Meinen versus Wissen

„Meinung ist das billigste Gut auf diesem Planeten. Jeder hat eine Menge. Und das ohne jede Ahnung.“

Suzanne Grieger-Langer



Ich beschäftige mich schon seit längerem gedanklich damit, wie Menschen mit Fakten und damit verbunden auch mit der eigenen Meinung zu einem Thema umgehen. Und ich finde es ein ganz schwieriges Thema.
Ich finde, das ganze hat viel damit zu tun, wie man mit inneren und äusseren Konflikten umgehen kann. Nicht jeder kann das gleich gut oder ist überhaupt dazu bereit, mit sowas umzugehen. Obwohl man meistens ja nicht drum herum kommt und das „nicht damit umgehen“ auch ein Weg ist, damit umzugehen. So wie keine Entscheidung treffen auch eine Entscheidung ist oder nicht kommunizieren kommunizieren ist.

Natürlich ist es gut, wenn man sich über viele Themen eine eigene Meinung macht. Das macht man meistens, indem man sich ausgiebig darüber informiert. Da ist es wichtig, wo man sich informiert. Ganz wichtig finde ich auch, dass man seine Meinung auch begründen kann. Vor allem dann, wenn man sie andern mitteilt oder mit andern darüber diskutieren möchte.
Bei Meinungen ist es ja so, dass grundsätzlich jeder ein Recht auf eine Meinung hat. Bzw auf seine. Ich finde einfach, dass sich aber jede und jeder dabei sehr bewusst sein muss, dass es nur eine Meinung ist. Die darf man natürlich vertreten und man soll auch zu seiner stehen, aber egal worum es geht, man soll sie andern lieber nicht aufs Auge drücken, aufzwingen.

Der Ausdruck „Meinung“ kommt von „meinen“. Es bedeutet, dass man etwas annimmt, etwas denkt, von etwas ausgeht.
„Meinen“ bedeutet nicht „wissen“ und ich habe sehr oft das Gefühl, das ist sehr vielen nicht bewusst.
Es gibt aber auch Menschen, die da ganz genau Bescheid wissen, wovon sie sprechen, weil sie beruflich qualifiziert sind, über entsprechendes Fachwissen und über Erfahrung verfügen. Wissenschaft basiert auf Fakten, Wissen und Erfahrung.

Der Unterschied zwischen „meinen“ und „wissen“ zu sehen, das ist gar nicht mal immer so einfach. Wir hören zB Covid betreffend überall ganz unterschiedliche Dinge und es ist oft nicht klar, ob der Schreiber oder Sprecher, der uns da etwas unterbreitet, tatsächlich etwas weiss oder ob er uns einfach nur seine ganz persönlichen, auf keinem entsprechenden Wissen zugrunde liegenden Annahmen mitteilen möchte.
Ich erlebe es oft, dass mir solche Annahmen oder Meinungen weiter geleitet werden. Da hat auch wirklich jeder etwas dazu zu sagen, denn so ein YouTube-Videöli zu machen, ist keine Sache. Wie gesagt, eine Meinung hat jede und jeder und wenn das, was der gerade so erzählt, uns gefällt, glauben wir das gerne und verbreiten es weiter.

So verhält es sich im Grossen, dort wo ganz viele Menschen zuhören. So verhält es sich aber auch im Kleinen, wo man manchmal – und da nehme ich mich nicht raus – wirklich vorschnell Halbwissen oder Unwahrheiten weiter verbreitet. Ich finde das sehr heikel. Aber wie gesagt, mit ist das bestimmt auch schon oft passiert. Mir ist das diese Woche wieder mal sehr bewusst geworden. Und vor allem auch, dass es genau so läuft im Moment. Da ist sehr viel Halbwissen oder Unwissen im Umlauf und sehr viele Expertinnen und Experten reden mit, obwohl sie keine sind.

Sätze wie „ich weiss es nicht“ oder „ich glaube“ hört man in dieser Situation wirklich nicht mehr so oft, obwohl wir alle diese in jeder Covid-basierten Diskussion wohl benützen müssten, wenn wir ehrlich sind.
Ich auch. Ich bin weder Virologin noch Ärztin, ich weiss so gut wie nichts über all das, obwohl ich mich doch einigermassen gut informiert habe. Es gibt auch einfach Dinge, die ich nicht verstehe. Dafür haben wir Wissenschaftler und Experten, die das wohl aus gutem Grund sind. Die verstehen was von ihrem Fachgebiet. So wie ich von meinem.

Die Pandemie ist eine unschöne Zeit auf ganz vielen Ebenen. In dieser Zeit habe ich viel mehr über Menschen als über Viren gelernt, muss ich sagen.
Ich habe den Eindruck, dass recht viele Menschen voller Angst sind, jemand wolle ihnen etwas böses. Viele sind sehr krisenungeübt, was eigentlich ja auch schön ist. Nur kommt man jetzt halt nicht darum herum, diese durchzustehen.
Was mir auch auffällt ist, dass viele null Vertrauen in die Politik haben, die sie durch ihre Wahlen und Abstimmungen seit Jahren ja mitformen. Das ist irgendwie erschreckend.

