From thoughts into letters
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into texts…

to you.

OVERDOSE. (1)


Ich habe mir heute Nachmittag zum ersten Mal einen Dalgona Kaffee gemacht. Für eine Portion hätte ich einen Esslöffel sofortlöslichen Kaffee, einen Esslöffel Zucker und ein bisschen Wasser benötigt, um danach alles mit einem Mixer schaumig zu schlagen. Die Menge war aber für den Mixer viel zu wenig, so habe ich die vierfache Menge gemacht. Das ging dann.
Nebenbei habe ich 2 dl Milch aufgeschäumt und diese in ein Glas gefüllt. Und dann den wunderbar gewordenen Kaffeeschaum obendrauf. Sah wirklich schön aus.
Mit dem Löffelchen ein bisschen probiert und was soll ich sagen… omg wie stark ist das denn? Als ich nach einem Koffein-Schock wieder zu mir gekommen bin, habe ich realisiert, dass ich ja die vierfache Menge Kaffeepulver verwendet hatte. Das war also ein bisschen (bzw viel zu) viel. Also einen Teil davon entfernen…
War aber natürlich immer noch gleich stark wie vorher, nur weniger von der Menge her. Schön vermischt ging das dann und war auch echt lecker.
But OVERDOSE. Irgendwie zu stark für mich, muss ich zugeben.

Das brachte mich dann aber auf mein heutiges Thema.

OVERDOSE.
ÜBERDOSIS.

Leben wir nicht irgendwie in einer Welt voller Überfluss und einer Überdosis von so vielem? Von ganz, ganz vielem sooo unendlich viiiiiiel zuviel und von anderem so unendlich viel zuwenig?

Mir fällt das immer wieder auf, wenn ich zB die Nachrichten des Tages lese. Als letztes am Beispiel des kleinen Jungen, der in einen Brunnen gefallen ist in Marokko. Tagelang konnte man hier in gewissen Medien eigentlich fast live mitverfolgen, was gerade unternommen wurde, um ihn zu retten.
Oder die Trennung von Michelle Hunziker und ihrem Mann / Ex-Mann Tomaso Trussardi. Seit Wochen können wir darüber lesen, wenn wir das denn wollen. Wer war schuld an der Trennung? Die Schwiegermutter? Die neue Frisur? blablabla
Dasselbe mit Corona.
Dasselbe mit Djokovic.
Dasselbe mit Pierin Vincenz.
Dasselbe mit Trump.
Dasselbe mit Meghan und Prince Harry.
Dasselbe mit dem tot gefundenen Kind in Köniz.
Dasselbe mit allem. Immer und immer wieder. Bis zum Gehtnichtmehr.
Ich will nicht sagen, dass diese Themen alle unwichtig oder uninteressant sind. Natürlich nicht. Aber müssen wir das alles so unbedingt wissen bzw so genau wissen? Jede Eventualität, jedes Gerücht und jedes Detail? Und wenn ja, warum? Was bringt es uns eigentlich ganz genau ausser einem vollen Kopf und tausend Dinge, die wir neben unseren eigenen Themen und den wesentlichen Neuigkeiten auch noch irgendwie und irgendwo einordnen müssen?

Gewisse Medien schlachten jedes Thema aus. Grenzen gibt es kaum. Nachrichten werden umso geiler, je extremer und lauter sie sind. Am Besten immer noch schlimmer, immer noch mehr ins Detail und intim as fuck. Und am liebsten nicht nur Text, sondern auch Fotos oder Videos. Mit belegten Fakten und der Wahrheit wird es nicht immer soooo genau genommen, die Geschichte soll doch möglichst spannend und Drama-beladen sein. Jeder hat noch etwas dazu zu sagen, jede kannte die betroffene Person und ob das tatsächlich stimmt, interessiert kaum jemanden.
Das alles kommt gut an. Je sensationslüsterner, desto öfter konsumiert. Je extremer, desto mehr erschüttert und bewegt es die Leserinnen und Leser. Die Katastrophen und Schicksale anderer lenken von den eigenen ab. Auch das kommt gut an.

Und schlussendlich ist das alles eine Überdosis.
Es ist schwierig, mit so vielen Nachrichten umzugehen. Seine eigenen Grenzen zu erkennen, Nachrichten zu filtern und wenn nötig wegzulassen. Zu unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Und zu unterscheiden, was wahr, was aufgebauscht und was an den Haaren herbeigezogen ist. Das Handy ist jederzeit zur Hand und damit auch all die News. Rund um die Uhr, 24/7.
Es ist wie ein Sog, eine Sucht. Wir gewöhnen uns an die Sensations-Geschichten und wollen irgendwie mehr davon. Brauchen mehr davon. Wir wollen ins Private vermeintlicher Promis und anderer Menschen eindringen, mehr von ihnen wissen als sie uns preisgeben möchten. Wir lechzen nach Geschichten, egal ob wahr oder nicht. Es ist eine Sucht, es ist ein Sog. Die Dosis wird vom Dealer laufend erhöht und wir konsumieren was er liefert.

Eine Überdosierung ist ungesund, das kennen wir von andern Themen.
Wie so oft, kommt es auf die Dosierung an und wie so oft ist das richtige Mass von Person zu Person unterschiedlich. Und wie so oft bietet uns der Dealer noch mehr und noch mehr an, lockt uns, unsere Grenzen zu überschreiten, zu vergessen, wieviel gut für uns ist. Er ist auf uns angewiesen und bietet uns das, was wir wollen und noch viel mehr. Er verdient damit sein Geld und er will, dass wir sein Produkt konsumieren wollen.

Uns selbst all das in einem gesunden Mass zuzuführen, das ist gar nicht so einfach, wird es uns doch laufend vor die Augen und auf die Ohren gelegt. Dieses Einteilen und seine eigenen Grenzen zu erkennen ist essenziell, denn wenn wir diese Fähigkeit nicht besitzen, kann es uns schnell zuviel werden und das kann mit der Zeit durchaus ernste Folgen nach sich ziehen.

Das war OVERDOSE Teil 1.
Weitere werden folgen, denn mir fällt zu diesem Thema noch viel ein.

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