Die drei kleinen Superhelden — Die grosse Sommerhitze


Der Sommer hatte den Garten fest im Griff. Schon am frühen Morgen war die Luft warm und am Nachmittag zeigte das Thermometer unglaubliche 36 Grad. Nicht einmal im Schatten wurde es richtig angenehm. So war es schon seit ein paar Tagen.

Arja, Tina und Jimmy lagen ganz still in ihrem Gehege. Normalerweise flitzten sie neugierig durchs Gras, stritten sich liebevoll um das grösste Löwenzahnblatt oder hielten Ausschau nach einem besonders leckeren Kräutlein. Doch heute fehlte ihnen die Energie.

Meerschweinchen können nicht schwitzen. Wenn ihnen zu heiss wird, bleibt ihnen nur, sich möglichst wenig zu bewegen und schneller zu atmen. Genau das taten die drei kleinen Superhelden.

Die Menschen-Mama beobachtete sie ganz genau.
“Das ist momentan wirklich kein Wetter für kleine Fellnasen” sagte sie leise zu ihnen.
Sie hatte sich schon am Morgen vorbereitet. Aus dem Kühlschrank holte sie kühle Tücher und legte sie über einen Teil des Häuschens, damit es sich nicht so aufheizte. Aus dem Gefrierfach nahm sie Kühlpads, die sie in Handtücher einwickelte, damit die Schweinchen sich darauflegen konnten, ohne direkt mit der eisigen Kälte in Berührung zu kommen.

Jimmy war natürlich der Erste, der das neue Plätzchen ausprobierte.
“Hmm… das ist gar nicht schlecht!” murmelte er zufrieden und streckte alle vier Beinchen von sich.
Tina legte sich daneben und schloss entspannt die Augen.
Nur Arja wirkte irgendwie anders. Sie lag viel im Schatten und bewegte sich kaum noch.

Die Menschen-Mama behielt aufmerksam im Auge. Immer wieder hob sie die Trinkflasche an oder stellte frisches Wasser hin. Trotzdem schien Arja nicht genug zu trinken.
Also holte die Mensche-Mama eine kleine Spritze – natürlich ohne Nadel – füllte sie mit frischem Wasser und gab Arja mehrmals am Tag ganz vorsichtig kleine Schlückchen direkt ins Mäulchen. Anfangs schaute Aria etwas verwundert. Doch schon nach wenigen Tropfen schmatzte sie zufrieden.
“Das tut gut” schien ihr Blick zu sagen.

Am Nachmittag brachte die Menschen-Mama noch eine ganz besondere Überraschung. Sie stellte einen grossen, fast flachen Teller ins Gehege und füllte ihn mit schön kühlem Wasser. Darin schwammen Gurkenscheiben, frische Kräuter und kleine Salatblätter.
Jimmy machte grosse Augen. “Das ist ja ein Schwimmbad für Gemüse!”
Neugierig stellte er ein Pfötchen ins Wasser und angelte nach einer Gurkenscheibe. Plitsch! Das kühle Wasser spritzte ein wenig über seine Pfote.
“Huiiiii, das ist herrlich!” quiekte er begeistert.

Natürlich wollten Tina und Arja das auch ausprobieren. Bald standen alle drei mit ihren kleinen Pfötchen im Wasser, fischten Kräuter und Gurken heraus und schleckten dabei immer wieder etwas vom kühlen Wasser mit.
Ganz nebenbei bekamen sie dadurch auch mehr Flüssigkeit.
Mama lächelte zufrieden. “Genau das habe ich mir erhofft.”

Ein paar Tage lang funktionierte das alles wunderbar. Doch das Thermometer stieg immer höher und auch die Nächte waren nicht mehr wirklich kühl.

Die Menschen-Mama sass eines Abends vor dem Gehege und überlegte, was zu tun sei. Sie machte sich Sorgen um ihre drei kleinen Superhelden, denn die Hitze bekam ihnen wirklich nicht so gut.
Sie ging zuerst in die Wohnung und prüfte die Temperatur. Doch auch dort war es viel zu warm. Dann fiel ihr der Keller ein, dort war es angenehm kühl.
Noch am selben Abend richtete sie dort zusammen mit dem Menschenkind ein grosses provisorisches Gehege ein. Mit Heu, Häuschen, Wasser, frischem Gemüse und allem, was die drei brauchten. Danach holte sie die drei und setzte sie hinein.

Die drei schauten sich neugierig um. Jimmy schnupperte an jeder Ecke. Tina machte es sich sofort im Heu gemütlich. Und Arja? Sie atmete schon nach wenigen Minuten viel ruhiger. Langsam wurde sie wieder munter und begann sogar, an einem Löwenzahnblatt zu knabbern.

Die Menschen-Mama atmete erleichtert auf. Das schien für den Moment die richtige Lösung zu sein.

Die nächsten paar Tage verbrachten die drei kleinen Superhelden also im kühlen Keller. Dort konnten sie schlafen, fressen, herumflitzen und ganz entspannt auf bessere Temperaturen warten. Es war angenehm kühl.

Jimmy meinte eines Abends grinsend: “Superhelden müssen eben nicht gegen Drachen kämpfen. Manchmal besteht das grösste Abenteuer einfach darin, einen heissen Sommertag gut zu überstehen.”

Und genau das hatten sie gemeinsam geschafft, weil ihre Menschen-Mama wusste, dass Liebe manchmal ganz einfach bedeutet, gut hinzusehen und rechtzeitig das Richtige zu tun. 💛

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.