Schlussendlich denke ich, dass sich viele nach den eigenen Bedürfnissen richten. Verstehe ich irgendwie auch. Und doch würde ich erwarten, dass der Mensch etwas ganzheitlicher oder globaler, wenn man es so sagen darf, denken können sollte. Ich weiss, das ist schwierig, wenn zB die eigene Existenz gefährdet ist, wenn man zB ein Restaurant oder ein Hotel oder was auch immer besitzt. Verstehe ich zu 100%.
Ich verstehe das auch, wenn man tanzen gehen will, wenn man sich nicht einschränken lassen will, wenn man Menschen treffen und umarmen möchte, wenn man Konzerte besuchen will. Wenn man lieber ohne Maske raus möchte, wenn man sich nicht impfen lassen möchte. Wenn man einfach möchte, dass alles wieder „normal“ wäre.

Ich möchte das alles auch.
Ich glaube, dabei ist es wirklich sehr wichtig, ganz vieles zu hinterfragen und nicht zuletzt uns selbst und das was wir meinen zu wissen.

1. Advent – Wünsche, Gedanken und Zwi schen r äu me

Wir haben die erste Adventwoche des zweiten speziellen Jahres, um es so zu sagen. In dieser Zeit bis zu Weihnachten wird es draussen richtig kalt, bei uns ist letzte Nacht der erste richtige Schnee gefallen. Wir sind gern drinnen in der Wärme, sorgen für helles Licht und langsam kommt ein kleines bisschen Weihnachtsstimmung auf.
In dieser Zeit wünschen wir uns gerne stille Momente, die schön sind, Besinnlichkeit und Frieden. Wir wünschen es uns und lassen uns dann doch vom hektischen Treiben des Lebens mitreissen.

Jedes Jahr und auch in diesem. Es war wieder kein einfaches, wie schon das letzte und die Hoffnung auf ein 2022 ohne Covid hat sich irgendwie auch bereits verabschiedet. Covid ist das eine schwierige Ding, mit dem wir wohl oder übel für eine unbestimmte Zeit leben müssen. Wie die Menschen damit umgehen und was es aus aus ihnen – aus uns – macht, ist das andere. Ich denke nicht, dass Corona die Menschen spaltet und Unmut streut, sondern die Menschen selber das tun. Zusammenhalt und Miteinander, Einigkeit und Vertrauen ist im Kleinen schon nicht immer einfach (zB in kleinen Teams wie Ehepaaren, Familien, in der Arbeit, Freundeskreis usw), wie können wir denn ernsthaft davon ausgehen, dass das im Grossen klappen soll? Also alle Einwohner einer Stadt, eines Landes, von ganz Europa oder sogar der ganzen Welt?

Es wird viel gemalt momentan. Vor allem schwarz. Menschen lassen sich leiten von negativen Gefühlen, von Missmut, Angst und Misstrauen. Schwarz überfärbt immer alles. Ein Bild kann noch so bunt und leuchtend sein, wenn jemand nur ein paar Tupfer schwarze Farbe darauf spritzt, verläuft alles ineinander und wird zu einer bräunlich-schwarze Sauce. Und in der befinden wir uns mit unserem Kopf momentan grad ziemlich oft. Schwierig, darin die bunten Farben zu sehen. Schwierig, darin mit den Gedanken zur Ruhe zu kommen. Schwierig, darin klar zu sehen.

Manchmal scheint es mir, es sei nicht mal mehr nur schwarz und weiss, sondern nur noch schwarz. Different shades of black sozusagen. Aber gibt es die überhaupt?
Klar gibt es Momente, wo die Extreme zählen, wo es nur Ja oder Nein gibt oder nur Das oder Jenes.

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
Francis Picabia (zw. 1910 und 1915)

Sehr oft im Leben ist es das Dazwischen, was wichtig ist, was wirklich zählt. Die Zwischenräume, die wir xbeliebig mit unserem Leben und unseren bunten Farben, unseren Ideen, unserer Persönlichkeit und unserer Vielfalt füllen dürfen und auch sollen.
Der Zwischenraum zwischen Entstehung und Tod heisst Leben.

Wie auch immer.
Jedenfalls wünsche ich euch und mir eine angenehme erste Adventwoche, frohe Gedanken, Zuversicht und einen liebevollen Umgang miteinander. Vielleicht wird so dann auch das mit dem Frieden und der Liebe etwas, wer weiss…

Das Leben geniessen

Einfach ist es momentan nicht. Das grosse C ist allgegenwärtig, schwebt wie ein grosser Brocken über uns allen, wirft seinen Schatten auf die Erde, auf das Leben und auf uns. Das Virus ist das eine, die vorgeschriebenen Schutzmassnahmen das andere. Es schränkt uns ein und es beeinflusst uns in unserem Denken und Handeln. Momentan ist vieles nicht möglich. Ach, was sage ich. „Momentan“… es geht ja schon eine ganze Weile so.

