
Phloembündel
Diese langen, faserigen Fäden, die beim Schälen einer Banane zum Vorschein kommen…
Da schält man seit Jahrzehnten Bananen. Man zieht die Schale herunter, entdeckt diese dünnen, klebrigen Fäden, zupft sie ab und denkt sich dabei vermutlich gar nichts.
Aber natürlich haben auch sie einen Namen: Phloembündel.
Und noch besser: Diese Fäden sind nicht einfach irgendein lästiges Verpackungsmaterial der Banane. Sie gehören zu ihrem Leitgewebe.
Das sogenannte Phloem ist bei Pflanzen dafür zuständig, vor allem Zucker und andere bei der Photosynthese gebildete Stoffe dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht oder gespeichert werden. Gemeinsam mit anderem Leitgewebe durchzieht es die Pflanze wie ein kleines Versorgungssystem.
Auch in der Banane verlaufen solche Leitbahnen. Beim Schälen bleiben Teile davon besonders gut sichtbar – als jene hellen Fäden, die sich längs über die Frucht ziehen.
Und plötzlich finde ich diese Dinger ein kleines bisschen faszinierender (aber immer noch eklig). Was wir gedankenlos von unserer Banane zupfen, war einmal Teil ihres Transportsystems.
Vielleicht ist genau das etwas, das ich an meiner Reihe „Schöne Worte“ so mag. Ganz oft entdecke ich zum Beispiel Wörter für Gefühle, von denen ich gar nicht wusste, dass andere Menschen sie ebenfalls kennen oder von denen ich nicht recht weiss, wie ich sie benennen könnte.
Manchmal finde ich Begriffe, hinter denen ganze Geschichten stecken. Und heute zum Beispiel erfahre ich einfach nach ziemlich vielen Jahren auf dieser Welt: Die Fäden an meiner Banane haben einen Namen und sind eigentlich nicht nur Abfall, sondern ein wichtiger Bestandteil dieser Banane.
Phloembündel… Wieder etwas gelernt.
Ob ich sie deshalb in Zukunft mitessen werde?
Never!!!!! 😂


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