glücklich sein, traurig sein…

Weihnachten ist das Fest des Friedens, der Familie und der Liebe. Und auch das Fest der Traditionen und der Erinnerungen. Kindheitserinnerungen.

An Weihnachten schlagen zwei Herzen in mir.

Zum einen das Herz meines Erwachsenen-Ichs, das sich auf Weihnachten freut. Wieder. Es war nicht immer so. Aber seit ich eine Mama bin, ist es so. Ein Kind bringt Weihnachten diesen ganz eigenen Zauber zurück. Die Freude aufs Christkind, das Geheimnisvolle, Zauberhafte. All die Wünsche, die schönen Geschenke, der hübsche Baum, gutes Essen, Zusammensein und glücklich sein. Das Traurigsein und das Vermissen ist zwischendurch da, wird aber von der ansteckenden Freude des Kindes ein bisschen in den Hintergrund gedrängt.

Das Traurigsein und das Vermissen sind die Gefühle, die mein Kindheits-Ich bzw die Erinnerungen daran auslösen. Erinnerungen kommen auf an damals. An die vielen Weihnachten mit meiner Familie. An den Christbaumschmuck, an’s alljährliche Weihnachts-Menü, an Weihnachtslieder. An meinen Bruder, an Mama und Papa.

Und dann erinnere ich mich noch irgendwie zu gut daran, wie Weihnachten dann ohne Mama war. Wie trostlos. Wie wir drei versucht haben, das Beste daraus zu machen. Dieselben Abläufe, dasselbe Essen, dieselben Personen (minus eine). Sogar jedes Jahr ein Bäumchen. Und wie irgendwie keine Freude aufkommen konnte, obwohl jeder von uns eine lächelnde Maske trug und Fröhlichkeit vorgaukelte.

Und dann, ein paar Jahre später Weihnachten auch noch ohne Papa. Mitte November gestorben. Weihnachten kam zu schnell danach…

Drei Jahre später feierten wir Weihnachten dann zum ersten Mal wieder als Familie. Mit meiner Familie. Mit einen kleinen Baby und wieder unbeschwerter, glücklicher. Das wurde tatsächlich Jahr für Jahr besser. Das Kind wurde grösser und Weihnachten wurde zu unserem Familienfest. Die Trauer flug mit den Jahren weiter weg, doch die Erinnerungen blieben. Bleiben. Weil diese Menschen halt einfach fehlen.