Wir gehen alle gemeinsam durch eine Krise, es gibt keinen einzigen, den es nicht betrifft. Das ist etwas, was wir noch nie zuvor erlebt haben. Es ist wie ein Tunnel. Das Licht am Ende ist nicht sichtbar, keine Ahnung, wie lang der Tunnel noch ist. Wir haben im Sommer gemeint, wir wären draussen, aber wir haben uns geirrt…
Der Tunnel macht uns krank und diese Krankheit ist unsichtbar und ansteckend. Um uns gegenseitig zu schützen halten wir einen gewissen Abstand und tragen Masken vor Mund und Nase. Das ist nicht schön, aber leider notwendig, um gesund zu bleiben. Zuviele Kranke könnten wir nicht mittragen und das möchten wir verhindern.

Einige von uns fühlen sich ganz okay, geil findet’s aber grad keiner. Andere fühlen sich psychisch nicht gut oder sogar richtig schlecht. Dafür gibts ja genügend Gründe Jeder hat sein Bündel auf dem Rücken und das Gehen ins Ungewisse verpufft ganz schön viel Energie. Und dennoch, wir helfen einander so gut es geht, denn wir müssen da alle durch.
Alle müssen auf so viel verzichten. Niemand wünscht es sich, in diesem Tunnel festzustecken für weiss nicht wie lange.
Es gibt auch Kranke. Immer mehr sind es, denn Infizierte stecken einander an. Und es gibt Tote. Anfangs waren es einzelne, aber es werden immer mehr.

Unterschiedliche Menschen gehen unterschiedlich mit Krisen um. Wie so oft im Leben gibt es kein Richtig oder Falsch, schlussendlich kennen alle den Weg nicht. Einige von uns sind erfahrene Höhlen- und Tunnelforscher, die machen das beruflich und sie sind dafür angestellt worden, um uns durch diese Krise zu führen.
Sie waren in ganz vielen Tunnels, in vielen Höhlen, haben darüber gelesen und jahrelang studiert und wissen ganz schön viel. Aber dieser Tunnel hier, der ist noch total unerforscht. Er ist neu. Er ist unberechenbar. Auch die Fachleute müssen laufend dazu lernen und die neuen Erkenntnisse mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung vergleichen, um neue Ergebnisse zu erhalten.
Die Zeit läuft weiter. Einige oder vermutlich viele von uns werden krank, einige davon schaffen es nicht, andere werden schnell wieder gesund. Es ist nicht bei jedem dasselbe.

Im Tunnel stossen wir immer wieder auf Abzweigungen, die verheissungsvoll aussehen. Es gibt viele Wege. Eine Tunnelkarte hat niemand. Manche von uns möchten abbiegen, sie wittern eine Abkürzung, eine Vereinfachung und ein schnelleres Ende dieser elenden Sache.
Langsam geht die Geduld zu Ende und auch das Durchhaltevermögen. Hier gibt es auch Höhlenforscher, die andere Theorien vertreten und die auch erfahren sind. Aber leider kennen auch sie diesen Tunnel nicht, auch wenn sie noch so überzeugt sind von ihrer Meinung.
Und einige sagen, sie seien Höhlenforscher, aber sie sind es gar nicht. Sie sehen aber vertrauenswürdig aus und können gut sprechen. Sie verbreiten ihre Meinung überall auf den sozialen Medien und einige schliessen sich ihnen an, weil sie ihnen glauben.

Möglicherweise gibt es mehrere Ausgänge oder verschiedene Wege, die dorthin führen. Man weiss es erst irgendwann später, wenn man retour blicken und die Sache auswerten kann. Jetzt weiss man das noch nicht. Auch die nicht, die es zu wissen meinen.

Möglicherweise denken ziemlich viele, dass ihre Meinung nicht einfach nur ihre Meinung ist, sondern DIE Wahrheit. Und die muss natürlich auch jedem verkündet werden.
Vermutlich denken auch ziemlich viele, dass das eigene Spüren der Situation ebenfalls das Wahre und auf alle andern übertragbar ist.
Ich glaube, wenn es einem bewusst ist, dass dem nicht so ist, merkt man auch, dass man nicht unbedingt ein Video mit seiner Meinung veröffentlichen muss.
Aber das ist ja auch jedem selber überlassen, wie immer.

Aber genug.
Der Titel dieses Textes heisst „Das Leben geniessen“. Schwierig irgendwie, wenn man in diesem Tunnel steckt.
Aber weisst du was? Wir stecken gar nicht wirklich in einem Tunnel. Wir stecken überhaupt nicht fest. Es ist eine schwierige Situation. Ungewiss. Und wenn man viel darüber nachdenkt, ist es durchaus sehr beunruhigend. Wir kennen den Ausgang dieser Sache nicht und wir wissen auch nicht, was bis dahin noch alles geschieht. Wir hören zuviel, wir lesen zuviel und auch die Stimmen derer, die im Tunnel in eine ganz andere Richtung gehen, die sind verwirrend. Was ist richtig? Das nicht zu wissen, ist belastend.

Auch die sogenannten Massnahmen sind belastend, auch wenn sie wohl notwendig sind. Einige wehren sich, glauben an eine Verschwörung oder zumindest daran, dass es entweder ohne Massnahmen auch oder sogar besser ginge oder dass diese uns mehr schaden als das Virus. Es gibt auch Menschen, die auf all das verzichten möchten und es okay finden, die Menschen, die sehr krank werden, hinter uns zu lassen. Menschen, die auch okay finden, wenn viele von uns daran sterben, weil der Tod ja zum Leben gehört.

