
Du hast noch nicht
alle Menschen getroffen,
die dich lieben werden.
Ich finde diesen Gedanken sehr schön. Drückt er nicht ganz viel Hoffnung und auch Vorfreude auf all das, was (oder wer) noch kommen mag aus?
Und so, finde ich, passt er auch gut zum November. Auch ganz besonders zum 1. November, an dem wir an all die Menschen denken, die wir geliebt, aber bereits verloren haben. Unsere Verluste.
Verluste prägen uns massgebend und wohl nicht nur die, sondern auch unsere Strategien, wie wir mit ihnen umgehen können, wie wir sie verarbeiten und wir wir es schaffen, unser Leben auch ohne diese Menschen, die je nachdem unseren Alltag massgebend mitgestaltet haben, weiterzuleben. Wenn ich daran denke muss ich sagen, dass mich solche Lebenswege beeindrucken, aber auch sehr berühren. Es ist ja nicht so, als ob wir nicht alle solche… wir nennen sie Schicksalsschläge, aber sind es nicht einfach ganz normale Wendungen des Lebens?… Situationen erleben würden. Verluste meine ich. Ich glaube aber schon, dass Verlust nicht gleich Verlust ist. Es macht schon einen Unterschied, in welcher Form sie uns begegnen und vielleicht auch, in welcher Form wir ihnen begegnen. Nicht alle verfügen über dieselbe Resilienz oder über dieselben Strategien und Werkzeuge, um solch grosse Krisen zu überstehen.
Krisen sind ja wahnsinnig unwegsam. Steinig oder sumpfig, vernebelt, kurvenreich, steil bergauf oder bergab und sehr oft viel zu nah am Abhang…. einfach immer genau so, wie wir es ganz persönlich recht unbequem und unaushaltbar empfinden…. Irgendwie weiss man irgendwann, mit einer gewissen Lebenserfahrung, dass nichts für immer. Ist manchmal „leider“ und manchmal „zum Glück“… Also wir wissen, irgendwann wird es besser und wir werden das überstehen, es wird weitergehen.
Ich glaube nicht, dass alles immer für etwas gut ist und das alles immer wieder gut kommt. Es kann im Leben passieren, dass etwas ganz Schlimmes passiert und ich finde nicht, dass man Dinge schönreden muss. Was Scheisse ist, ist Scheisse und die Kunst des Lebens und des Überlebens ist es dann, dies wohl für den Moment so anzunehmen (das heisst nicht, es gutzuheissen) und wenn man wieder genug Kraft hat, so damit umzugehen, dass es möglichst gut weitergehen kann.
Ich glaube daran, dass wir vieles mitgestalten können. Längst nicht alles, aber doch einiges. Und wenn wir ganz viele schöne Dinge machen, macht uns dies zu einem schönen Menschen (und ich meine innerlich, was aber ja auch nach aussen ausstrahlt). So gestalten wir nicht nur uns und unser Leben, sondern auch unsere Umwelt und helfen mit, das (unser) Leben schöner zu machen.
Ich weiss gerade nicht, ob es etwas im Leben gibt, das wichtiger als das ist.
Aber ja, um zum November-Spruch zurückzukommen. Ich glaube auch, dass wir mit all dem, was wir denken und produzieren (sei es in Worten, Taten oder Dingen) nicht nur gestalten, sondern auch anziehen.
Wer weiss, wer uns im Leben noch begegnen wird? Und das ist doch vermutlich eines der spannendsten Dinge des Lebens, zu erleben, wieviel sich verändern kann in uns und um uns herum, nur weil ein Mensch in unser Leben tritt oder sich näher zu uns hin bewegt. Oder auch, wenn jemand sich weiter weg bewegt oder halt ganz weg… Auch das muss nicht unbedingt nur belastend sein, kommt ganz auf die Situation darauf an.
Das Leben ist Bewegung.
Spannend…
Spannend auch, wie schnell sich dieses Jahr langsam dem Ende zu bewegt, findet Ihr nicht auch? In einem Monat erzähle ich dann vom Dezember, vom Advent und in zwei Monaten ist bereits Neujahr…
Das ist jetzt wieder mal so ein Text, denn ich einfach ohne gross zu überleben, geschrieben habe. Ich lese den auch nicht nochmal durch. Ich finde, es sich durchaus Gedanken, die auch zum Nachdenken anregen dürfen und auch dies passt glaubs ganz gut zum November, den wir ja oft als grau und düster beschreiben. Ich empfinde ihn nicht so. Draussen scheint die Sonne, es ist aber zugegeben recht kalt. Aber es ist nicht grau. Die Sonne lässt die gelben, roten und orangen Blätter so richtig leuchten, einfach wunderschön. Und wenn der November uns dann doch noch ganz graue Tage beschert, dann zünden wir viele Kerzen an, draussen und drinnen und leuchten so fest, dass es auch wieder schön ist…


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