopper:in
usw
Es gibt so unendlich viele Rollen, die wir einnehmen und meistens ja sogar mehrere gleichzeitig. Und viele davon sind negativ oder positiv bewertet, wobei ich sagen würde, die meisten negativ Bewerteten ganz sicher zu unrecht, weil es immer verschiedene Aspekte davon gäbe, wenn man sie denn sehen würde.
Negativ bewertete Rollen oder Verhaltensweisen zeigen ja immer nur die Extremsituation. Also schwarz oder weiss. Zum Beispiel geduldig und ungeduldig. Geduldig ist das positiv bewertete Adjektiv und ungeduldig das negative. „Ich bin ein ungeduldiger Mensch“. Welcher Mensch ist denn in jeder Situation immer ungeduldig? Oder immer geduldig? Und wieviel Ungeduld benötig es, um als ungeduldig zu gelten? „Sie ist ein fröhlicher Mensch“… wer ist denn bitte immer fröhlich? Und genau wie vorher, wieviel Fröhlichkeit auf einer Skala von 1-10 benötigt es, um als fröhlicher Mensch zu gelten? Und gilt dabei das „So tun als ob“ auch oder wird das durchschaut?
Ich bin jedenfalls sehr dafür, mich so zu akzeptieren wie ich gerade bin und dasselbe gilt ja sowieso auch für andere. Je älter ich werde, desto weniger mag ich es, wenn Dinge bewertet werden, egal ob vorschnell oder nicht. Warum sollte man das tun und was bringt es positives in die Welt? Das gilt ja für jegliche Art von Bewertungen. Ich mag es zB auch nicht, wenn in totaler Unwissenheit Dinge oder Menschen beurteilt. Also zB „das ist eine gute Mutter“ – warum zur Hölle weisst du das? Oder „Frauen haben zum Teil schon Angst vor dem aufkommenden Schnee wegem Auto fahren“ – echt? Alle? Und wenn, ist es denn nicht auch einfach okay, wenn man sich nicht so gewohnt ist? Und was ist eigentlich mit den Männern?
BE YOURSELF.
Und lass auch andere sich selbst sein.


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