Aktuell ist es ja so, dass wir in der Schweiz wirklich sehr, sehr viele Menschen haben, die an Covid19 erkrankt sind und auch viele, die täglich sterben. Nicht mehr nur einer oder zwei pro Tag. Jetzt sind es 30 oder mehr pro Tag.
Ich habe gelesen, dass es wohl bald los geht mit der Triage. Das bedeutet, dass die Ärzte entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht, weil die Ressourcen der Krankenhäuser ausgehen werden. Es wird also abgeschätzt, bei wem sich lebensrettende Massnahmen lohnen und bei wem nicht. Wahnsinn, dass es soweit kommen kann. In UNSEREM zivilisierten und wohlhabenden Land. Ich fasse es nicht…. wirklich.

Ich habe auch gelesen, dass offenbar viele betagte Menschen sich nicht behandeln lassen möchten und sterben oder sterben werden. Auch das ist Triage, vom Patienten selbst entschieden. Ich denke nicht, dass diese Menschen alle tatsächlich sterben möchten bzw dass es ihnen egal ist, an Corona zu sterben. Ich bin mir ganz sicher, dass viele von ihnen noch ein paar schöne Jahre vor sich hätten. Wohlverdiente Jahre.
Aber wie ist es wohl, wenn man von überall her hört und liest, dass die Alten nicht geschützt werden sollen, weil sie ja eh bald sterben? Dass die Alten eine Last sind? Dass sie wertvolle Krankenhausplätze besetzen?
Ich denke mal, solche Aussagen hinterlassen ihre Spuren und vielleicht denkt so der eine oder die andere, dass ihr oder ihm kein Recht auf Krankenhauspflege bzw. kein Recht auf Gesundung zusteht.
Wie schlimm ist das denn, bitte?


Schon wieder vom Thema abgekommen und das zeigt die Problematik auch grad recht gut. Es ist gar nicht einfach, auf andere Gedanken zu kommen, Covid19 wirft seine Schatten irgendwie überall hin.
Umso wichtiger, dass wir uns Auszeiten schaffen. Dass wir es schaffen, auch mal abzuschalten, runter zu fahren und uns zu entspannen und zu erholen. Mal nicht an all das zu denken.
Jede und jeder auf seine bzw ihre Art und Weise.

Ich finde das schwierig, sogar fast unmöglich. Ich habe damit nicht erst seit Corona Schwierigkeiten, sondern eigentlich seit der Trennung von meinem Ex-Mann. Seitdem ich allein bin mit dem Kind und die Verantwortung für ganz vieles allein trage, fällt es mir sehr schwer, diese auch mal loszulassen. Im Spannungsfeld zwischen Arbeit und allein für eine Familie zu sorgen.
Ich bin es am Lernen. Die Corona-Situation macht es nicht einfacher.

Wenn die Welt rund um mich herum verrückt spielt, dann lebe ich umso mehr in meiner kleinen Welt mit meiner Tochter und da ist alles in Ordnung. Das ist mein warmer, sicherer Kokon.
Ich sehe all die kleinen, schönen Dinge. Ich liebe meine Wohnung, in der ich mich geborgen und wohl fühle. Ich mache es uns hier gemütlich mit einer schönen Atmosphäre, zufriedenen Meerschweinchen, einem glücklichen Kind. Das ist meine Oase.
Ich sehe gerne die schönen Dinge, die mir überall wo ich hingehe, begegnen. Die wunderschöne Tasse mit dem guten Kaffee, die „meine“ Lieblings-Coiffeuse mir hinstellt. Die zwei Stunden Auszeit, die ich dort letzte Woche in friedlicher Atmosphäre genossen habe.
Schöne Begegnungen sind auch mit Distanz, mit Maske, per Telefon oder Social Media möglich. Natürlich sind sie ohne Abstand und ohne Maske viel schöner, aber was bringt es nun, mich darüber zu ärgern und das was ich nicht habe, in den Mittelpunkt zu stellen? Ich finde es viel aufbauender zu sehen, was ich kann und was ich habe.

Ich gehe gern spazieren und fotografiere viel. Gerade momentan finde ich, dass es draussen manchmal atemberaubend schön aussieht. Wenn die Sonne durch den Nebel scheint oder wenn es dünne Nebelschwaden über dem Boden hat und oben blauen Himmel. Die Bäume und Wälder, deren Blätter sich verfärben und dann zu Boden fallen.
Die Wärme der Sonne, wenn sie strahlt ist noch immer beachtlich und tut richtig gut.
Tief durchatmen, die frische Luft in der Lunge und auf der Haut spüren, das lädt alle inneren Akkus auf. Das tut richtig gut. Immer. Und besonders jetzt.
Ich finde auch, dass die Herbstabende ihren ganz besonderen Reiz haben. Sich einkuscheln in der warmen Stube, eine Kerze anzünden, einen heissen Tee trinken und die Welt und ihre Themen einfach draussen lassen.

