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to you.

OVERDOSE (2)



Ich mach mal da weiter, wo ich aufgehört habe. Zum Thema Überdosis gibts noch viel zu erzählen. OVERDOSE in jeder Art und Weise.

Die Pandemie bietet einen ziemlich fruchtbaren, ergiebigen Boden für so allerlei. Zum Beispiel sind wir alle irgendwie ein bisschen zu Menschen gewachsen, die sich ganz gerne über andere und anderes aufregen. Das ist einfach. Es gibt immer irgendwas zu bemängeln, wenn man ganz genau hinschaut. Oder hört. Etwas, was ich in der Pandemie gelernt habe ist, dass so ziemlich jeder eine Goldwaage besitzt und sie gern und oft benützt.
Und wenn man ehrlich ist, ist das auch ziemlich befriedigend. Jedenfalls im Moment. Bei andern die Fehler zu suchen und ein bisschen den Daumen drauf zu drücken. Noch besser ist es, andern die Schuld für irgendwas zu geben. Das nimmt einem pseudomässig so schön die Last von den eigenen Schultern und lenkt von uns selbst ab. Sich mal für einen Moment als besseren Menschen fühlen… herrlich.
Es macht viel mehr Spass, zu schauen, ob oder wie sauber der andere vor seiner Tür gewischt hat, als selbst vor der eigenen zu wischen. Wenn der andere dafür unsere Tür und den Dreck davor gut im Auge behält, dann ist ja dann auch bei allen geschaut… 🙂

Die Pandemie löst doch einige Gefühle aus, denn sie beeinflusst unser Leben doch sehr stark, und das sind ja nicht nur gute. Und diese unguten Gefühle sind sozusagen der Mist auf dem fruchtbaren Boden, wo so allerlei spriesst. Halt auch viel Unkraut, wenn ihr mich fragt.
Viele Unkräuter die da wachsen, können wir nicht so gut einordnen, haben sie noch nie gesehen und kennen sie nicht. Sie rufen Unsicherheit und wiederum allerlei Sorten von Gefühlen in uns wach. Das alles ist für den Weltfrieden nicht unbedingt förderlich. Und nicht nur für den. Unser kleiner Frieden leidet auch ganz schön zur Zeit.
Und typisch Unkraut, es wuchert und wächst wie verrückt und verdrängt so manche schöne kleine Pflanze, weil sie ihr den Lebensraum einfach wegnimmt.
Das ist ja nur eine Metapher, aber so läuft es doch genau mit all dem Negativen, was immer so abläuft. Negatives ist gross und laut, nimmt ganz viel Platz ein und all das andere, das auch noch da wäre, wird leiser, weniger.
Ich glaube, das merkt man immer auch wieder ganz gut bei sich selbst. Ich jedenfalls.

Auf unserem Blumenbeet herrscht ganz deutlich ein Ungleichgewicht, genau wie gerade beschrieben. Die Unzufriedenheit ist gross und streut ihre Samen überall hin, wohin der Wind sie trägt.

Ich würde eigentlich aber nicht sagen, dass eine Überdosis von Negativem besteht, es fühlt sich nur so an.
Interessant ist ja sowieso auch, dass das nicht alle gleich werten. Einige empfinden etwas als Unkraut, was andere als nutzbare oder schöne Pflanze sehen. Und umgekehrt.

Trotzdem glaube ich, es würde Sinn machen, unsere Sichtweise etwas umzukrempeln und die Sicht auf das Positive zu wenden. Darauf, was wir besitzen und haben und weniger darauf, was uns gerade fehlt. Wenn man ehrlich ist, wird ja sehr oft auf hohem Niveau gejammert. Jetzt nicht mal auf die Pandemie bezogen, sondern auch ganz allgemein. Wir Menschen neigen doch manchmal wirklich dazu, defizitorientiert zu denken.

Statt einer Überdosis an Mankos und Reklamieren, eine mega grosse Dosis Zufriedenheit und Dankbarkeit, das würde uns allen gut stehen und vermutlich so einiges verändern. Im Kleinen sowie im Grossen.

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