Es gibt mega viel Schönes. Manchmal kleine Dinge, aber sie wahrzunehmen ist ermutigend. Es ist nicht alles nur Corona, es gibt auch ganz viel anderes. Um ehrlich zu sein, wenn man sich nicht einredet, eingeschränkt und seiner Freiheit beraubt zu sein, kann man sogar ziemlich normal leben. Und Normalität hilft, sich besser zu fühlen.

Natürlich weiss ich, dass es gerade jungen Menschen fehlt, abends wegzugehen und einander zu sehen. Das verstehe ich sooo, denn es ging mir vor xxxxx Jahren ja nicht anders. Ein Samstagabend zuhause war undenkbar. Aber ich glaube, die Jungen sind ja auch klug und die verstehen das Warum.
Ausgenommen von meinen Aussagen sind auch Menschen, die durch die Corona-Situation ihre Arbeit verloren haben oder verlieren werden, die grosse Existenznöte haben, ihre Arbeit nicht ausüben können usw. Das ist natürlich wieder ganz etwas anderes.

Das Leben geniessen. Das ist auch jetzt möglich und vielleicht war es noch nie zuvor so wichtig wie genau jetzt.






Sie wären ja sowieso gestorben…

Zwei Monate Corona und es fällt schwer, weiterhin durchzuhalten. Es geht uns allen so, ich weiss. Ich tu’s trotzdem. Durchhalten. Ich bin froh, dass die Zahlen der Neuinfizierten momentan nicht mehr hoch sind und mir wäre es recht, wenn sie nicht nochmal drastisch ansteigen würden. Ich vermisse vieles, denn ich bin ein Mensch, der nicht soooo einfach auf soziale Kontakte verzichten will. Mach ich aber. Natürlich. Für alleinstehende bzw alleinlebende Menschen bedeutet dies, dass man jetzt seit mehr als 8 Wochen keinen so gut wie keinen direkten Kontakt zu andern erwachsenen Menschen hatte. Mir fehlt das sehr. Die Aktivitäten, auf die wir momentan ebenfalls alle verzichten, fehlen mir nicht.

Mich ärgern am ganzen Corona-Zeugs momentan eigentlich die Reaktionen bzw Aussagen von einigen, die ich null nachvollziehen kann. Und ich bin tatsächlich ein Mensch, der vieles versteht und vieles nachvollziehbar findet, auch wenn’s nicht meine Meinung ist.

Heute habe ich zB gelesen „Ich glaube nicht an Corona“. Also was? Was bedeutet das? Ich glaube nicht an Corona? Glaubt man da auch nicht an Ohrenschmerzen oder den Noro-Virus? Denkt man, Dinge an die man nicht glaubt, existieren nicht? Wie praktisch! Wenn man also nicht an Krebs glaubt, ist man safe. An all die psychischen Krankheiten muss man auch nicht zwangsläufig glauben, denn sie sind eh nicht immer klar ersichtlich.

Oder meinte diese Person, Corona werde nur vorgetäuscht? Da gibt es ja dann so einige zum Teil sehr interessante (bescheuerte, durchgedrehte, psychotische, gestörte, extrem fantasievolle) Geschichten und ich möchte behaupten, jemand mit einem gesunden Menschenverstand und ohne Wahnvorstellungen weiss, dass das alles Kacke ist.

Nach wie vor ist auch die Meinung, Corona sei nicht so schlimm und es würden daran viel weniger Menschen sterben als an einer Grippe, weit verbreitet.

Heute hat mir eine Frau in einer dieses Thema betreffende Facebook-Diskussion geschrieben, dass diese Menschen ja sowieso gestorben wären. Diese Aussage finde ich noch dümmer als andere. Und sehr pietätlos. Ich habe darauf geantwortet, dass man das dann ja auch bei Krebs- oder Unfalltoten sagen kann. Oder bei Suiziden, bei Totgeburten und eigentlich grad immer, wenn jemand stirbt. Denn jeder wird sterben. Irgendwann… Haupsache, es sterben andere. Fremde. Dann kann uns das getrost egal sein? Sie bejahte diese Aussage.

Ich finde auch, wenn jemand 95 ist, dann wird er vermutlich nicht noch weitere zehn Jahre leben. Und dennoch hat er ein Recht auf seine restliche Lebenszeit, es ist nicht egal, wenn er morgen an Corona stirbt. Es ist nie egal. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass ein Menschenleben so ziemlich das wertvollste sei, das es gibt, oder? Mir hat jetzt eben noch eine geschrieben, dass dass die „natürliche Selektion“ sei. Die Schwachen nimmts. (Siehe Bild unten)

Da frage ich mich, in welcher Phase der moralischen Entwicklung solche Menschen stecken geblieben sind… Da gehört wohl dann auch die Meinung mit hinein, dass zB behinderte Menschen, die ja irgendwie zu unseren Schwächsten gehören, auch keine Berechtigung zum Leben haben? Und wir ist es mit Aborten? Und Kranken? Ist ja egal, wenn die jetzt an Corona erkranken und evtl sterben, natürliche Selektion. HAUPTSACHE, ES TRIFFT NICHT MICH. Gehts noch dümmer und taktloser? Was ist da falsch gelaufen in der Erziehung? In der Vermittlung von Werten? So ziemlich alles, oder?

Leute, ganz ehrlich. Personen mit einem solchen Menschenbild machen diese Welt zu einer schlechten. Das ist meine Meinung. Genau so ein Mensch hat vor 90 Jahren mal Deutschland angeführt. Ein menschenhassendes Arschloch, dem Menschenleben nichts wert waren. So einer regiert momentan die USA. Ich würde nicht sagen, dass er menschenhassend ist, aber ganz bestimmt ist er gleichgültig ihnen gegenüber. IHM gehts ja gut.

Diese Gleichgültigkeit und diese Abwertung von Menschen… Ich finde das nicht nur unschön, sondern auch erschreckend. Und dann wundert man sich, warum die Welt ist, wie sie ist!

In Clubs gehen, ausgehen, sich seiner Freiheiten nicht berauben lassen wollen, auf Kosten der „Schwächsten“… Ich rege mich über so etwas wirklich sehr auf. Vielleicht weil ich weiss, wie Verluste sich anfühlen, vielleicht aber auch einfach, weil ich kein Misanthrop bin.

  • Diese Facebook-Unterhaltung von heute… Ich habe betr. „natürliche Selektion“ dieser Dame geantwortet, dass also ihrer Meinung nach zB behinderte Menschen auch keine Daseins-Berechtigung hätten usw. Ihre Antwort, siehe Foto (ich werde es unten übersetzen). Danach habe ich nicht mehr zurück geschrieben…:
  • Übersetzung: Klar ist ein Menschenleben wertvoll, aber wenn eine Krankheit kursiert, nimmts halt immer zuerst die Schwachen. 🤷🏼‍♀️ Und nur, weil jemand behindert ist, heisst es nicht, dass er zu den Schwachen gehört oder zu denen, die sterben müssen, aber mit unserem Gesundheitssystem, wo die Leute immer älter werden, braucht es irgendwie auch einen natürlichen „Feind“, der die Population in Zaun (sie meint Zaum) hält… weil erschiessen wie bei den Tieren darf man sie ja nicht und auch wenn man dürfte, würde ich zuerst die Dummen holen. (Also sich selbst…)

    Ich weiss auch nicht, was ich da noch sagen soll… Aber mit dieser Einstellung wird das nichts mit einer besseren Welt und ich hoffe von Herzen, dass diese Frau zu einer winzig kleinen Minderheit gehört.

    2120

    Wir schreiben das Jahr 2120.

    Ich bin eine alleinerziehende Mutter. Das ist nichts aussergewöhnliches, Eltern bzw Elternteile sind mehrheitlich alleinerziehend. Ich weiss, dass das vor hundert und mehr Jahren noch anders war. Damals waren Alleinerziehende noch eher eine Minderheit. Das hat sich verändert.

    Ich kann nur Teilzeit arbeiten, weil mir die Erziehung,  die Betreuung und die Zeit mit meinem Kind sehr wichtig sind. Ich bekomme für die Arbeit, die ich damit für die Gesellschaft leiste, einen finanziellen Ausgleich. Aus gut erzogenen Kindern werden Erwachsene, die gut auf ihren eigenen Füssen stehen und zurecht kommen. Der Vater des Kindes macht es genau so. Das Kind verbringt drei Tage pro Woche bei ihm und auch er bekommt für diese Zeit einen finanziellen Ausgleich, damit er zuhause bleiben und sich die notwendige Zeit nehmen kann. In den Firmen ist es normal, dass fast alle Teilzeit arbeiten. Es ist sogar sehr erwünscht, da man damit die psychische Gesundheit zum einen der Angestellten und zum andern der Kinder fördern kann. Es gibt nur noch wenige Menschen, die an Depressionen leiden und die Krankheit Burnout, die vor hundert Jahren sehr verbreitet war, ist sogar ganz verschwunden.

    Es ist Dienstagmorgen. Mein Kind sitzt in seinem Zimmer und hat Schule. Es ist mit dem Lehrer und der ganzen Klasse vernetzt. Jedes Kind stellt seinen Stundenplan mit Hilfe des Lehrers und der Eltern selbst zusammen. Individuell nach Interessen und Fähigkeiten.
    Es wird sehr grossen Wert auf die psychische Entwicklung und auch das seelische Wohl gelegt. Ethik steht über jedem andern Fach. Kinder sollen in ihrer Eigenartigkeit gefördert werden, sie sollen zu starken, selbstbewussten und empathischen Personen hinwachsen.
    Massgebend für die beruflichen und privaten Ziele ist der EQ, der Emotionale Intelligenzquotient. Vom allgegenwärtigen IQ und dem damit verbundenen Druck ist man schon vor langer Zeit weg gekommen. Grund dafür war vor allem die Einsicht, dass diese Prioritätensetzung die Menschen und damit auch die Gesellschaft krank gemacht hat.
    In den höchsten Rängen der Gesellschaft, in Führungspositionen, befinden sich Frauen und Männer mit hohem EQ. Empathie, Führungsqualitäten und Sorgfalt werden neben einem aussergewöhnlichen guten Fachwissen natürlich, gross geschrieben.

    Apropos Frauen und Männer… Auf das Geschlecht eines Menschen wird nicht mehr so viel Wert gelegt wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Es gibt Menschen, die sind ganz klar männlich oder ganz klar weiblich. Es gibt aber auch andere sogenannte Geschlechter, die jedoch nicht besonders auffallen oder eine andere Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Dies gilt auch für die sexuelle Vorliebe von Menschen. Nachdem diese Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang sehr viel Gewicht einnahmen und auch für Verurteilungen führten, kümmert sich heute niemand mehr darum. Man ist der Meinung, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen die andern nichts angeht und so wird das auch gelebt. Gleichgeschlechtliche Paare sind heterosexuellen Paaren gleichgestellt. Es ist für mich eine unverständliche Vorstellung, dass das mal nicht so war.
    *dies gilt natürlich nicht für illegale Vorlieben. Dazu möchte ich sagen, dass uns die Gewaltverbrechen sexueller Art der Vergangenheit zB an Kindern bekannt ist. Diese sind sozusagen auf null gesunken, dank einer neuartigen Therapieform – einer Mischung aus Psychotherapie, Hypnosetherapie und dem Medikament PädExomin -, dessen sich pädophile Menschen mit Erfolg unterziehen.

    Vielleicht hast du davon gehört, dass ein schlimmer Virus vor hundert Jahren so einiges verändert hat in unserer Gesellschaft. Vor allem das gesellschaftliche und zwischenmenschliche Leben. Wir wissen nur noch aus überlieferten Berichten und von Bildern, wie das Leben damals war und finden alles sehr befremdlich. Kaum vorstellbar ist uns die grosse Distanzlosigkeit, mit der die Menschen damals zusammengelebt haben. Körperkontakt haben wir nur zu sehr nahestehenden Menschen, also vor allem in der Familie. Zu andern Menschen finden diese nie statt. Es gilt als sehr unfreundlich und respektlos andern gegenüber,  wenn man sich körperlich zu sehr nähert oder jemanden sogar berührt. Grössere Menschenansammlungen finden schon lange nicht mehr statt, es ist einfach zu gefährlich. Menschen arbeiten wenn möglich von zuhause aus oder in kleineren Gruppen. So auch in den Schulen zB. Kinder werden zum grössten Teil per Fernunterricht ausgebildet und halten sich nur wenige Stunden pro Woche in den Schulgebäuden auf. Es ist wichtig, dass sie den Umgang mit andern Menschen lernen und dafür ist dann doch die Schule ein gutes Übungsfeld.

    Viele Menschen gehen nie ohne Gesichtsmaske aus dem Haus, sie zu tragen ist jedoch freiwillig. Masken sind unterdessen zu einem stylischen Statement geworden, es gibt sie in allen Farben und Mustern und es gibt viele Menschen, die sich ohne sehr nackt fühlen. Dazu möchte ich sagen, dass unter dieser Entwicklung die Kosmetikindustrie gelitten hat. Kosmetikartikel wie Lippenstift werden nur noch spärlich verkauft.

    Der Virus, von dem ich oben gesprochen habe, hiess Covid-19. Er hat damals die ganze Welt aus den Rudern laufen lassen und dies hat sich nie mehr wieder ganz eingependelt. Die Menschheit hat versucht, zur Normalität zurück zu kehren, der Virus hat sie aber immer wieder zum Reagieren gezwungen. Er konnte trotz Impfungen und Medikamenten nicht ausgerottet werden, denn er veränderte sich stetig und griff immer wieder an. Jährlich starben und sterben viele tausend Menschen wegen ihm und wir haben gelernt, damit zu leben. Unterdessen sind wir bei Covid-120 angelangt.

    Das alles ging nicht spurlos an uns vorbei, wie du aus meinem Bericht entnehmen kannst. Wir finden es nicht (mehr) schlimm, ich glaube es ist, wie man damals Krebstote oder Suizidtote hatte. Diese haben wir übrigens nicht mehr. Krebs ist unterdessen gut heilbar und Suizide gibt es kaum noch aus oben genannten Gründen (psychische Gesundheit). Die Mehrheit der Todesfälle sind aufgrund von Covid, aber auch Verkehrstote haben wir sehr viele.
    Das mit dem Krebs war ja damals übrigens eine brisante Geschichte. Irgendwann während oder nach der ganzen Covid-19-Sache ist ausgekommen, dass wirksame Krebsmedikamente längst entwickelt worden sind, dass aber die Pharmaindustrie diese im Versteckten hielt. Aus Gründen des Profits. Diese Enthüllung war wahnsinnig. Die damals die Welt beherrschenden Pharmaunternehmen gibt es unterdessen nicht mehr.

    Ich denke, wenn jemand aus dem Jahr 2020 dies alles nun lesen würde, klänge dieser Bericht für ihn schlimm und auch recht anti-sozial wegen der Distanz usw. Aber das ist es nicht, im Gegenteil. Togetherness wird grösser geschrieben als je zuvor. Es gibt immer wieder Phasen der Quarantäne oder der Isolation, Lockdowns finden in regelmässigen Abständen statt, also immer wenn wieder ein neuer Virus auf uns einbricht.
    In dieser Zeit ist es unumgänglich, einander zu helfen, füreinander da zu sein. Nachbarn, Bekannte und Freunde oder Familien. Und dieses Zusammen-schaffen-wir-es-Gefühl zieht sich durch alles durch, nicht nur in Krisenzeiten. Ich finde das sehr schön.

    Probleme des 20. Jahrhunderts wie z.B. Armut oder auch Hungersnot gibt es nicht mehr. Es gibt Teile der Erde, die unterdessen unbewohnt sind, z.B. grosse Teile des Kontinents Afrika.
    Die Erde kann sich in Zeiten des Lockdowns immer wieder von den Strapazen, die wir ihr zusetzen, erholen. Wir sind aber auch sorgfältiger geworden, wir produzieren weniger Abfall und zB Plastik, wie es ihn damals gab, kennen wir gar nicht mehr.

     

     

     

     

     

     

     

    Ein Virus, der Glückshormone ausschüttet….

    Ein Virus bringt fast die ganze Welt total durcheinander.
    Jedenfalls unsere.
    Dem einen bringt es sehr viel Zeit, dem andern sehr viel Stress.
    Dem einen bringt es Krankheit, vielleicht sogar Tod, der andere merkt nicht mal etwas davon. Dem einen bringt es Existenzängste oder gar den finanziellen Ruin, der andere verdient sich an der ganzen Sache eine goldene Nase.
    Ich glaube, viele fühlen sich momentan irgendwie mehr oder weniger einsam, jeder auf seine Art und Weise. Die Distanz zueinander, die fehlenden persönlichen Kontakte… das fehlt uns. Auch in diesem Bereich haben bestimmt viele ein Manko und andere genau das Gegenteil. Menschen, die sehr intensiv in der Pflege oder Betreuung oder vielleicht auch in den Läden arbeiten, waren in den letzten Wochen dem Kontakt mit anderen Menschen sehr intensiv „ausgesetzt“. Das kann zuviel werden und wirkt sich manchmal auch in der Freizeit mit Unlust auf Kontakte aus, obwohl die Qualität dieser Kontakte ganz anders ist, wenn man die professionelle von der freundschaftlichen Beziehung unterscheidet.

    Ich weiss auch heute noch immer nicht, ob ich DAS Virus schreiben muss oder ob es DER Virus heisst. Falls ich es falsch mache, ist es nicht schlimm, denn ihr seid ja nachsichtig und nicht streng. Rechtschreibung und Grammatik sind mir sehr, sehr wichtig. Aber in diesem Fall habe ich keine Lust, zu recherchieren, wie es tatsächlich heisst und das zeigt genau auf, wie sehr mir der ganze Mist mit diesem Virus unterdessena auf den Sack geht.

    Kommen wir aber zurück auf diesen Virus, der alles durcheinander bringt… Es ist, weil er uns unter Umständen sehr krank machen oder uns sogar umbringen kann.

    So ein Virus ist ein destruktives Arschloch, ich kann es nicht anders sagen. Oder habt ihr schon mal von einem Virus gehört, der etwas Schönes bewirkt?
    Wir wäre es mit einem Virus, der uns glänzendes, volles Haar beschert?
    Oder Virus, der in unserem Hirn Glückshormone freisetzt?
    Ein Virus, der Krebszellen abtötet?
    Ein sehr, sehr ansteckender Virus, der rechtsradikales Gedankengut angreift und vernichtet?
    Ein Virus, der uns motiviert, freundlich und hilfsbereit zueinander zu sein?
    Oder vielleicht einer, der aus gestressten Menschen ruhigere, entspanntere macht?
    Wunderbar wäre aber auch ein Virus, der unser Blick auf die Menschen und Dinge in unserer Umwelt versöhnlich und positiv stimmt.
    Ein Virus, der es uns ermöglicht, nachts tief, fest und ruhig zu schlafen.
    Und vielleicht ein Virus, der es uns ermöglicht, vorurteils- und angstfrei auf andere Menschen zuzugehen.
    Einer, der es uns ermöglicht, alles so zu nehmen wie es kommt.
    Ein Virus, der uns unsere Ängste nimmt und sich nachts in unseren Schlaf schleicht und unsere Träume beschützt.
    Schön wäre ein Virus, der uns ein Blick auf das Wesentliche ermöglicht.
    Ein Virus, der uns statt mit Hass, Neid und Missgunst, mit Freude und Liebe erfüllt.
    Einer, der uns unseren Rucksack tragen lässt, ohne dass jemand darunter zusammenbrechen muss, denn alles was wir hinter uns gelassen haben, ist da nicht mehr drin.

    Solche Viren wünsche ich mir und ich glaube, es gibt sie schon. Wir Menschen tragen sie in uns und es liegt in unserer Macht, sie grosszügig unter den Menschen zu verteilen. Das geht auch ganz gut, obwohl wir momentan Abstand halten müssen. Und ich freue mich darauf, wenn wir das irgendwann dann nicht mehr müssen, denn eine Umarmung und körperliche Nähe ist doch schon auch etwas Überlebensnotwendiges und stärkt uns unbestritten.

    Nun heisst es weiterhin DURCHHALTEN und fleissig unsere positiven Viren mit Liebe auf andere zu übertragen.